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Ein Jahr ohne Prinz Philip Wie Queen Elizabeth trotz ihres Verlustes unerschütterlich weiter macht

Queen Elizabeth
© Max Mumby/Indigo / Getty Images
Am 9. April 2021 ist Prinz Philip im Alter von 99 Jahren friedlich auf Schloss Windsor verstorben. Seitdem muss Queen Elizabeth ihr Leben alleine meistern. Und das tut sie, trotz aller Widrigkeiten.

"Mit tiefer Trauer hat Ihre Majestät, die Königin, den Tod ihres geliebten Ehemannes, Seiner Königlichen Hoheit, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, bekannt gegeben. Seine Königliche Hoheit ist heute Morgen auf Schloss Windsor friedlich verstorben." Mit diesen Worten ließ Queen Elizabeth, 95, am Mittag des 9. Aprils 2021 den Tod von Prinz Philip bekannt geben. Eine Nachricht, die nicht nur das Königreich, sondern die ganze Welt in tiefe Trauer stürzte.

Queen Elizabeth schöpft aus ihrer Trauer Kraft

Eine Woche später verabschiedete sich die Royal Family während er einer kleinen und intimen Trauerfeier in der George's Chapel bei Schloss Windsor von dem Prinzgemahl. Wegen der damals geltenden Coronabeschränkungen konnten nur wenige Familienmitglieder teilnehmen, auch Vertreter diverser anderer Königshäuser konnten nicht nach England kommen.

Obwohl eine große Trauerfeier damals ausblieb, gingen die Bilder der Beisetzung wie ein Lauffeuer um die Welt. Vor allem die Aufnahmen von Queen Elizabeth, während sie abgeschnitten von ihren Familienmitgliedern und ohne einen direkten Sitznachbarn in der Kirche saß, ließen wohl kaum ein Auge trocken.

Queen Elizabeth am 17. April 2021 bei der Trauerfeier für Prinz Philip.
Queen Elizabeth am 17. April 2021 bei der Trauerfeier für Prinz Philip.
© Jonathan Brady - WPA Pool / Getty Images

Doch die Königin versank nicht in ihrer Trauer. Im Gegenteil. Nur wenige Tage nach der Beisetzung empfing die Queen mehrere Gäste per Videocall, unter anderem auch die Botschafterinnen von Lettland und der Elfenbeinküste. Ihren ersten Termin außerhalb von Schloss Windsor nahm sie am 11. Mai 2021 bei der britischen Parlamentseröffnung wahr.

Prinz Philip "hätte gewollt, dass sie ihr Leben in vollen Zügen genießt"

Und auch danach zog sich die Monarchin nicht zurück, sie war präsent und gut gelaunt. Vor allem die im Sommer beginnenden Lockerungen der Coronabeschränkungen haben ihr gutgetan, bei der Royal Windsor Horse Show Anfang Juli war Queen Elizabeth ein gern gesehener Gast. In einem Gespräch mit "DailyMail" verriet Royal-Autor Phil Dampier, dass die Königin, obwohl sie durch den Tod von Prinz Philip "am Boden zerstört" war, entschlossen sei, ihre öffentlichen Pflichten weiter zu erfüllen. "Ich bin mir sicher, dass Prinz Philip ihr gesagt hat, sie solle genießen, was von ihrem eigenen Leben noch übrig sei", so Dampier. "Er hätte nicht gewollt, dass sie um ihn trauert, wie Queen Victoria es für Albert tat, und ich wette, er hätte gewollt, dass sie ihr Leben in vollen Zügen genießt."

Queen Elizabeth bei der Royal Windsor Horse Show am 2. Juli 2021.
Queen Elizabeth bei der Royal Windsor Horse Show am 2. Juli 2021.
© Max Mumby / Getty Images

 

Turbulenzen in der Familie

Und das tut sie. Auch, wenn ihr das Leben manchmal in die Quere kommt. Neben gesundheitlichen Problemen – die Königin musste unter anderem im Oktober eine Nacht im Krankenhaus verbringen und erkrankte im Februar am Coronavirus – nehmen die Turbulenzen in ihrer Familie nicht ab. Nach etlichen Enthüllungen und immer neuen Vorwürfen gegen die Royal Family von Familie Sussex, verklagtPrinz Harry, 37, aktuell die britische Regierung. Der Grund: Harry fühlt sich bei Besuchen in seiner Heimat nicht sicher und verlangt, dass er und seine Familie in Großbritannien Polizeischutz bekommen. Bisher ist keine Einigung in Sicht.

Doch nicht nur Harry und Meghan sorgen für negative Schlagzeilen, vor allem der einstige Lieblingssohn der Queen, Prinz Andrew, 62, löste mit den Missbrauchsvorwürfen von Virgina Giuffre, 38, eine Welle des Entsetzens aus. Obwohl sich Andrew noch im letzten Moment mit seiner Klägerin auf einen außergerichtlichen, finanziellen Vergleich einigen konnte, trägt sein Image irreparable Schäden davon. Da hilft es auch nicht, dass seine Mutter nach wie vor zu ihm steht und sich sogar von ihm zu Prinz Philips Gedenkfeier am 29. März 2022 eskortieren ließ. 

Doch Queen Elizabeth tut, was sie für richtig hält. Seitdem sie Prinz Philip und damit ihren treusten Begleiter nicht mehr an ihrer Seite hat, muss sie noch tiefer in sich hineinhorchen, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Und das tut sie. Egal, ob ihre Thronerben – Prinz Charles, 73, und Prinz William, 39 – einverstanden sind oder nicht.

Vorfreude auf das Platinjubiläum

Getragen hat die Monarchin seit dem Tod ihres geliebten Ehemannes aber vor allem die Vorfreude auf ihr Platinjubiläum – noch nie zuvor war ein britischer Monarch oder eine britische Monarchin so lange im Amt. Am 6. Februar 2022 feierte die Queen ihr 70. Thronjubiläum, die großen Feierlichkeiten sind vom 2. bis 5. Juni geplant. Mit der bekannten Militärparade "Trooping the Colour", die in den letzten zwei Jahren wegen der Coronapandemie ausfallen musste, wird das verlängerte Wochenende eingeleitet, in den folgenden Tagen sind ein Gottesdienst, ein Pferderennen sowie ein großes Live-Konzert im Buckingham Palast geplant.

Ein Wochenende, das Queen Elizabeth vermutlich am liebsten an der Seite ihres Gatten erlebt hätte. Doch die Königin wird sich den Spaß nicht nehmen lassen. Das kündigte sie schon in ihrer Weihnachtsansprache am 25. Dezember 2021 an. "Für mich und meine Familie, auch wenn dieses Jahr ein vertrautes Lachen fehlt, wird Weihnachten eine Freude sein, da wir die Möglichkeit haben, in Erinnerungen zu schwelgen", sagte die Monarchin und betonte, dass sich Philip gewünscht hätte, dass seine Familie Weihnachten genieße. Mit dem gleichen Gefühl wird sie im Juni ihr Platinjubiläum feiern. 

aen Gala

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