Fürst Albert von Monaco: Plötzlich kommt ein Familiengeheimnis ans Licht

Fürst Albert von Monaco sieht sich plötzlich mit einem Familiengeheimnis konfrontiert. Im Mittelpunkt: die Tochter einer Cabaret-Tänzerin – und die Thronfolge

Fürst Albert von Monaco

Monacos erste Familie war immer schon reich an Dramen. Angefangen bei Grace Kelly, die den Glamour in den Zwergstaat brachte, dafür aber ihr geliebtes Hollywood aufgeben musste. Und dann ihre Kinder: Carolines annullierte erste Ehe, Stéphanies Hang zu Leibwächtern und Zirkusartisten, die zwei unehelichen Nachkommen von Albert. 

Fürst Albert von Monaco soll nicht der rechtmäßige Regent sein

Verglichen aber mit dem Spektakel, das sich derzeit rund um den 60-jährigen Fürsten abspielt, wirken all diese Dramen fast wie Petitessen. Es geht um Macht, Sex und sehr viel Geld. Ein französischer Graf namens Louis de Causans, 44, behauptet, er – und nicht Albert – sei der rechtmäßige Regent von Monaco. Jetzt wolle er zumindest "die Familienehre wiederherstellen". Die kann der Graf sogar exakt beziffern: Er fordert 351 Millionen Euro Schadenersatz. 

Pflicht erfüllt: Durch ihre Zwillinge haben Albert und seine Frau Charlène die Nachfolge in Monaco ordentlich gesichert.

Wie eine Affäre die Thronfolge veränderte 

Wie er seine Ansprüche auf den Thron begründet? Es geht um eine Liebesaffäre  in Nordafrika und das daraus entstandene Kind. Ausgangspunkt ist Fürst Alberts Urgroßvater Louis II., der unter anderem (das sollte später noch sehr wichtig werden) deutsche Vorfahren hatte. Er regierte Monaco bis zu seinem Tod 1949. Eheliche Nachkommen gab es nicht, dafür das besagte Kind aus seiner Sturm-und-Drang-Zeit: Als 20-Jähriger hatte Louis mit einer algerischen Cabaret-Nackttänzerin eine Tochter gezeugt, Charlotte. Nach Louis’ Ableben hätte Monacos Thron rechtmäßig an den nächsten männlichen Verwandten gehen müssen. Das war nun aber ausgerechnet ein Herzog aus Deutschland, ein Vorfahr des jetzt klagenden Grafen. 

Ist Fürst Albert nur aufgrund eines Kunstgriffes auf dem Thron?

Monacos großer Bruder Frankreich sah in dem Herzog alles andere als die Top-Lösung fürs Fürstentum. Ein Deutscher? Mon dieu, nach all den Kriegen! Also mischte sich Frankreich in die monegassische Nachfolgefrage ein und machte die uneheliche Charlotte per Gesetz zu einer Prinzessin von Monaco. Heißt: Der deutsche Herzog und alle, die in seiner Familie nach ihm kamen, waren raus aus dem dynastischen Spiel. Dafür wuchs ein neuer Zweig des Stammbaums. Denn Charlotte, die plötzliche Prinzessin, ist niemand anderes als die Großmutter des heutigen Fürsten Albert. "Mein Cousin kam nur durch diesen Kunstgriff auf den Thron!", beschwert sich der klagende Graf. 

Das Familiengeheimnis wurde lange geheim gehalten

Er betont aber gleichzeitig, nicht Albert als Person sei Ziel seines juristischen Angriffs, sondern der französische Staat. Zurzeit liegt die Klage beim Außenministerium in Paris. "Dort muss unser Vorstoß bis zum 2. September angenommen oder abgelehnt werden", erläutert sein Anwalt. Für Albert wäre ein Rechtsstreit wohl irrelevant. Rückwirkend kann man ihn nicht vom Thron stoßen. Eine Sache indes dürfte den Fürsten sehr verstimmen. Dass er eine Nackttänzerin zur Urgroßmutter hatte und welches persönliche Drama dahintersteckt – das war bisher ein Familiengeheimnis. Der sehr entfernte Cousin hat es nun öffentlich gemacht.

Jacques, Gabriella, Pierre + Co.

Die Thronfolge in Monaco

1. Prinz Jacques, Marquis von Baux, der älteste Sohn von Fürst Albert und Fürstin Charlène
2. Prinzessin Gabriella, Gräfin von Carladès, Tochter von Fürst Albert und Fürstin Charlène. Obwohl sie einige Minuten älter ist als ihr Zwillingsbruder Prinz Jacques rangiert sie hinter ihm.
3. Prinzessin Caroline von Hannover, Tochter von Rainer III von Monaco und Fürstin Grazia Patrizia, somit Schwester von Fürst Albert II.   Die Prinzessin ist verheiratet mit Prinz Ernst August von Hannover.
4. Andrea Casiraghi, Sohn von Prinzessin Caroline von Hannover und Stefano Casiraghi  Verheiratet ist er mit Tatiana Santo Domingo.

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