Royal Nannys: Diese Frauen sind besser als Mary Poppins

Wer darf überhaupt auf Prinzessin Charlotte und Prinz George aufpassen? Für Englands Königsfamilie kommt nur eine Absolventin des "Norland College" infrage. GALA wollte wissen, was diese Kindermädchen anderen voraushaben

Herzogin Kate, Prinz William, Prinz George, Elisabeth II., Maria Teresa Turrion Borrallo
Bei der Erziehung von George, Charlotte und Louis muss die Nanny Maria Borrallo ein bestimmtes Wort vollkommen aus dem Sprachgebrauch verbannen.

Wenn Prinz William und Herzogin Catherine unterwegs sind, reisen sie natürlich nie alleine. Auch bei der Hochzeit von Kates Schwester Pippa Middleton wich eine Dame nicht von Kates Seite ... Kindermädchen Maria Teresa Turrion Borrallo.

Der Rolls-Royce unter den Nannys

Sogar Mary Poppins, die Königin aller Kindermädchen, könnte sich hier noch ein paar Tricks abschauen. Zauberei beherrschen die Norland-Girls zwar nicht, aber was sie nach drei Jahren im Nanny-Camp draufhaben, ist oft mehr wert als Magie. "Unsere Mädchen sind gewissermaßen der Rolls-Royce unter den Nannys", sagt Claire Burgess im Gespräch mit GALA. Sie war einst selbst Schülerin des Instituts, wechselte dann die Seiten und bildet heute aus. Babys füttern, waschen, windeln: All das beherrschen die Absolventinnen am Ende selbstverständlich aus dem Effeff. Aber auch noch ein paar Finessen mehr.

Herzogin Kate hat eine sehr gute Nanny bekommen

Etwa eine gewöhnliche Magen-Darm-Grippe vom gefährlichen Noro-Virus zu unterscheiden. Oder ein Kind sanft, aber unerbittlich durch gutes Zureden ins Bett zu bugsieren. Interna aus ihren wohlhabenden Familien kommen den High-Class-Babysittern nie über die Lippen. Das macht sie für potenzielle Arbeitgeber zusätzlich attraktiv. Die rund 20 Absolventinnen pro Jahr werden an die englische Upperclass, an Popstars wie Mick Jagger, an asiatische und russische Milliardäre oder traditionell an die Königsfamilie vermittelt. Auch die aktuelle Nanny im Haus von William und Kate, die Spanierin Maria Teresa Turrion Borrallo , hat ihr Metier im altehrwürdigen College erlernt. "Die Herzogin hat eine sehr, sehr gute Nanny bekommen", bekräftigt Claire Burgess. "Das hat aber nichts mit Kates Titel zu tun. Wir wollen für jede Familie das passende Kindermädchen finden. Egal ob der Arbeitgeber im Palast oder in einer Hütte wohnt."

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Nur die Besten werden angenommen

Was würde passieren, sollte Georges Super-Nanny trotzdem aus dem Kinderzimmer plaudern? "Wir würden sie zu uns bitten und zur Rede stellen. Meist reicht das aus. In ganz seltenen Fällen folgen Disziplinarmaßnahmen bis hin zum Berufsverbot." Dass dies so gut wie nie passiert, ist dem rigiden Auswahlverfahren der Schule zu verdanken. Hunderte Anwärterinnen bewerben sich pro Jahr, nur wenige werden für würdig befunden. Welche Tugenden man haben muss, um die drei Jahre bis zum Diplom angehen zu dürfen? "Verlässlichkeit, einen tadellosen Ruf, gute Umgangsformen, Fleiß, Pünktlichkeit – und Kinderliebe. Die muss unbedingt von Anfang an vorhanden sein. Alles andere kann man lernen", sagt Claire Burgess. Zum Beispiel nächtliches Aufstehen. Im ultimativen Praxistest wird jeder Schülerin eine Babypuppe anvertraut, die zu den unterschiedlichsten Zeiten quäkt.

18.000 Euro kostet ein Semester

Beruhigen kann man sie nur, wenn man ihr den richtigen Schlüssel in den Rücken steckt. Das Problem: Es gibt eine größere Auswahl an Schlüsseln. "Essen" etwa. "Lieb haben." Oder "Bäuerchen". Wer nicht den richtigen Dreh findet, muss wach bleiben, bis sich das Kleine von selbst beruhigt. Wie im echten Leben eben. Zudem muss die künftige Kinderpflegerin solvent sein. Gut 18000 Euro kostet ein Semester. Dazu kommen die Miete für eine Unterkunft in Bath, die Kosten für die Schuluniform – und noch mal rund 30 Euro für Nähmaterial. Denn sollte ein Kind plötzlich nach einer neuen Stoffpuppe verlangen, muss die Nanny diese im Handumdrehen anfertigen können.

Dieses Wort ist tabu

Gegenüber dem britischen "Mirror" plauderte Autorin Louise Heren nun aus, dass sich Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis nicht nur an Regeln halten müssen, sondern auch Maria Borrallo muss sich an gewisse Vorgaben halten. So sei beispielsweise ein ganz spezielles Wort strengstens verboten. Was es damit auf sich hat?! "Das Wort 'kid' steht auf der schwarzen Liste. Es geht einfach darum, den Kindern als Individuen Respekt entgegenzubringen", so die Journalistin, die ein Jahr beim "Norland College" verbrachte, um eine Dokumentarfilm darüber zu drehen. 

Es gibt nur eine einzige "Manny"

Nur eine einzige männliche Nanny hat das College-Programm seit der Gründung 1892 durchlaufen. Dabei würde man gern mehr Jungs aufnehmen, betont Claire Burgess. Die Nachfrage nach "Mannys" steigt in diesen Zeiten, in denen Business-Daddys ihren Nachwuchs nur noch zwischen zwei Langstreckenflügen sehen und deshalb nicht mehr als Rollenvorbild zur Verfügung stehen. Aber auch die Mädchen, von denen einige aus Deutschland stammen, gehen weg wie geschnitten Milchbrot. Familien aus aller Welt buhlen um die "Norlander", und das noch vor deren Abschlussprüfung.

Heiß begehrt

Sie werden mit einem eigenen Auto gelockt. Ein Gehalt auf einer nach oben offenen Skala erwartet sie, dazu die ein oder andere Luxusreise – und oft eine verzogene Göre, die sie auf Wunsch der verzweifelten Eltern schnellstens in den Griff kriegen sollen. Möglichst nicht mit der Spezialdisziplin, die vor einiger Zeit neu in den Ausbildungsplan aufgenommen wurde: Selbstverteidigung. "Ninja-Nannys", werden die Girls in England liebevoll genannt, seit man in einem Dokumentarfilm sah, wie sie mögliche Entführer außer Gefecht setzen. Mit ein paar gezielten Handkantenschlägen oder mit dem Auto. Auf einem Übungsplatz kurven die Schülerinnen so lange um Hindernisse herum – das Babykörbchen im Blick und den imaginären Verfolger im Nacken –, bis das Manöver sitzt. Im Idealfall kümmert sich eine Norland-Nanny nicht nur um den ihr anvertrauten Nachwuchs, sondern organisiert das gesamte Familienleben.

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Finger weg von Prinz William

Nur vom Hausherrn lässt sie die Finger. Beziehungen mit dem Arbeitgeber sind strengstens untersagt, selbst wenn er Avancen macht. Das versucht man sowieso von vornherein zu vermeiden: Ein aufreizendes Auftreten wird den künftigen Nannys im College ausgetrieben. Die Uniform, die viele Mädchen auch später im Berufsleben tragen, besteht aus beigefarbenen Kleidern, erdbraunen Mänteln und praktischen Schnürschuhen. Nicht gerade sexy.

Norland-Absolventinnen putzen niemals

Eines wird eine Norland-Absolventin garantiert niemals tun: Putzen. "Leg eine silberne Haarbürste auf deine Kommode, wenn du bei einer Familie ankommst", empfahl Gründerin Emily Ward bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Die Mädchen sollten gleich mal ein Zeichen setzen, um sich von den Hausangestellten abzugrenzen. Probleme dieser Art kennt die derzeit wohl berühmteste Norland-Nanny Maria Teresa Turrion Borrallo nicht. Sie gehört fast schon zur Familie Cambridge. Fotos zeigen sie innig mit George, wie sie ihn durchkitzelt oder fröhlich in die Luft wirft. Und auch als Köchin wird sie von Kate und William sehr geschätzt, erzählt ein Palast-Insider: Sie bereite eine wunderbare Paella zu. Wen wundert’s. Dank Norland ist dieses Kindermädchen natürlich auch am Herd perfekt.

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©Gala
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