König Carl Gustafs Geburtstagsfeier: Terrorangst vor der Schwedenfeier

Mitten in die Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag von König Carl Gustaf platzt diese Nachricht, die alle beunruhigt. Der schwedische Sicherheitsdienst Säpo fürchtet einen Terroranschlag in Stockholm

Ist die große, mehrtägige Geburtstagsfeier zu Ehren des schwedischen Königs Carl Gustaf in Gefahr?

Der schwedische Sicherheitsdienst Säpo hat Informationen des irakischen Geheimdienstes erhalten, dass sich sieben bis acht IS-Terroristen in Schweden aufhalten, die einen Anschlag in Stockholm planen sollen. Die Säpo nimmt die Informationen sehr ernst und hat einen Stab gebildet. Wie hoch das Risiko - auch aktuell ist - sei schwer zu beurteilen. Gerade wird daher der Informationsaustausch mit dem Irak intensiviert, schwedische Experten sind nach Irak gereist.

Aktuell herrscht Warnstufe 3

Nationale Einsatzkräfte in Schweden sind jedoch, Informationen der Zeitung Expressen zufolge, in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Terrorwarnstufe bleibt jedoch auf 3 für "erhöhte Warnstufe". Die Skala geht bis 5, ein Wert, der beispielweise vergangenen Monat in Brüssel direkt nach den Anschlägen am Flughafen und in der U-Bahn erreicht wurde. Erst im Februar 2016 wurde in Schweden die Gesetzgebung gegen Terrorgruppen verschärft. Das neue Gesetz sieht seitdem unter anderem zwei Jahre Haft für Reisen ins Ausland mit dem Ziel, sich einer Terrororganisation anzuschließen, vor. Training als Terrorist hat sechs Jahre Gefängnis zur Folge. Laut schwedischen Medien verließen nach Geheimdiensterkenntnissen seit 2013 mindestens 292 Menschen Schweden, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. 133 von diesen kehrten angeblich bereits wieder nach Schweden zurück - und sind eine potentielle Gefahr.

Tagelange Feierlichkeiten geplant

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Am Montag, 25. April, haben die einwöchigen Feierlichkeiten zu König Carl Gustafs 70. Geburtstag begonnen. Dazu werden am Freitag und Samstag viele hochrangige Gäste aus dem In- und Ausland in Stockholm erwartet, darunter auch viele Royals aus befreundeten Königshäusern. Ein Konzert und ein festliches Bankett in großer Robe stehen ebenso auf dem Plan wie ein Gottesdienst, Kontakt mit dem Volk, Blumen von Kindern und Winken vom Balkon. Das Königspaar Carl Gustaf und Silvia plant zudem eine Kutschfahrt durch Stockholm. Viele Ereignisse und Orte also, die Menschenmengen zulassen - und damit für Terroristen reizvoll sein können. Das gilt aber ebenso für den Geburtstag der britischen Queen Elizabeth in der vergangenen Woche und für den Königstag, den groß und öffentlich gefeierten Geburtstag von König Willem-Alexander der Niederlande nur wenige Tage vor Carl Gustaf, am Mittwoch, 27. April.

Wird den norwegischen Verwandten zur Absage geraten?

Die norwegische Polizei erwägt nach Angaben von "Danapress" offenbar gerade, der Königsfamilie abzuraten, am Wochenende nach Schweden zu reisen. Dem staatlichen norwegischen Fernsehen NRK zufolge wollten König Harald, Königin Sonja, Kronprinz Haakon, Prinzessin Mette-Marit, Prinzessin Märtha Louise und deren Mann Ari Behn eigentlich am Samstagmorgen ins Nachbarland reisen, doch nun ist der Plan infrage gestellt. Der norwegische Sicherheitsdienst hat die Aufgabe, die Sicherheitslage zu klären und spricht dann Empfehlungen an die Polizei in Oslo und an die Königliche Polizeieskorte aus. Unni Gröndahl von der Polizei Oslo zur "NRK": "Wir stehen in Kontakt mit den schwedischen und norwegischen Behörden und bewerten die Situation fortlaufend."

Der norwegische Hof hält sich bedeckt und sagt nur: "Wir geben nie einen Kommentar zu Fragen rund um die Sicherheit der Königsfamilie ab".

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Schweden will feiern

An den Plänen für die Feierlichkeiten wird dennoch in Stockholm derzeit festgehalten. Denn letztlich sind die royalen Großveranstaltungen immer Sondereinsätze mit ganz spezieller Sicherheitslage, die vorsichtig geplant und streng überwacht werden.

Gegenüber Expressen sagt Margareta Thorgren, Informationschefin des schwedischen Hofes: "Es ist immer so, dass die Sicherheitslage überwacht wird."

Nach Informationen der Tageszeitung "Dagens Nyheter" halten die schwedischen Sicherheitsbehörden es auch für möglich, dass das Finale des "Eurovision Song Contest" am 14. Mai in Stockholm Ziel von Anschlägen sein könnte.

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