Prinzessin Caroline: Liebe, Krisen, Pflichtgefühl

Prinzessin Caroline feiert runden Geburtstag – und schaut auf sechs bewegte Jahrzehnte zurück. GALA zeigt die schönsten, aber auch traurigsten Momente der Prinzessin

Prinzessin Caroline

Fürst Albert, Fürstin Charlène + Co.

Eine Fürstenfamilie am Nationalfeiertag

Die Militärparade findet im Schlosshof statt, wo sie die Familie (mit den älteren Kindern) versammelt 8von links): Louis Ducruet, Prinzessin Stéphanie, Prinzessin Alexandra, Prinzessin Caroline mit Enkel Sacha, Fürstin Charlène, Fürst Albert, Andrea Casiraghi mit Tochter India, Tatiana Santo Domingo, Charlotte Casiraghi, Pierre Casiraghi und seine Frau Beatrice Borromeo.
Sacha, der kleine Sohn von Andrea Casiraghi und seiner Frau Tatiana, war im letzten Jahr schon einmal im Schlosshof dabei. Auch damals kümmerte sich Prinzessin Caroline um ihren Enkelsohn.
Sacha schaut ganz ernst zu.
Nicht mehr zu übersehen, bei Beatrice Borromeo wölbt sich etwas unter dem Mantel ...

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Geburtstage feiert sie gar nicht gern

Die der Kinder und Enkel zwar schon und durchaus überschwänglich, denn Familie ist ihr das Wichtigste – aber die eigenen eben nicht. Bereits beim 50. wollte sie keinen großen Wirbel darum machen. Und an diesem Montag, ihrem 60., ist es genauso.

Ja, richtig: Prinzessin Caroline wird 60!

Eine Figur wie ein Twen, ein gewinnendes, junges Lächeln: Kaum eine Frau der Welt ist so alterslos wie die Prinzessin von Hannover. "Super, wie sie hier auf Deutsch, Englisch und Französisch eine wunderbare Rede hält und so unglaublich gut dabei aussieht, total ungeliftet!", bemerkte manch aufgespritzte Society-Lady im Kaisersaal der Münchner Residenz.

Fürstin Charlène

Warum so traurig, Charlène?

Fürstin Charlène: Warum so traurig, Charlène?
©Gala

Prinz Rainier, Gracia Patricia und die Kinder Caroline und Albert im Winterurlaub in der Schweiz, 1960

Sie führt das Erbe ihrer Mutter weiter

Caroline kam im Frühjahr vergangenen Jahres nach Bayern, um zugunsten von Waisenkindern zu trommeln. Die Organisation Amade, 1963 von ihrer Mutter Fürstin Gracia Patricia gegründet, ist ihr neben dem Roten Kreuz und dem Monaco Dance Forum eine Herzensangelegenheit. Die Charity-Gene hat sie von der unvergessenen Mutter geerbt.

Eine einzigartige Persönlichkeit

Kaum ist sie da, füllt diese zierliche Frau den riesigen Raum. An Carolines Allure ändert auch die Lesebrille nichts. Stolz und Nahbarkeit, eine prickelnde Mixtur. Nach ihrer Rede gibt es keinen, den die Worte gleichgültig gelassen haben. "Ich liebe Deutschland und bin ja oft in München", sagt sie – und umarmt dann ihre besten Freunde Detlev Freiherr von Wangenheim und Leopold "Poldi" Prinz von Bayern.

Noch mit ihrem Ehemann Ernst August von Hannover war sie 2003 zu Gast bei Poldis 60. Geburtstag am Tegernsee, stilsicher im Dirndl. Bei Wangenheims Fest in dessen Kitzbüheler Haus trug sie ländlichen Loden-Look. Unter Freunden fühlt sie sich wohl, lacht, trinkt gern einen guten Wein. Herzlich umarmt sie bei Poldis Fest rund 30 Leute, spricht länger mit Königin Silvia von Schweden, die mit Gatte Carl Gustaf und den drei damals noch unverheirateten Kindern gekommen ist, über das Wichtigste der Welt: die nächste Generation.

Caroline ist unaufgeregt ausgelassen

Auch wenn sie oft im Mittelpunkt steht: Mittelpunktsbedürftig ist sie nie. Beim Geburtstagsfest von Allroundkünstler Bob Wilson in Berlin – beide sind seit Jahren befreundet – erlebt man sie ebenfalls losgelöst. Anders bei der Aidsgala in der Deutschen Oper, denn dort ist sie als eine Botschafterin ihres Landes. Prominente wie das Unternehmerpaar Werner und Maren Otto oder Politiker Klaus Wowereit stehen Schlange, um dem Gast aus Monaco vorgestellt zu werden. Knicks oder Handkuss für die Königliche Hoheit. Sie lächelt staatstragend – und hat für jeden Shakehands übrig.

Schicksalsschläge

Die Schicksalsschläge, die Annullierung der ersten Ehe mit Lebemann Philippe Junot, der Unfalltod ihrer Mutter und ihres geliebten zweiten Ehemanns Stefano Casiraghi, all das hat zwar Spuren in ihrem schönen Gesicht hinterlassen, aber eigentlich sieht man die nur, wenn sie eine ernste Miene macht. Nicht, wenn sie lächelt. Und das überwiegt. Wehe aber, man spricht sie auf Ernst August an, den abhanden gekommenen Ehemann …

Nach dem Tod ihres Vaters Rainier wird Caroline (hier bei dessen Beerdigung) im Palast mehr denn je gebraucht

Keine halben Sachen

Halbe Sachen mag Caroline nicht, keine gute Miene zum bösen Spiel. Das war schon bei der Hochzeit in Spanien so, als in Madrid der damalige Kronprinz Felipe die bürgerliche Letizia heiratete. Caroline zog solo in die Kirche ein, obwohl Ernst August an ihrer Seite hätte sein sollen. Wer mit Anfang 20 schon repräsentieren musste, weil die Mutter fehlte und der Vater allein so verloren war, der hat den souveränen Auftritt längst im Blut.

Rückzug ins Private

Was bei der bewundernswert leisen Trennung am wichtigsten war: Caroline schwieg klug. Während ihr Ex mittlerweile zurückgezogen auf seinem Gut Grünau in Österreich lebt, nimmt sie weiter ihre Pflichten in Monaco wahr. Empfänge, Bälle, Ballettpremieren – noch so eine Leidenschaft. Am liebsten ist sie mit ihrer jüngsten Tochter Alexandra in der Provence, in ihrem Haus in St. Rémy, wo sie sein kann, wie sie will. In Jeans und Hemd.

Große Hochzeit im Juli

Alexandra ist die Halbschwester von Ernst August junior, der im Juli nahe Hannover seine russische Freundin heiraten wird. Europas kompletter Hochadel wird erwartet, denn die Hannovers sind mit Windsors und vielen anderen nah verwandt. Caroline wird ihre Tochter, so sagt man, sicher begleiten. Es hat der Prinzessin stets gut gefallen, als Königliche Hoheit angesprochen zu werden, und so soll es auch bleiben. Sie versteht sich gut mit beiden Söhnen von Ernst August senior. Der wird, so hört man, nicht zur Hochzeit kommen, weil die Dinge nicht zum Besten stehen.

Die Königliche Hoheit und der Chanel-Zar

Mit niemandem sonst ist Caroline so vertraut wie mit Karl Lagerfeld. Ob beim Rosenball oder beim Rotkreuzball – ein unzertrennliches Duo, das sich viel (und oft Heiteres) zu erzählen hat. Er nennt sie "die größte Stil-Ikone", geistreich, elegant und humorvoll. Er könnte sich kein besseres Aushängeschild für seine Mode wünschen. Menschen wie PR-Lady Alexandra von Rehlingen, die Caroline sehr gut kennen, rühmen ihre spitze Schlagfertigkeit, die nur solche Menschen haben, die schnell und unabhängig denken.

Unvergessen die Szene, als sie Karl beim Rosenball die ersten Handyfotos ihres gerade geborenen Enkels Sasha zeigte und beide über die große Ähnlichkeit mit der Omi verblüfft waren. Für die inzwischen drei Enkel ist Caroline die "Nonna", italienisch für Großmutter.

"Nonna" wird Caroline von ihren Enkeln genannt, italienisch für Großmutter. Hier hat sie India auf dem Arm, die Tochter ihres Sohnes Andrea

Großmutter?

Ein Begriff, so weit weg von dem Wort Rebellin! Das sei Caroline als Jugendliche gewesen, sagen Freunde. Man kann es immer noch erahnen. Eine Frau, die sich in keine Schablone pressen lässt, die immer eine Meinung und zu vielem was zu sagen hat. Schönheit und Klugheit gehen eben doch mitunter zusammen.

Herzliches Verhältnis zu Charlène

Aber ihr Feind möchte man nicht sein. Niemand, das versichert ein Ex-Freund, kann einem so die kalte Schulter zeigen wie Caroline. Allen Gerüchten zum Trotz erlebt man auf Bällen in Monte Carlo und Festen in Paris jedoch oft, dass sie herzlich mit ihrer Schwägerin Fürstin Charlène umgeht. Sie hat der Südafrikanerin wohl auch alles erklärt, worauf es im Zwergstaat Monaco ankommt, hat ihr Verwandte und Freunde vorgestellt. Ein harmonisches Duo. Zumindest nach außen. Aber schließlich ist, wie Caroline sagt, ihr Bruder Fürst Albert "der beste Bruder", den sie sich vorstellen kann.

Und für die Familie gibt sie alles.

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