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König Carl Gustaf Harte Kritik an Coronapolitik: "Wir haben versagt"

König Carl Gustaf
© Getty Images
Schwedens König Carl Gustaf findet deutliche Worte über die Coronapolitik seines Landes. Damit sorgt er nicht nur für Aufsehen, sondern auch für viel Erstaunen und Unverständnis.

König Carl Gustaf, 74, hat die Regierung seines Landes hart angegriffen. Hinsichtlich der Coronapolitik zeigt er sich uneinig mit den Entscheidern, geht sogar soweit zu sagen, man hätte versagt.

König Carl Gustaf ist entsetzt

Schweden hatte sich hinsichtlich Corona im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern für einen Sonderweg entscheiden. Während man am Anfang die Menschen selbst gewähren ließ und quasi kaum Regeln aufstellte, wollte man nachher vermehrt die Risikogruppen schützen. Doch der Plan ist angesichts der Zahlen gescheitert. Das sieht auch König Carl Gustaf so. Er findet in der "SVT"-Sendung "Das Jahr mit der Königsfamilie" deutliche Worte der Kritik gegenüber der Corona-Politik seines Landes:

Wir haben versagt. Eine große Anzahl von Mitmenschen ist gestorben und das ist fürchterlich. Wir leiden alle darunter. Ich finde es schrecklich angesichts all der verstorbenen Menschen. Und die Traurigkeit und die Frustration, die viele Menschen und Unternehmer plagen, die in den Knien liegen und sogar ihr Geschäft verloren haben. Es war ein schreckliches Jahr.

Angst vor Corona macht vor dem Palast nicht Halt

Mit Prinz Carl Philip, 41, und Prinzessin Sofia, 35, hat König Carl Gustaf zwei direkte Verwandte, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Er selbst musste mit seiner Frau Silvia in Quarantäne und noch immer ist die Angst vor dem Virus groß, so gibt er zu: "Ja natürlich, und in der letzten Zeit ist es immer näher gekommen. Das wünscht man sich nicht." 

Aussagen sind "aufsehenerregend"

Mit seinem Statement schlägt der schwedische Throninhaber eine aufsehenerregende Richtung ein, denn dass sich ein König gegen die Regierung positioniert, das ist höchst unüblich. Schwedische Journalisten werten seine Aussagen als "aufsehenerregend", sind sich sicher, dass sie Folgen haben werden. "Es ist außergewöhnlich, dass er sich so äußert, denn nach der Verfassung besteht seine Rolle darin, eine Symbolfigur zu sein", sagt etwa Henrik Wenander, Professor für öffentliches Recht, zum Sender "SVT" und ergänzt: "Der König sollte sich nicht auf eine Weise äußern, die so aufgefasst werden kann, dass er eine andere Linie als die Regierung hat."

Verwendete Quelle:Dana Press

Gala


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