Zara Phillips: Runter vom Ross

Zara Phillips, Enkelin der Queen, ist schwanger und steigt dennoch weiter aufs Pferd - das nehmen der werdenden Mutter viele übel, in den Kommentaren zu Zeitungsartikeln wird die Nummer 15 der Thronfolge als dumm und veranwortungslos beschimpft

Zara Phillips, die Enkelin der Queen und Ehefrau von Sportler MIke Tindall, ist Reiterin. Das ist ihr Beruf - und davon will sie sich auch durch die Tatsache nicht abbringen lassen, dass sie sich derzeit im zweiten Drittel ihrer ersten Schwangerschaft befindet. Die erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin, die für ihren Sport und die Olympiateilnahme 2012 zunächst auf konkrete Babypläne nach ihrer Hochzeit im Jahr 2011 verzichtet hatte, erwartet Anfang 2014 Nachwuchs.

Die passionierte Reiterin, die selbst mehrere Pferde besitzt, hat zwar klargemacht, dass sie vorhat, auch in der Schwangerschaft privat weiter zu reiten. Doch als sie nach der Bekanntgabe der Schwangerschaft im Juli auch bei einem Wettbewerb im Sattel saß, empörten sich die Leser auf den Internetseiten der berichtenden Medien. Das Thema Reiten in der Schwangerschaft ist umstritten, oft wird davon ausgegangen, dass zu Beginn einer Schwangerschaft die Erschütterungen dem Baby schaden könnten und dass die Gefahr, vom Pferd zu stürzen, Mutter und Kind gefährde. Zara Phillips wurde scharf kritisiert, verantwortungslos und dumm genannt. Es schien so, als ob sie in Antwort auf die heftigen Reaktionen dann dem Wettkampfreiten abschwor. Ihr PR-Team veröffentlichte damals das Statement, sie sei in der aktuellen Saison schon so erfolgreich geritten , dass sie tatsächlich an keinen weiteren Wettbewerben teilnehmen müsse. Alle ihre Pferde seien schon für die Turniere im Folgejahr qualifiziert.

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©Gala

Zara Phillips + Mike Tindall

Königliche Hochzeit in Schottland

Hochzeit Zara Phillips, Mike Tindall: Bild 01
Hochzeit Zara Phillips, Mike Tindall: Bild 02
Hochzeit Zara Phillips, Mike Tindall: Bild 03
Hochzeit Zara Phillips, Mike Tindall: Bild 04

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Als die 32-Jährige am Donnerstag (1. August) im schicken sonnengelben Umstandskleid bei einem Societyevent, dem Pferderennnen "Ladies Day of Glorious Goodwood", auftauchte und sich von Freundinnen den Babybauch tätscheln ließ, waren dann auch alle voll des Lobes. Das verwandelte sich allerdings schon am Wochenende wieder in eine neue Protestwelle. Denn am Samstag (3. August) war Zara beim "Festival of British Eventing" in Gatcombe Park.wieder im Wettkampfoutfit und auf ihrem Lieblingssportpferd "High Kingdom" zu sehen. Dort war sie als Versuchskaninchen auf dem Parcours unterwegs, als Testreiterin, deren Ritt den Jurymitgliedern später bei der Bewertung der tatsächlichen Wettkämpfer helfen sollte. Auch ihre Mutter, Prinzessin Anne, war bei der Veranstaltung zu Gast. Zara lächelte und wirkte ganz entspannt. Einige Menschen, die das später auf Bildern der englischen Medien sahen, konnten allerdings weniger gut entspannen und schalten die in ihren Augen selbstsüchtige und leichtsinnige junge Adlige. Sie habe "das Gehirn eines Schaukelpferdes", schimpfte beispielsweise ein User der "Daily Mail"-Seite. Einige andere Reiter steuerten entgegen und sagten, sie seien auch in Abstimmung mit ihren Ärzten weiter geritten. Ein trainierter Reiter auf einem vertrauten Pferd könne die Gefahren schon abschätzen. Und Unfälle könnten schließlich auch beispielsweise beim Autofahren oder bei jeglicher anderer Arbeit passieren.

Auch das Team von Zara Phillips betonte bei der Kritik im Juli, die Reiterin habe den Segen ihres Arztes und "handele vernünftig". Diese Debatte um eine sehr persönliche Entscheidung und einen Zustand, zu dem die ärztlichen Empfehlungen weltweit differieren wird sich in den folgenden Monaten sicherlich noch häufiger an solchen Auftritten entzünden - die Fünfzehnte der britischen Thronfolge ist darauf hoffentlich vorbereitet.

Die Tatsache, dass sie keinen Prinzessinnentitel und lieber den sehr bürgerlichen Namen "Mrs. Tindall" trägt, macht dabei allerdings deutlich, dass sich Zara Phillips nicht als allzeit zur öffentlichen Rechenschaft verpflichtete Angestellte des Familienunternehmens Windsor sieht.

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