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Königin Margrethe Wegen Tod der Queen: Kritik an Feierlichkeiten zum Thronjubiläum

Königin Margrethe beim Lunchempfang zu ihrem 50. Thronjubiläum
Königin Margrethe beim Lunchempfang zu ihrem 50. Thronjubiläum
© Patrick van Katwijk / Getty Images
Königin Margrethe feierte trotz des Todes von Queen Elizabeth am vergangenen Wochenende ihr 50. Thronjubiläum. Für die Entscheidung, ausgerechnet die Programmpunkte für das dänische Volk zu streichen, erntet die nun dienstälteste Monarchin Kritik.

Noch immer trauert die Welt um Queen Elizabeth, †96, die überraschend am vergangenen 8. September auf Balmoral Castle verstarb. Zahlreiche Prominente, Politiker:innen und natürlich auch die europäischen Königshäuser reagierten schnell auf die erschütternde Nachricht, würdigten die Queen und sprachen der britischen Königsfamilie ihr Beileid aus. Nur aus Dänemark musste man erstaunlich lange auf eine Beileidsbekundung warten.

Königin Margrethe ändert Feierlichkeiten zum 50. Thronjubiläum

Einer der möglichen Gründe dafür könnten die bevorstehenden Feierlichkeiten zum 50. Thronjubiläum der dänischen Monarchin Königin Margrethe, 82, gewesen sein, die ausgerechnet für das darauffolgende Wochenende am 10. und 11. September 2022 geplant waren. Wie sollte man am besten mit so einer Situation umgehen? Ist es wirklich angebracht, unter diesen Umständen zusammen mit dem Volk zu feiern? Fragen, mit denen sich das dänische Königshaus am Todestag beschäftigen musste und die sicherlich einige Zeit in Anspruch nahmen.

Das Ergebnis: Königin Margrethe entschied sich dazu, die Fahrt in der Kutsche durch die Straßen Kopenhagens, den Balkonauftritt mit der Familie sowie die Straßenfeste abzusagen. Übrig blieben eine Galavorstellung im Königlichen Theater "in angepasster Form", ein Gottesdienst und ein Lunchempfang. Jedoch fand alles nur für geladene Gäste und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein Vorhaben, das vor Beginn der Feier einige Kritiker:innen auf den Schirm rief.

Kritik an Entscheidung aus Dänemark

Nach Meinung des Königshausexperten Kim Bach von der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet" war die Entscheidung, ausgerechnet die Highlights für das Volk abzusagen, die falsche: "Alles, was populär ist, ist weggefallen. Und dann haben sie das behalten, wo die Königin sitzen und sich amüsieren kann", kritisiert Bach und ergänzt: "Die Veränderungen sind völlig verrückt. Der Tod von Queen Elizabeth bringt das dänische Volk nicht in Staatstrauer."

Eine ähnliche Auffassung vertritt auch Jacob Heinel Jensen, Königshausexperte der dänischen Zeitung "B.T.": "Was gestrichen wird, ist der Ort, an dem die Menschen am meisten Gelegenheit haben, Königin Margrethe zu feiern". Wenn man schon Programmpunkte streicht, hätte man nach Jensens Sicht aus Respekt für die Queen alles absagen sollen. "Denn ich denke, dass es ein wenig unangebracht ist, sie umzusetzen."

Vergnügte Feier im "kleinen" Kreis

Ganz anders denkt der Historiker Lars Hovbakke Sørensen. Seiner Ansicht nach war es genau richtig, die feierlichen Höhepunkte ausfallen zu lassen:  "Es wäre ein falsches Signal an die Außenwelt, wenn man eine Massenfeier auf der Straße veranstalten würde", sagt er gegenüber "Berlingske".

Letztendlich war die Entscheidung, zumindest die überaus fröhlichen Aktivitäten zu streichen, wohl ein Kompromiss, mit dem alle leben können. Auch die schwedischen Royals König Carl Gustaf, 76, und Königin Silvia, 78, sowie das norwegische Königspaar König Harald, 85, und Königin Sonja, 85, nahmen an der Galaveranstaltung im Staatstheater teil. Königin Margrethe wirkte trotz der Trauer um ihre Cousine dritten Grades recht vergnügt.

Verwendete Quellen: danapress.com, Ekstra Bladet, B.T., Berlingske

jno Gala


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