Queen Elizabeth: Mit dieser Oster-Tradition muss sie brechen

Queen Elizabeth ist seit 68 Jahren im Amt und selbst für sie als Königin gilt die Binsenweisheit: Man lernt nie aus. 

Queen Elizabeth muss in diesem Jahr umdenken.

Queen Elizabeth, 93, hat seit ihrer Thronbesteigung einen Termin in ihrem Kalender stehen, der ihr besonders am Herzen liegt: der Royal Maundy Service, bei dem sie persönlich ein Geldgeschenk an ausgewählte Pensionäre verteilt. 

Auf der Website des Buckingham Palace heißt es zu der Tradition: 
"Der Maundy Service findet jedes Jahr am Donnerstag vor dem Ostersonntag statt. Zu Beginn ihrer Regierungszeit [1952, Anmerk. d. R. ] entschied die Königin, dass das Geld am Gründonnerstag nicht nur an Londoner Bürger verteilt werden sollte und so reist sie nun in verschiedene Kathedralen oder Abteien, um den Einheimischen Geschenke zu geben."

Queen Elizabeth verteilt Geschenke vor Ostern

2020 muss die Queen auf Tradition, die Geschenke persönlich zu übergeben, verzichten. Schuld ist das Coronavirus. Auf Rat der Regierung wurde die Zeremonie, die am 9. April in der St. George's Chapel auf Schloss Windsor stattfinden sollte, abgesagt.

Doch leer ausgehen sollen die 188 Empfänger des Maundy-Geldes nicht und so kam die Gabe der Queen dieses Jahr erstmals per Post, inklusive eines Briefes. Darin schreibt die 93-Jährige, es sei "eine meiner lohnendsten Pflichten als Souverän", das Maundy-Geld zu übergeben. Ihre Gedanken und Gebete seien in der schwierigen Zeit bei allen Empfängern.

Diesen langen Brief schrieb die Queen an die Empfänger des Maundy Money.

 

Das steckt hinter dem Maundy Money

Wie viele Personen in den Genuss einer Aufmerksamkeit kommen, entscheidet das Alter der Queen. Am 21. April wird sie 94 Jahre alt. Demnach erhalten in diesem Jahr 94 männliche und 94 weibliche Pensionäre das sogenannte Maundy Money. Jeder Empfänger und jede Empfängerin wurde aufgrund seiner bzw. ihrer Dienste für die Gemeinschaft und die Kirche empfohlen.

Die "Maundy Thursday"-Geldbörsen 

So viel Geld verschenkt die Königin 

Das Maundy-Geld ist auf zwei Geldbörsen aufgeteilt, eine rote und eine weiße. Der rote Beutel enthält eine symbolische Gabe in Höhe von 5,50 Pfund für Nahrung und Kleidung. 2020 ist die 5-Pfund-Münze in Gedenken an den britischen Dichter William Wordsworth gestaltet worden. Die 50 Pence-Münze zeigt verschiedene Prägungen sportlicher Symbole und ist der britischen British Olympic Association gewidmet.

Diese Münzen erhalten 188 Pensionäre dieses Jahr als Oster-Geschenk von Queen Elizabeth. Links ist die 5-Pfund-Münze zu sehen, rechts die 50-Pence-Münze.

In dem weißen Beutel befinden sich Münzen im Wert des Alters des Monarchen. In diesem Jahr sind es 94 Pence. Macht zusammen 6,44 Pfund, umgerechnet 7,33 Euro.

Die Münzen in dem weißen Säckchen sind etwas Besonderes: Im Gegensatz zu den im Umlauf befindlichen Münzen tragen sie jenes Porträt der Queen, das Bildhauerin Mary Gillick zu Beginn der Regierungszeit Elizabeth' angefertigt hatte.

Das Maundy-Geld ist gesetzliches Zahlungsmittel, doch die Empfänger bevorzugen es normalerweise, sie als Andenken aufzubewahren.

Fun Facts: Nach ihrem Besuch in der Leicester Cathedral im Jahr 2017 hatte die Queen auf ihren Maundy-Touren jede einzelne Kathedrale in Großbritannien besucht. Und: Nur vier Mal war die Queen nicht persönlich beim Verteilen des Geldgeschenkes anwesend. Zweimal war sie auf Reisen (1954 und 1970), zweimal fehlte sie wegen bevorstehenden oder erfolgten Geburten (1960 bei Prinz Andrew und 1964 bei Prinz Edward). 2020 fällt die Zeremonie wegen des Coronavirus nun völlig aus.

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Der Ursprung des Royal Maundy Service

Der Royal Maundy Service ist eine alte Zeremonie, die laut "The Royal Mint" von der Bibel inspiriert wurde. Am Tag vor dem Karfreitag wusch Jesus die Füße seiner Jünger und befahl ihnen, sich zu lieben. Im 13. Jahrhundert nahm die königliche Familie an ähnlichen Zeremonien teil. Durch das Waschen der Füße der Armen und das Geben von Geld und Geschenken zeigten sie Demut und Mitgefühl.

Als Heinrich IV. König wurde, führte er eine neue Tradition ein und beschloss, genauso viele Geschenke wie sein Alter zu geben. Es wurde zum Brauch, dass der Souverän die Zeremonie durchführte, und das Ereignis wurde als "Royal Maundy" bekannt. Die erste "Royal Maundy" mit Geldgeschenken fand in der Regierungszeit Charles II. 1662 statt.

Verwendete Quellen: royal.uk, The Telegraph, twitter.com/theroyalfamily

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