Europas Thronfolgerinnen: Die Generation Königin

Fast alle europäischen Monarchien haben die Gleichberichtigung bei der Thronfolge beschlossen. Die Konsequenz: In der nächsten Generation sitzen fast nur Königinnen auf dem Thron. Wird dann alles besser?

Prinzessin Ingrid Alexandra

Ende März, als man noch nicht wusste, ob das zweite Kind von William und Kate ein Junge oder ein Mädchen wird, trat in Großbritannien ein neues Thronfolgegesetz in Kraft: Nach Jahrhunderten schaffte es die Bevorzugung männlicher Nachkommen ab. Nun ist klar, dass alle zukünftigen Geschwister von George nicht mehr aufgrund ihres Geschlechts auf ihren Plätzen in der Thronfolge bleiben – oder eben von dort verdrängt werden. Ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung.

Bereits vor zwei Jahren hatte das britische Parlament die Änderung auf den Weg gebracht. Doch bevor sie wirksam werden konnte, mussten noch die anderen Länder des Commonwealth zustimmen. Bis auf Spanien und Monaco haben mittlerweile alle europäischen Monarchien die Prinzessinnen den Prinzen gleichgestellt. Und da im vergangenen Jahrzehnt in den meisten royalen Familien zufällig zuerst Mädchen auf die Welt kamen, ist die Zukunft der Monarchie weiblich. Ingrid Alexandra von Norwegen, 11, Leonor von Spanien, 9, Estelle von Schweden, 3, Amalia der Niederlande, 11, und Elisabeth von Belgien, 13, bilden eine Generation künftiger Königinnen, die Europa prägen wird.

Herzogin Meghan + Prinz Harry

Ihr ganz persönlicher Cinderella-Moment

Harry und Meghan
Auch Harry und Meghan sind in ihrem Leben bestimmt schon viele Peinlichkeiten passiert. Doch dieses Mal ist es jemand Anderes der für ein kleines Fauxpas sorgt. So überfordert mit einer Situation, sieht man die Royals selten.
©Gala

Veraltete Ansichten

Schwedens amtierender König Carl Gustaf vertrat vor 35 Jahren noch die Meinung, dass Frauen für den verantwortungsvollen Posten an der Spitze des Staates ungeeignet seien. Als der schwedische Reichstag 1980 die bis dahin ausschließlich männliche Erbfolge aufhob, war Prinzessin Victoria zwei Jahre alt, ihr Bruder Carl Philip sieben Monate. Der König machte keinen Hehl daraus, dass er lieber seinen Sohn als Nachfolger gesehen hätte. Und tatsächlich hatte es Victoria in ihrer Jugend dann nicht einfach, mit der Rolle als Kronprinzessin klarzukommen. Als Teenager litt sie unter einer Essstörung. Erst nach einem längeren Studienaufenthalt in den USA, wo sich niemand für ihre Herkunft interessierte, konnte sie den vorgezeichneten Weg akzeptieren. Heute ist Victoria das mit Abstand beliebteste Mitglied der Königsfamilie.

Hätten die Schweden nicht die Aussicht darauf, dass sie die nächste Regentin wird, würden die meisten die Monarchie am liebsten gleich abschaffen. Das Image von Carl Gustaf ist schwer ramponiert, seit vor fünf Jahren die Skandalbiografie "Der widerwillige Monarch" erschien. Sie enthüllte unter anderem seine angebliche Affäre in den Neunzigerjahren mit Army-Of-Lovers-Sängerin Camilla Henemark . Auch in Spanien steht der Fortbestand der Monarchie auf der Kippe, weil der alte König nachlässig mit dem Vertrauen der Bevölkerung umging. Vor einem Jahr dankte Juan Carlos ab. Zu sehr hatte sein Ansehen unter der unrühmlichen Elefantensafari mit seiner deutschen Freundin und dem Korruptionsskandal um Tochter Cristina gelitten. Zudem beschäftigte sich bis vor Kurzem das Oberste Gericht mit zwei Vaterschaftsklagen gegen Juan Carlos. In Belgien läuft ein ähnlicher Prozess gegen Ex-König Albert. Und der monegassische Fürst gleichen Namens hat schon vor Jahren zwei uneheliche Kinder offiziell anerkannt.

Monarchinnen sind die besseren Monarchen

Affären und Skandale: So etwas kommt bei den royalen Kolleginnen nicht vor. Die Queen, Königin Margrethe von Dänemark, die ehemalige Königin Beatrix der Niederlande – sie alle gelten als außerordentlich diszipliniert. Dementsprechend beliebt sind sie bei der Bevölkerung. Völlig abwegig die Idee, sie wären für den verantwortungsvollen Posten an der Spitze des Staates nicht geeignet. Dass Monarchinnen die besseren Monarchen sind – dieser Gedanke liegt nahe, wenn man sich die Königinnen der jüngeren Zeit anschaut. Offenbar fällt es ihnen leichter, ihr Ego zurückzustellen. Sie möchten lieber dem Volk dienen anstatt zu herrschen.

Elisabeth, Catharina-Amalia, Ingrid Alexandra + Co.

Generation Königin

Königin Silvia genießt mit ihrer ersten Tochter im August 1977 den Sommer auf Schloss Solliden.
Schon ganz früh zeigt die kleine Prinzessin ihr Herz für Tiere und weicht dem Familienhund nicht von der Seite.
Am 14. Juli 1977 bringt Königin Silvia von Schweden ein Mädchen zur Welt, das auf den Namen Victoria Ingrid Alice Désirée getauft wird. Schwedens küftige Königin ist sie noch nicht. Dazu wird sie erst durch eine Änderung der Erbfolgeregelung 1980. Ihr jüngerer Bruder Carl Philip und Schwester Madeleine kommen auf Platz zwei und drei.
Prinzessin Victoria feiert 1995 ihren 18. Geburtstag. Zu diesem Anlass kommt die royale Verwandtschaft zum Gratulieren, darunter Harald von Norwegen und Ehefrau Sonja und Königin Ingrid von Dänemark, die Mutter von Königin Margarethe.  Victoria macht ein Jahr später ihr Abitur und beginnt ihr Studium, das sie zunächst in Frankreich und schließlich in die USA führt. Zu ihrer Ausbildung gehören außerdem Praktika bei der Regierung, im Parlament und bei den Vereinten Nationen.

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Auf der anderen Seite gilt: Frauen haben es auf dem Thron eher schwerer als Männer, denn sie stehen – Personal hin oder her – vor ähnlichen Herausforderungen wie bürgerliche Frauen, die Beruf und Familie unter einen Hut bekommen wollen. Hinzukommt, dass die Option, zugunsten der Karriere auf Kinder zu verzichten, für Thronfolgerinnen und Königinnen entfällt. Sie müssen Babys in die Welt setzen, um die Dynastie zu sichern. Empfänge und Bankette, Reisen durchs eigene Land und Besuche in aller Welt – der Job als Staatsoberhaupt ist alles andere als familienfreundlich.

Der Job ist nicht familienfreundlich

Das erlebte auch Königin Elizabeth als junge Frau. Als ihr Vater starb, war Charles drei Jahre alt und seine Schwester Anne sogar erst ein Jahr. Schweren Herzens gab die Queen ihre Kinder in die Obhut der Nannys. Oft sah sie die Kleinen wochenlang nicht. Auch Schwedens Königin Silvia kennt das Dilemma. Das erklärt, warum sie jetzt auf keinen Fall will, dass ihr Ehemann Carl Gustaf abdankt: "Als Mutter möchte ich, dass meine Tochter, die Kronprinzessin, genug Zeit hat, ihre Kinder in Ruhe aufwachsen zu sehen." Wie auch immer Victoria ihre großen Aufgaben anpacken wird – da sie in ihrer Generation die einzige Frau unter lauter männlichen Thronfolgern und Königen ist, ist sie ein wichtiges Vorbild. Nicht nur für ihre Tochter Estelle, sondern auch für Elisabeth, Leonor, Amalia und Ingrid Alexandra.

Royaler Nachwuchs

Die kleinen Königskinder

Prinzessin Josephine strahlt beim Blick über eine knallgelbe Lego-Burg.
Zwei so bezaubernde Prinzessinnen wie Sofia und Leonor (r.) müssen für den spanischen Nationalfeiertag auch angemessen gekleidet sein. Prinzessin Sofia trägt ein süßes Tweed-Kleid der Luxus-Kindermarke Pili Carrera und Sofia leuchtet schön in einem roten Kleid aus der Sommer-Kollektion 2017 von Carolina Herrera mit passenden Cardigan.
10. September 2017  Der kleine Prinz Oscar guckt ziemlich verschlafen aus seinem Kinderwagen. 
1. September 2017  Stylisches Doppel: Die Zwillinge Jacques und Gabriella ziehen beim Picknick im "Princess Antoinette Park" in weißen Jeans, Adidas-Sneakern und rot-weiß gestreiften Poloshirts alle Blicke auf sich. 

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