Pauline Ducruet: Ihre Oma ist ein Vorbild für sie

Pauline Ducruet, die Tochter von Prinzessin Stéphanie von Monaco, spricht in GALA über ihren Job als Designerin und ihren berühmten Clan.

Das Gespür für Mode liegt in der Familie: Paulines Großmutter Fürstin Gracia Patricia war es, die Stil, Eleganz und Glamour nach Monaco brachte. Für sie persönlich, sagt Pauline Ducruet, 25, im Gespräch mit GALA, sei Mode vor allem die Möglichkeit, Stimmungen auszudrücken. Die Tochter von Prinzessin Stéphanie von Monaco, 54, ist sichtlich stolz auf ihr Label Alter Designs (etwa: "Andere Entwürfe"), das im Juni in Paris Laufstegpremiere feierte.

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Paulines Stücke sind No-Gender. Heißt: Jedes Teil gibt’s nur in einer Einheitsgröße, und alles soll von Frauen wie Männern getragen werden. Das gilt auch für Röcke oder Kleider. Praktisch, wenn Freund und Freundin den Inhalt ihres Kleiderschranks auf diese Weise teilen können! Pauline bedient sich allerdings woanders, wie sie im Interview verrät.

Pauline Ducruet: "Ich trage kaum Fast Fashion"

GALA: Wie entstand die Idee zu Ihrer Modemarke Alter Designs?
Pauline Ducruet: Als ich noch Studentin an der Parsons School war (eine Designschule in New York; Anm. d. Red.), habe ich ein altes Jeans-Lager aufgekauft und begonnen, Vintage-Stücke neu zu verarbeiten. Später habe ich mich zusätzlich auf die Unisex-Idee konzentriert.

Seit wann interessieren Sie sich für Mode?
Schon seit ich denken kann! Richtig "schlimm" wurde es, als ich in die Schule kam und meine Kleidung ab sofort jeden Morgen selbst aussuchen wollte. Ich erinnere mich gut daran, dass meine Mutter sich das anders dachte: Sie wollte mir immer meine Sachen für den nächsten Morgen rauslegen. Aber das kam für mich nicht infrage. Ich hatte damals schon eine sehr genaue Vorstellung davon, was ich anziehen will und was nicht. Und ich habe dann damit angefangen, Kleider für meine Puppen zu nähen.

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?
Ich habe sehr viele einfache, klassische Stücke im Schrank, die ich durch Accessoires aufpeppe. Und ich trage kaum Fast-Fashion. Viele meiner Sachen sind Vintage. Teile, die ich unauffällig aus dem Schrank meiner Mutter habe mitgehen lassen.

Ihre Mutter hat am meisten Einfluss auf sie gehabt

Der Kleiderschrank Ihrer Mutter übt also eine große Anziehungskraft auf Sie aus?
Oh ja! Davor habe ich eine Menge Zeit verbracht. Auch heute mache ich das noch. Sie hat so eine Ecke, wo sie ihre Sachen aus den Achtzigerjahren aufbewahrt. Davor stand ich früher immer mit großen Augen. Die Abend­roben haben mich weniger interessiert, mehr ihre Doc-Martens. Oder auch die Lederjacken, die sie getragen hat, als sie 19 war.

Das hat Ihre Mutter alles aufbewahrt?
Viele Sachen sind bei ihren zahlreichen Umzügen verloren gegangen. Aber die schönsten Teile hat sie zum Glück behalten.

Gibt es insgesamt gesehen ein Stück, an dem Sie besonders hängen?
Ich habe einen camelfarbenen Mantel von Givenchy aus den Sechzigerjahren, der meiner Großmutter gehörte. Meine Tante Caroline hatte ihn im Kleiderschrank hängen. Sie hat ihn mir zu Weihnachten geschenkt, als ich 19 war. Ich trage ihn zwar nicht oft, weil er empfindlich ist. Aber er ist eines der Highlights meiner Garderobe.

Pauline Ducruet

So wild wie die Mutter

Pauline Ducruet

Ihre Großmutter Gracia Patricia gehörte schon zu ihrer Zeit als Hollywood-Star Grace Kelly zu den weltweit gefeierten Stil-Ikonen. Ist sie modisch gesehen ein Vorbild für Sie?
Natürlich ist sie ein Vorbild für mich, wie sie das vermutlich für viele von uns ist. Aber sie ist eine Ikone aus der Ver­gangenheit. Meine Mutter hat sicher mehr Einfluss auf mich gehabt. Sie hat mich an die Mode herangeführt, hat mir gezeigt, wie man seinen eigenen Stil findet und sich behauptet.

Ihre Familie unterstützt sie

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Mode zum Beruf machen wollen?
Ich wusste schon ziemlich früh, dass ich in diesem Bereich arbeiten will. Am Anfang wollte ich eher Mode­journalismus und Styling machen. Aber dann bin ich für ein Praktikum bei der "Vogue" nach New York ge­gangen, und da ist mir schnell klar geworden, dass mir der kreative Part fehlt. Also habe ich mich an der Parsons School of Design beworben.

Wie fanden Ihre Eltern Ihre Entscheidung, Designerin zu werden?
Meine Mutter hat mir immer gesagt, das Wichtigste ist, dass ich glücklich bin – und dass ich morgens aufwache und mich auf meine Arbeit freue. Meine Eltern unterstützen mich zu hundert Prozent bei allem, was ich tue.

Bei Ihrer ersten Modenschau im Sommer war fast die ganze Familie anwesend.
Das war eine große Überraschung! Ich hatte ihnen natürlich gesagt, dass die Show an diesem Tag stattfindet, aber ich wusste nicht, dass sie alle kommen würden. Daher auch die Emotionen, als ich am Ende auf den Laufsteg kam und alle in der erste Reihe sitzen sah.

Aber dass Ihre Mutter da sein würde, wussten Sie doch bestimmt?
Das ja. Meine Mutter hätte diesen Augenblick um nichts in der Welt ver­passt. Aber dass sie dann alle kamen, hat mich sehr berührt.

Profitieren Sie in solchen Momenten von Ihrer berühmten Familie?
Natürlich ist es ein Vorteil. Das Medien­interesse ist viel höher als bei einem Durchschnittsbürger. Die Leute schau­en einfach mehr hin. Aber gleichzeitig ist auch der Druck für mich höher, weil sich manche vielleicht denken, dass ich nur dort hingekommen bin, weil ich "die Tochter von" bin. Trotzdem sehe ich eher den Vorteil.

Sie haben auch das Brautkleid Ihrer Schwägerin designt. Wie kam es dazu?
Als Louis und Marie nach ihrer Ver­lobung aus Vietnam zurückkamen, hat mich Marie sofort gefragt, ob ich das machen will. Wieder so ein emotio­naler Moment. Es war eine riesige Ehre für mich, auf diese Art und Weise Teil der Hochzeit meines Bruders sein zu dürfen.

Keine Rückkehr nach Monaco

Sie wohnen seit einigen Jahren in New York. Wollen Sie irgendwann nach Monaco zurückkehren?
Derzeit kann ich mir das nicht vor­stellen. Auch wenn ich gern zu Hause bin, um meine Familie zu besuchen. Aber ich liebe Großstädte. Ich fühle mich wohl zwischen Paris und New York, wo ich die meiste Zeit verbringe.

Wie sehen Sie Ihre Rolle in Monaco als Teil der Fürstenfamilie?
Ich habe natürlich repräsentative Pflichten, nicht nur meiner Familie, sondern auch meinem Land gegenüber. Das wird immer zu meinem Leben ge­hören. Und ich übe diese Pflichten mit sehr viel Stolz und Ehrgefühl aus.

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