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Dänische Royals Ein Bild sorgt für Streit

Dieses Gemälde der dänischen Königsfamilie hat der Künstler Thomas Kluge am Freitag im Amalienburgmuseum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Reaktionen darauf sind gemixt - von Begeisterung bis Abscheu ist alles dabei.
Dieses Gemälde der dänischen Königsfamilie hat der Künstler Thomas Kluge am Freitag im Amalienburgmuseum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Reaktionen darauf sind gemixt - von Begeisterung bis Abscheu ist alles dabei.
© Thomas Kluge/ Rosenborg Slot / Amalienborgmuseet/ via Facebook
Ein Gemälde der dänischen Königsfamilie, das nun im Museum von Amalienborg zu sehen ist, sorgt für heiße Diskussionen: Die Einschätzungen des Kunstwerkes reichen von gruselig bis großartig

Ist das Kunst oder soll das lieber auf den Dachboden? Das fragen sich die Dänen und mit ihnen die adelsinteressierte Facebookwelt seit Freitag (15. November), nachdem ein Gemälde der dänischen Königsfamilie im Museum erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden ist. Der Künstler Thomas Kluge stellte auf dem eher ungewöhnlichen Gemälde nicht die amtierende Herrscherin, Königin Margrethe, sondern den zweiten Thronfolger und Kronprinzen in spe, Prinz Christian, in den Mittelpunkt. Er steht, flankiert von seinen Großeltern Margrethe und Prinz Henrik, im Zentrum des Gemäldes, Margrethe jedoch leuchtet in ihrem roten Kleid und der üblichen elegant-lässigen Pose aus dem Dunkel des Bildes hinaus.

Links von ihm findet sich dann die Familie des kleinen Prinzen wieder - Prinz Frederik mit Prinz Vincent auf dem Arm, Prinzessin Mary mit der kleinen Prinzessin Josephine. Zu Füßen der amtierenden Monarchin hat Prinzessin Isabella Platz genommen. Auf der rechten Bildseite sieht der Betrachter die Familie von Margrethes zweitem Sohn, Prinz Joachim. Seine Frau Prinzessin Marie hält die kleine Prinzessin Athena auf dem Arm. Auf dem Boden spielen ihre Brüder Henrik, Nikolai und Felix und bauen möglicherweise so etwas wie einen roten Lego-Turm.

Der Hintergrund des Bildes suggeriert eine Platzierung der Gruppe im Gartensaal von Schloss Fredensborg. Das soll eine Brücke schlagen zum letzten bekannten Gruppenbild einer dänischen Königsfamilie, das aus den 1880er Jahren stammt und König Christian IX., seine Frau Königin Louise und ihre Familie zeigt, erläutert die Pressestelle des Hofes in einer Mitteilung . Auf dem seit Freitag öffentlichen Bild jedoch kann man vom Raum wenig erkennen, nur die Mauern und Tore im Hintergrund helfen bei der Orientierung. Die düstere Optik ist der größte Kritikpunkt an dem modernen Gemälde - die Beleuchtung der Figuren von unten erinnere an einen Horrorfilm, heißt es da. Insbesondere die sonst so fröhlichen Kinder wie Christian und auch Isabella mit ihrer Puppe und den hellen Geisteraugen kämen schlecht weg und sähen aus wie frisch aus einer Gruselgeschichte entsprungen. Prinzgemahl Henrik wirkt in seiner grünen Samtjoppe wie ein Playboy im Hugh-Hefner-Style und der nächste Mann auf dem Thron, Prinz Frederik, werde von keiner Person im Bild irgendwie beachtet, nicht einmal von seiner Frau.

Dieses Gemälde der dänischen Königsfamilie hat der Künstler Thomas Kluge am Freitag im Amalienburgmuseum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Reaktionen darauf sind gemixt - von Begeisterung bis Abscheu ist alles dabei.
Dieses Gemälde der dänischen Königsfamilie hat der Künstler Thomas Kluge am Freitag im Amalienburgmuseum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Reaktionen darauf sind gemixt - von Begeisterung bis Abscheu ist alles dabei.
© Thomas Kluge/ Rosenborg Slot / Amalienborgmuseet/ via Facebook

Dass ausgerechnet Königin Margrethe sich an etwas Ungewohntes und an Diskussionsstoff wagt, dürfte kaum verwundern - sie ist schließlich die große Künstlerin unter Europas Königen. Im Herbst hat sie zusammen mit ihrem Mann, Prinz Henrik, eine eigene Ausstellung künstlerischer Werke in Amalienborg kuratiert und entwirft beispielsweise die kunstvollen Monogramme neuer Mitglieder der Königsfamilie ebenso selbst wie sie auch den Blumenschmuck bei royalen Großveranstaltungen auswählt und koordiniert. Sie, die bei der Kleiderwahl so wenig Angst vor Farbe hat, zeigt nun, dass sie auch ungewöhnliche Ansichten und dunkle Töne nicht scheut.

Das Bild Kluges entstand zusammen mit anderen, so verrät der Hof weiterhin, im Verlauf von vier Jahren. Es eröffnet die Ausstellung "Königliche Porträts" im Amalienborg-Museum, die vom 16. November 2013 bis zum 2. März 2014 laufen wird. Danach soll das Bild seinen dauerhaften Platz im Gelben Salon von Schloss Fredensborg finden.

cfu

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