Queen Elizabeth: So sieht ein typischer Arbeitstag von ihr aus

Queen Elizabeth nimmt in ihrer Rolle als Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreiches jedes Jahr eine Vielzahl von Terminen wahr, immer auf Schritt und Tritt begleitet von den Medien. Doch auf dem täglichen To Do Königin steht weitaus mehr als Hände schütteln und Smalltalk halten. 

Queen Elizabeth und die sogenannte "Dispatched Box"

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Queen Elizabeth den lieben langen Tag so macht? Britische Medien haben es zusammengetragen. Eines sei vorab verraten: Für die Bewältigung ihres Terminkalenders hätte die über 90-Jährige glatt eine weitere Krone verdient.

Lesen, lesen und nochmals lesen: Das macht die Queen am Morgen

Um 7.30 Uhr Londoner Zeit wird die Queen mit einem warmen Tee von ihrer Hausdame geweckt. Danach stellt die Mitarbeiterin das Radio an (die Queen mag laut "Daily Mail" die politische "Today Show" von BBC Radio 4) und lässt ein Bad für ihre Chefin ein. Während die Queen im Badezimmer weilt, legt ihr eine Assistentin die erste Garderobe des Tages zurecht. Zum Schluss der morgendlichen Beauty-Routine frisiert ein Hairdesser das graue Haar der Monarchin.  

Herzogin Meghan + Prinz Harry

Souveräner Auftritt mit ernstem Hintergrund

Herzogin Meghan und Prinz Harry
Herzogin Meghan und Prinz Harry besuchten am 7. November das 91. "Field of Remembrance" vor der Westminster Abbey in London.
©Gala

Um 8.30 Uhr Londoner Zeit wird der Queen Frühstück in ihrem privaten Esszimmer serviert. Das Essen nimmt sie ohne Anwesenheit von Mitarbeitern ein. Momente der Stille und Ruhe, die um exakt 9 Uhr beendet werden: Die Melodie eines Dudelsack-Spielers, der sich unter einem Fenster in Hörweite der Queen postiert hat, erklingt für genau 15 Minuten. Eine Tradition, die auf Queen Victoria zurückgeht und von Queen Elizabeth sehr geschätzt werden soll.

Ab 9.30 Uhr und bis etwa 11.30 Uhr sitzt die Queen an ihrem Schreibtisch und widmet sich der Lektüre britischer Tageszeitungen, um über aktuelle Geschehnisse im In- und Ausland auf dem Laufenden zu bleiben. Außerdem hat ihr Pressesekretär wichtige Nachrichten aus Radio und Fernsehen für sie zusammengetragen. Danach ist es Zeit, sich "der roten Box", der sogenannten "Despatched Box" zu widmen: Sie enthält offizielle Schreiben der britischen Regierung an die Queen. Wenn es nötig ist, muss die Queen Papiere unterschreiben oder Gesetze absegnen. Das ist nicht alles an Korrespondenz: Stolze zwei- bis dreihundert Briefe erhält die Queen pro Tag. Natürlich liest sie nicht jeden davon durch, sondern nur eine Auswahl. Die Post von alten und jungen Bürgern sollen angeblich besonders von der Queen beachtet werden. Ihren Mitarbeitern sagt sie, wem sie in ihrem Namen antworten soll.

Queen Elizabeth

Ein Leben für die Krone

2. Juni 1953  Vor 66 Jahren wurde aus der jungen Elizabeth auch ganz offiziell eine Königin. Nach dem Tod ihres Vaters König Georg VI. im Februar 1952 hatte sie den Thron schon bestiegen, die Krönungsfeierlichkeiten brauchten jedoch Zeit. Diese seltene Farbaufnahme stammt aus der TV-Dokumentation "A Queen Is Crowned", ihre Krönung war schließlich die allererste, die im Fernsehen übertragen wurde.  Aber beginnen wir von vorne ...
1926: Elizabeth mit ihren stolzen Eltern.
29. Mai 1926  Queen Elizabeth wird in der Privatkapelle des Buckingham Palastes auf den Namen Elisabeth Alexandra Mary getauft. Ihre Paten waren ihre Eltern, Lord Strathmore, Prinz Arthur (Urgroßonkel väterlicherseits), Prinzessin Mary (Tante väterlicherseits) und Mary Elphinstone (Tante mütterlicherseits).
1927  Mit einem Jahr bezauberte die kleine Lizzie schon mit sonnigem Gemüt.

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Danach kann der Morgen unterschiedlich verlaufen: Es können zum Beispiel eine Reihe von offiziellen Treffen mit Botschaftern und ranghohe Diplomaten folgen. Die Königin und jeder Besucher treffen und besprechen sich alleine, in der Regel für etwa 20 Minuten. Bei einer Investitur hingegen beginnt die Zeremonie um 11 Uhr und dauert etwas mehr als eine Stunde. Eine Investitur ist der ganz besondere Tag, an dem eine Person wegen einer herausragenden Leistung von der Königin oder einem Mitglied der königlichen Familie eine Auszeichnung (meist eine Medaille) erhält. Jährlich finden rund 30 Investituren statt. Über 60 Empfänger nehmen an jeder Zeremonie teil, entweder im Ballsaal des Buckingham Palastes oder in der Waterloo-Kammer auf Schloss Windsor. Gelegentlich finden Investituren auch im Palace of Holyroodhouse in Edinburgh oder im Ausland während Staats- oder Königsbesuchen statt.

Königliches To Do: Queen Elizabeth empfängt Königin Máxima und König Willem-Alexander am 23. Oktober 2018 im Buckingham Palast.

Pause muss sein: Das macht die Queen am Mittag

Zur Mittagszeit gönnt sich die Queen etwas Ruhe und nimmt ein Lunch zu sich. Entweder alleine oder auch mit Gästen. "Daily Mail" schreibt, dass "leichte Gerichte" serviert werden. Ihre Wünsche gibt die Queen einmal in der Woche an ihren Küchenchef durch. Unmittelbar nach dem Lunch geht die Königin gerne in ihren Gärten spazieren. Hausangestellte wissen, dass sie ihre Chefin dabei tunlichst nicht stören sollten. Außerdem liest sie gerne in der "Racing Post", eine Zeitung für Pferdeliebhaber. 

Raus vor die Tür: Das macht die Queen am Nachmittag

Der Nachmittag ist meist für öffentliche Termine und Auftritte reserviert. Hunderte Einladungen erhält die Queen jedes Jahr für einen Besuch. Unmöglich, jede anzunehmen! Deshalb wird sorgfältig ausgewählt, wem die Queen die Ehre ihres Erscheinens zuteil werden lässt. Meist wird diese Entscheidung von den Lord Lieutenants, den Vertretern der Königin in den jeweiligen Grafschaften des Landes, übernommen. Die Königin besucht Schulen, Krankenhäuser, Fabriken, Militäreinheiten, Kunstgalerien, Herbergen für Obdachlose sowie britische und Commonwealth-Organisationen. 2018 hat sie über 280 Besuche erledigt - eine stolze Summe für eine über neunzigjährige Frau. Nur eines macht die Queen nicht mehr: Auslandsbesuche. Diese überlässt sie seit einer Reise nach Malta im November 2015 der jüngeren Generation der Royals.

Queen Elizabeth ist einer der fleißigsten Royals in Großbritannien. 

 
Am Ende des Nachmittags kann es passieren, dass sich die Queen mit Regierungsministern trifft. Doch egal, was in ihrem Terminplaner steht: Alle Nachmittagsverpflichtungen sind vor 16.30 Uhr Londoner Zeit geplant, damit die Königin pünktlich um 17 Uhr zum Tee zurück sein kann. Ein Ritual, dass die Queen niemals ändere, schreibt "Daily Mail".

Treffen mit dem Premierminister: Das macht die Queen am Abend

Nach dem Tee, gegen 17.15 Uhr, kehrt Ihre Majestät für eine knappe Stunde in ihr Büro zurück. Wenn keine Termine am Abend stattfindet, zieht sich die Königin kurz nach 18 Uhr in ihre eigenen Räume zurück, um sich vor dem Abendessen auszuruhen. Jeden Mittwoch um 18.30 Uhr Londoner Zeit sieht das anders aus: Die Queen trifft sch für ein etwa dreißigminütiges Gespräch mit dem amtierenden Premierminister im Buckingham Palast, wenn beide in London sind. Ist die Queen zum Beispiel in Schottland auf Schloss Balmoral, reist der Premierminister ihr nach. Über diese Treffen wird kein schriftlicher Bericht geführt, und die Tradition schreibt vor, dass die Kommunikation zwischen der Königin und dem Premierminister streng vertraulich bleibt.
An Wochentagen erscheint gegen 19.30 Uhr ein Bericht über die parlamentarischen Verfahren des Tages. Die Königin soll darauf bestehen, diese noch am selben Abend zu lesen.

Wenn keine Abendtermine anstehen, ist das Abendessen für die Königin die entspannteste Mahlzeit des Tages. Sie bleibt gern in ihren privaten Räumen, liest oder schaut fern im Wohnzimmer neben ihrem Büro. Damit ist ihr Tag noch nicht vorbei: Sie arbeitet, so schreibt es "Daily Mail", oft weiter an den Inhalten der "roten Boxen", den Papieren der Regierung.

Um 23 Uhr liegt die Queen für gewöhnlich im Bett - bis zum nächsten Tag, wenn der Dudelsack-Spieler den Beginn eines neuen Arbeitstages verkündet.

Verwendete Quellen: The Express, Daily Mail, The Telegraph

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