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Royals Was sich (vielleicht) ändert, wenn Charles König wird

Queen Elizabeth und ihr Nachfolger, Prinz Charles.
Queen Elizabeth und ihr Nachfolger, Prinz Charles.
© Getty Images
Queen Elizabeth ist seit 1952 die Königin des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland. Eines Tages wird Prinz Charles ihr folgen – und das bedeutet Veränderung.

Prinz Charles könnte als König einen neuen Namen bekommen

Seit 72 Jahren ist der älteste Sohn der Queen als Charles bekannt. Doch bleibt es dabei, wenn er den Thron besteigt? Verfassungsexperten vom University College London weisen darauf hin, dass Charles seinen "Königsnamen" frei wählen kann. In der Geschichte der britischen Monarchie ist das nicht ungewöhnlich. 1936 wurde beispielsweise aus Prinz Albert, dem Vater von Queen Elizabeth, König George VI. Charles könnte auf einen seiner Zweitnamen zurückgreifen: George, Philip oder Arthur.

Prinz William wird Prinz von Wales und Herzog von Cornwall

Den Titel Prinz von Wales trägt der älteste, lebende Sohn des amtierenden Monarchen. Der Titel kann nicht vererbt werden, sondern wird auf Wunsch des Königs/ der Königin auf den Thronfolger übertragen und in einer Zeremonie verliehen. Der erste Prinz von Wales war Prinz Edward (später König Edward II.). Prinz Charles ist der 21. Prinz von Wales. Er wurde 1958 im Alter von neun Jahren ernannt und im Alter von 20 Jahren auf Caernarfon Castle feierlich „gekrönt“. Prinz William wird seinem Vater folgen, wenn die Queen gestorben ist. Außerdem übernimmt William den Herzogtitel seines Vaters (Herzog von Cornwall).

Prinz Charles zieht in den Buckingham Palast um

Queen Victoria war 1837 die erste Monarchin, die den Buckingham Palast zu ihrem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt machte. All ihre Nachfolger und Nachfolgerinnen auf dem Thron sollten es ihr gleichtun. Es wird deshalb erwartet, dass Prinz Charles und Herzogin Camilla nach dem Tod von Queen Elizabeth ebenfalls in den Buckingham Palast ziehen werden. Ein Sprecher bestätigte die Annahme im März 2020 gegenüber "Daily Star". Dennoch es gibt Royal-Experten, die meinen: Prinz Charles bleibt im Clarence House wohnen und nutzt den Palast nur dienstlich als "das Hauptquartier der Monarchie".

Prinz William leitet das Herzogtum Cornwall

Wenn Prinz Charles den Thron besteigt, übergibt er die Verwaltung des Herzogtums Cornwall an Prinz William. Das Herzogtum wurde 1337 von König Edward III. gegründet mit dem Ziel, seinen Sohn Prinz Edward finanziell zu unterstützen. Der Beginn einer Tradition, denn bis heute hat jeder Prinz von Wales – also jeder älteste, noch lebende Sohn des amtierenden Monarchen oder der amtierenden Monarchin - die Aufgabe übernommen.

Das Herzogtum ist heute ein wirtschaftliches Imperium bestehend aus rund 55.000 Hektar Land, Acker- und Viehfarmen, Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie Wäldern, Flüssen, Steinbrüchen und Küsten. Im Geschäftsjahr März 2010 bis März 2020 brachte es Charles ein Einkommen in Höhe von 22,2 Millionen britische Pfund (etwa 24,56 Millionen Euro). Die Einnahmen werden zur Finanzierung der öffentlichen, privaten und karitativen Aktivitäten des Prinzen und seiner Kinder verwendet.

Königshaus könnte verkleinert werden

Schon seit Jahren wird gemunkelt, Prinz Charles wolle die Anzahl der Mitglieder des Königshauses verringern. Royal-Kommentatorin Victoria Arbiter, deren Vater Dickie Arbiter von 1998 bis 2000 als Pressesprecher der Royals fungierte, erklärt auf "nine.com.au": "Ich denke, Charles braucht eine abgespeckte Monarchie, um für künftige Generationen relevant zu bleiben. Weil die Menschen frustriert sind von den sogenannten 'Strap-Hangers' - denjenigen Leuten, die von der Monarchie finanziert werden, aber nicht genug für sie tun."

Im Vereinigten Königreich gibt es keine strikte Regel, die besagt, wer zum Königshaus gehört und wer nicht. Nimmt man an, dass seine Mitglieder diejenigen Personen sind, die das Prädikat Königliche Hoheit tragen, legte König George V. 1917 mit der Gründung des Hauses Windsor die Ordnung für das heutige Königshaus fest. Insgesamt gibt es derzeit im britischen Königshaus 22 Träger des Prädikat-Titels.

Herzogin Camilla wird Queen Consort, aber …

Die Ehegattin eines britischen Königs wird automatisch zur Königin. Sie hält diesen Titel jedoch nicht aus eigenem Recht und ist damit strenggenommen "nur" eine Queen Consort (auf Deutsch: Königsgemahlin). Den Titel wird Camilla öffentlich aber nicht führen. Das gab Clarence House im Februar 2005, zwei Monate vor der Hochzeit von Camilla und Charles, bekannt: "Es ist beabsichtigt, dass Frau Parker Bowles den Titel HRH The Princess Consort verwenden sollte, wenn der Prinz von Wales auf den Thron steigt." Die Entscheidung soll aus Respekt vor Prinzessin Diana und ihren Anhängern getroffen worden sein, so die weitläufige Meinung. Laut Verfassungsexperten wird Camilla technisch gesehen dennoch eine Queen Consort werden, auch, wenn sie den Titel öffentlich nicht verwenden wird.  

Der Text der Nationalhymne ändert sich

"God Save the Queen" singen die Briten und Bewohner der Commonwealth Realms seit 6. Februar 1952 – dem Tag, an dem König George VI. starb und seine Tochter Elizabeth zum Staatsoberhaupt wurde. Wenn Charles die Krone übernimmt, gibt es eine kleine, aber feine Anpassung: Künftig heißt es "God Save The King". Daran muss man sich nach über 68 Jahren erst gewöhnen ...

Neue Banknoten für das Land

Wer beim Einkaufen in Großbritannien mit Bargeld zahlt, dem lächelt die Queen auf Scheinen und Münzen entgegen. Nach dem Tod der Königin werden neue Versionen produziert – mit dem Gesicht von Charles. "The Express" berichtet, dass der Prinz von Wales bereits für Porträts posiert hat. Sie sollen auf Banknoten, Münzen, Briefmarken und Briefkästen gedruckt bzw. gestanzt werden.

Verwendete Quellen:Harpers Bazaar, The Tatler, The Express, BBC, duchyofcornwall.org, honey.nine.com.au

jre Gala


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