Zara Phillips: Team Royal

Am Wochenende kämpft Queen-Enkelin Zara Phillips um olympisches Gold im Vielseitigkeitsreiten. Damit steht sie in einer großen Tradition königlicher Olympioniken, von Harald von Norwegen über Spaniens Juan Carlos bis zu Albert von Monaco

Aufgeregt sei sie vor dem Start der Olympischen Spiele,

sagte Zara Phillips kürzlich im Interview: "Ich fühle mich sehr geehrt, antreten zu dürfen, aber ich bin auch nervös." Schließlich tritt die erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin in große Fußstapfen.

Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass sich eine prominente Königliche für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte. Zuletzt nahm Kronprinz Felipe von Spanien an den Spielen 1992 in Barcelona als Segler teil. Die Reihe der blaublütigen Olympioniken reicht aber viel weiter, von Juan Carlos von Spanien über Harald von Norwegen bis Albert von Monaco. Und natürlich Zaras eigener Mutter: 1976 ritt Prinzessin Anne bei den Olympischen Spielen in Montreal, ebenfalls im Vielseitigkeitswettbewerb. Zaras Vater Mark Phillips gewann 1972 in München mit dem britischen Team sogar Gold.

Olympische Spiele

Königliche Olympioniken

Zara Phillips: Zara Phillips Im dritten Anlauf hat die Tochter von Prinzessin Anne es geschafft: Nachdem Zara 2004 und 2008 nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen konnte, weil ihr damaliges Pferd Toytown sich verletzte, ist sie jetzt In London dabei. Die Weltmeisterin von 2006 will mit ihrem neuen Pferd (passender Name: High Kingdom) Gold gewinnen. Die Wettbewerbe im Vielseitigkeitsreiten finden vom 28. bis 31. Juli im Greenwich Park statt.
Prinzessin Anne
Mark Phillips
König Harald

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Beste Voraussetzungen also für die 31-Jährige die auf dem Gestüt ihrer Eltern Gatcombe Park in Gloucestershire aufwuchs und von klein auf nichts als Pferde im Kopf hatte. Seit März lässt sie sich von ihrem Bruder Peter und seiner neu gegründeten Sportfirma SEL UK managen, die auch ihren Ehemann, Rugby-Nationalspieler Mike Tindall, unter Vertrag nehmen will. "Ich habe Glück, dass meine Familie mich so unterstützt", sagte Zara dem "Evening Standard". Bei den Spielen im eigenen Land hat sie die Briten geschlossen hinter sich. Bis auf einen: "Mein Vater trainiert die Amerikaner, deshalb reden wir bis nach Olympia nicht mehr miteinander", verriet sie. "Für ihn zählt jetzt nur der Wettkampf."

Sonderbehandlung? Unerwünscht! Zara wohnt genau wie ihre vier Teamkollegen im Olympischen Dorf im Osten Londons. Überhaupt, so die Queen-Enkelin, wolle sie nicht nach ihrer Herkunft beurteilt werden, sondern nach ihrer sportlichen Leistung. Ein Wunsch, der viele königliche Leistungssportler eint. "Was ich am Segeln so mag, ist, dass der Wind mich genauso behandelt wie jeden anderen", sagte Norwegens König Harald einmal. Und Fürst Albert von Monaco, der als Bobfahrer fünfmal an Olympischen Spielen teilnahm, bekannte im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": " Sport auf diesem hohen Level baut dein Selbstvertrauen auf, er hilft dir, Freundschaften und Beziehungen zu anderen Menschen zu knüpfen, und lässt dich selbst sehr brutal erkennen, wer du wirklich bist."

Nicht als Sportler, sondern als Funktionäre sind der niederländische Kronprinz Willem Alexander und Kronprinz Frederik von Dänemark beiden Spielen dabei; beide gehören dem Internationalen Olympischen Komitee an. Dass Frederik ein großes Herz für den Sport hat, liegt auch an seiner Ausbildung als Kampfschwimmer. Sie habe ihm geholfen, damit aufzuhören, sich für seine königlichen Privilegien zu entschuldigen, erklärte er kürzlich.

Eine ganz andere Einstellung zum Sport besaß offenbar ein sehr früher "Vorgänger" von Albert, Zara und Co.: Kaiser Nero trat im Jahr66 n. Chr. in Olympiaan, unter anderem als Wagenlenker eines Zehnspänners. Zwar stürzte er vom Wagen, zum Sieger erklärte er sich trotzdem.

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