Fürst Albert: Skandal im Fürstentum

Fürst Albert kämpft mit einem brisanten Justizskandal. Darf er zulassen, dass ein superreicher Oligarch Monacos Beamte und Minister besticht?

Fürst, Albert, Fürstin Charlène

Als er vorige Woche beim Treffen der Vereinten Nationen in New York auftrat, ging Albert von Monaco, 59, ganz in der Rolle des Staatsmanns auf. Auch wenn sein Land nur rund 38.000 Einwohner zählt und auch flächenmäßig eins der kleinsten der Erde ist – der Fürst möchte von den Großen der Welt ernst genommen werden. Daher bemüht er sich seit seinem Amtsantritt vor zwölf Jahren, das Ansehen Monacos zu verbessern. Eine Steueroase für Reiche und zwielichtige Firmen? Viel lieber sieht der Fürst seine Heimat als Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Korruption und Geldwäsche hat er den Kampf angesagt.

Brisanter Vorwurf

Ein hehres Vorhaben, das jetzt einen herben Dämpfer bekommen hat. Monaco steckt in einem Skandal, der den Fürsten an einer seiner empfindlichsten Stellen trifft: seiner Integrität. Alles beginnt Mitte September mit einem Enthüllungsartikel in der französischen Tageszeitung "Le Monde". Der Vorwurf: Die monegassische Polizei und Justiz lassen sich von einem russischen Oligarchen bestechen. Nur wenige Stunden später tritt Monacos Justizminister Philippe Narmino, 63, zurück, was Fürst Albert zunächst so begründet: "Angesichts der laufenden Medienkampagne, die unsere Justiz beschmutzen soll, wollen wir so den ordentlichen Gang des Verfahrens sichern." In Wahrheit kann von einer Kampagne nicht die Rede sein.

Fürstin in Champagnerlaune

So haben wir Charlène von Monaco noch nie gesehen!

Fürstin in Champagnerlaune: So haben wir Charlène von Monaco noch nie gesehen!
Wie es hinter der Fassade aussieht, lässt Fürstin Charlène die Öffentlichkeit nur selten mitbekommen. Beim Großen Preis von Monaco machte die sonst so zurückhaltende Frau von Fürst Albert aber eine Ausnahme.
©Gala

Macht der Superreichen

"In Monaco herrschen ganz eigene Gesetze", sagt ein Insider, der seit mehr als zehn Jahren im Fürstentum lebt, zu GALA. "Die Superreichen bekommen immer mehr Einfluss, weil sie durch ihr Geld die Möglichkeit haben, die Menschen zu verführen. Sie locken mit Jachten, Flugzeugen und Einladungen zu Mega-Partys, und nur wenige Leute können dem widerstehen." Dies sei ein ganz generelles Problem in dem Zwergstaat: "Die Milliardäre kaufen wichtige lokale Geschäfte und teuere Immobilien. Außerdem sichern sie sich den Zugang zur Fürstenfamilie, indem sie große Summen an deren Stiftungen spenden."

Welche Rolle spielt Dmitri Rybolowlew?

Ganz ähnlich hat es auch Dmitri Rybolowlew, 50, gemacht, der jetzt im Zentrum des aktuellen Monaco-Skandals steht. Mit einem Vermögen von rund zehn Milliarden Euro ist er einer der reichsten Männer der Welt. 2011 zog er ins Fürstentum und erwarb sogleich die Mehrheit des Fußballklubs AS Monaco. Seitdem steht er bei jedem Heimspiel in der VIP-Loge neben Fürst Albert, dem die übrigen Anteile gehören. Zuletzt hatten die Männer hier reichlich Grund zu feiern. Sorgte Rybolowlew doch dank dreistelliger Millioneninvestitionen für ein Fußballwunder: Monaco wurde französischer Meister und erreichte das Halbfinale der Champions League.

Fürst Albert und Dmitri Rybolowlew

Rechtsstreit mit Yves Bouvier

Ausgerechnet der Mann, dem man in Monaco so viel zu verdanken hat, bringt jetzt den Ruf des Fürstentums in Gefahr. Dass Rybolowlews Einfluss auch außerhalb des Sports immer größer wurde, kam ausgerechnet durch eine Unachtsamkeit seiner eigenen Anwältin ans Licht. Die Hintergründe: Seit 2015 ist der Oligarch in einen spektakulären Rechtsstreit mit dem Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier, 54, verstrickt. Mit dessen Hilfe baute der Russe eine hochkarätige Kunstsammlung auf, bis aufflog, dass Bouvier für viele Werke stark überhöhte Preise berechnet hatte. Insgesamt geht es um knapp eine Milliarde Euro.

Bestechung im Fürstentum

Um Bouvier zu belasten, überließ Rybolowlews Anwältin einem Richter ihr Handy, mit dem sie ein Gespräch der Männer mitgeschnitten hatte. Dummerweise fand der Richter auf dem Telefon auch zahlreiche Hinweise darauf, dass der Russe seit Jahren Monacos Beamte bestach: Per E- Mail bedankten sich diese für großzügige Geschenke und Einladungen zu Luxusreisen. Und ihr Dank ging noch weiter: 2015 nahmen monegassische Polizisten den Schweizer Kunsthändler im Fürstentum fest – just als dieser unterwegs zu einem Treffen mit Rybolowlew war. Zufall? Wohl kaum. Monacos Justizminister hat die einzig richtige Konsequenz aus dem Skandal gezogen. Aber was ist mit dem Oligarchen? Und Fürst Albert muss sich fragen: Wie viel Macht dürfen die Milliardäre in Monaco eigentlich haben?

Fürst Albert + Fürstin Charlène

Der Fürst und die schöne Schwimmerin

4. November 2019  Auf Instagram veröffentlicht Fürstin Charlène Schulfotos von ihren Kindern Prinz Jacques und Prinzessin Gabriella. 
4. November 2019  Die klassischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Jacques und Gabriella machen sich sicherlich gut an den Wänden des Grimaldi-Palastes. 
4. November 2019  Wie auch ihr Bruder Prinz Jacques trägt auch Prinzessin Gabriella für die Porträts ein helles Poloshirt. 
29. Oktober  "Hatten heute einen wundervollen Tag in einer japanischen Schule", schreibt Fürstin Charlène zu einem Schnappschuss von ihrer Tochter, Prinzessin Gabriella. Die fühlt sich inmitten der Kinder sichtlich wohl. 

244


Themen

Erfahren Sie mehr:

Palastgeflüster: Das machen die Royals