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Prinz Charles Warum er die Queen bei diesem Dinner nicht ansprechen durfte

Queen Elizabeth (2.v.r.) mit Prinz Charles (r.), König Willem-Alexander der Niederlande (2.v.l.) und Herzogin Camilla (r.) beim Staatsbankett im Buckingham Palast am 23. Oktober 2018
Queen Elizabeth (2.v.r.) mit Prinz Charles (r.), König Willem-Alexander der Niederlande (2.v.l.) und Herzogin Camilla (r.) beim Staatsbankett im Buckingham Palast am 23. Oktober 2018
© Getty Images
Wer auf Queen Elizabeth trifft, der sollte sich an die royale Etikette halten. Diese sind zwar kein geltendes Recht, sondern nur eine Handlungsempfehlung. Doch wer will schon bei einer der angesehensten und berühmtesten Frauen der Welt negativ auffallen? Das gilt übrigens auch für Prinz Charles und andere hochrangige Familienmitglieder

Am 23. und 24. Oktober empfing Queen Elizabeth, 92, das niederländische Königspaar Willem-Alexander, 51, und Máxima, 47, zu einem Staatsbesuch in London. Auf dem Programm stand dabei auch ein Bankett im Buckingham Palast. Flankiert wurde die Gastgeberin dabei von Willem-Alexander zu ihrer Rechten und  Prinz Charles, 70, zu ihrer Linken. Doch auf ein angeregtes Tischgespräch mit seiner Mutter musste Charles zunächst verzichten. Warum, erklärt "Debrett",  ein Beratungsunternehmen für royale Etikette.

Prinz Charles darf die Queen nicht ansprechen

Wer bei einem offiziellen Dinner links neben der Queen sitzt, sollte zunächst nicht das Wort an sie richten und auch nicht erwarten, dass sie dies ihrerseits tut. Es ist üblich, dass sich der Ehrengast der Queen rechts von ihr befindet. Während des Essens wendet sie sich - wie es die Höflichkeit gebietet - zuerst dieser Person zu und dann, etwa während des zweiten Ganges, der Person zu ihrer Linken. Wie streng die Queen es mit dieser "Regel" hält, offenbarte Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. "Ich wurde zu einem Mittagessen eingeladen und saß neben der Königin", erzählt er im Juni 2015 in der Talkshow von Graham Norton. Offenbar war der Sportler bei Tisch nicht der Ehrengast, denn weiter erzählt er: "Ich war aufgeregt und fing an, mit ihr zu sprechen. Aber sie sagte, auf meine linke Seite zeigend: "Nein, Sie sprechen zuerst so herum und ich werde so herum sprechen. Danach komme ich zu Ihnen zurück."
Neben der Gesprächs-Etikette gibt es noch weitere Dont's - und Do's - im Umgang mit der Queen.

Die Dont's beim Treffen mit der Queen

  • Als Bürgerlicher die Queen anzufassen sollte man tunlichst unterlassen. Man schüttelt ihr nur die Hand, wenn sie es von sich aus anbietet. Ihr den Rücken zuzukehren gilt als unhöflich und ist verpönt. 
  • Gäste der Queen sollten niemals eine Veranstaltung vor ihr verlassen, es sei denn, die Erlaubnis wurde von einem ihrer Privatsekretäre erteilt.
  • Ist man bei der Queen zuhause eingeladen, gilt: keine Fotos! Sie ist eine der meistfotografierten Frauen der Welt, aber in ihren Residenzen sind inoffizielle Fotos nicht gestattet. Auch um Selfies sollte man sie nicht bitten.
  • Im Gespräch mit der Queen sollte man keine persönlichen Fragen stellen. Smalltalk ist gefragt.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Als Michelle Obama die Queen 2009 in ihrer Rolle als First Lady der USA besuchte, legte sie ihre Hand auf den Rücken der Monarchin. Die Presse stürzte sich auf diesen  Fauxpas. Wie Obama im November 2018 in ihrem Buch "Becoming" schreibt, nahm die Queen den Etikette-Bruch im Gegensatz zur Öffentlichkeit aber sehr gelassen. 

Die Do's beim Treffen mit der Queen

  • Knicksen (Frauen) oder den Kopf senken (Männer). Man kann dazu jeweils auch noch die Hand schütteln.
  • Die richtige Anrede verwenden: "Ihre Majestät", nach der erstmaligen Nennung dieses Titels darf auf "Ma'am" umngeschwenkt werden.
  • Überpünktlich sein, d.h. vor der Queen am Treffpunkt erscheinen
  • Halbkreise bilden. Wenn man bei einer Veranstaltung der Queen vorgestellt wird, dann nicht, während man Spalier steht. Sondern in angenehmen Halbkreisen, die ein Gespräch miteinander ermöglicht. Die Gäste sollten außerdem versuchen, ihre Hände frei zu halten.

Verwendete Quellen: BBC, Debrett

jre Gala

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