Queen Elizabeth, Prinz Charles + Co.: Wie geschmacklos ist der neue Film?

In England erregt eine BBC-Produktion die Gemüter, noch ehe sie gesendet wurde. Darin zu sehen: Der Tod von Queen Elizabeth, die Thronbesteigung von Prinz Charles - und Prinzessin Dianas Geist

Queen Elizabeth + Co.

Das neue BBC-Drama "Charles III" greift ein Thema auf, das sich viele Briten nicht vorstellen können oder wollen. Queen Elizabeth ist tot, Prinz Charles, gespielt von Tim Pigott-Smith, wird als Charles III. der neue König und muss gleich eine schwere Entscheidungen zu einem kontroversen Gesetz treffen. Seinen Söhnen Prinz William (Oliver Chris) und Prinz Harry (Richard Goulding) passt seine Haltung nicht und sie verschwören sich gegen ihren Vater. Herzogin Catherine (Charlotte Riley) intrigiert mit und will den Schwiegervater vom Thron stoßen.

Es geht also, fast wie in der Hitserie "Games of Thrones", um Rivalität, Intrigen um den Thron und eine Krise der Monarchie, die durch den Tod eines Monarchen entsteht. Nur tragen die Protagonisten in diesem Fall den Namen Windsor.

Prinzessin Diana als Geist

In der Fernsehadaption des gleichnamigen Broadwaystückes geht man inhaltlich sogar noch weiter: Den Prinzen und anderen Palastbewohnern erscheint der Geist Prinzessin Diana.

Diana-Fans dürften vor allem hierüber schockiert sein, jährt sich doch in diesem Jahr ihr Todestag zum 20. Mal. Geisterszenen mit der Verstorbenen scheinen in dieser Zeit, wo ehrenvolles Gedenken im Vordergrund steht, besonders unpassend.

Die BBC und die Macher betonen natürlich, alles sei rein fiktional und man habe bereits bevor die Theaterversion des Fernsehdramas auf die Bühne gebracht wurde, den Inhalt rechtlich sehr genau prüfen lassen.

England

Familie Windsor

19. Januar  Queen Elizabeth erscheint vor Hillington Church in Norfolk. Die 93-Jährige lächelt, als sie aus dem Wagen steigt. Die Botschaft an die Öffentlichkeit ist klar: Von dem am Vortag verkündeten Rücktritt von Prinz Harry und Herzogin Meghan lässt sich Ihre Majestät nicht die Laune verderben. 
Zum Gottesdienst wird die Queen in der Regel von einem Familienmitglied oder einer engen Vertrauten begleitet. Die Person am heutigen Sonntag verwundert allerdings: Es ist ausgerechnet Prinz Andrew, das aktuell "schwarze Schaf" der Familie (steht rechts hinter der Queen). Was die Königin sich dabei wohl gedacht hat?
Es ist das erste Mal, dass man die Queen mit Prinz Andrew seit dessem skandalösem Interview über Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu Gesicht bekommt. Ausgestrahlt wurde es am 16. November 2019.
20. Dezember 2019  Nach Prinz William und Herzogin Kate, veröffentlichen jetzt auch Prinz Charles und Herzogin Camilla ihren königlichen Weihnachtsgruß. Unorthodox, mit sommerlichem Cabrio-Bild wünschen sie allen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. 

254

Kritik noch vor der Ausstrahlung

Die rechtliche Seite ist das eine. Aber wollen die Zuschauer eine spukende Königin der Herzen und eine intrigierende Herzogin Catherine sehen?

Trotz aller Beteuerungen müssen die Macher - rund eine Woche vor Ausstrahlung - einiges an Kritik einstecken. Parlamentsmitglied Andrew Brigden sagte "Mirror.co.uk" zufolge bereits, die Zuschauer würden das Programm sicherlich geschmacklos finden. Seiner Ansicht nach verunglimpfe es die Royals.

Schauspieler wollten die Rollen nicht

Das sehen wohl nicht nur Politiker so. Denn obwohl alles nur erfunden und rechtlich geprüft sein soll, gab es offenbar Schauspieler, die in dem Drama nicht mitspielen wollten, aus Angst, eine Rolle als fiktionaler Royal könnte ihrer Karriere und ihren Aussichten auf einen Orden oder Ritterschlag schaden.

Queen Elizabeth

Audienz bei Ihrer Majestät, der Queen

2018: Paul McCartney hat Erfahrung darin, vor der Queen zu stehen. Der ehemalige Beatle wurde von ihr 1997 zum Ritter geschlagen, nun wird er in Orden "Companions of Honour" aufgenommen, den George V. begründet hat. Die Autorin J.K. Rowling und der Filmer David  Attenborough sind andere Promimente, die zu den Mitgliedern zählen.
2016: Am 2. Dezember wird der britische Schauspieler und Oscar-Preisträger Eddie Redmayne von Queen Elizabeth mit dem Verdienstorden "Order of the British Empire" ausgezeichnet.
2016: Frisch von Prinz William zum Ritter geschlagen trifft Sänger Rod Stewart (mit Ehefrau Penny Lancaster) am Abend des 11. Oktobers die Queen. Im Buckingham Palace gibt sie einen Empfang für die "Royal Academy of Arts".
2016: Auch Sängerin Annie Lennox und Schauspieler Richard E. Grant haben die Ehre, die Queen zu treffen.

43

Dies enthüllte Regisseur Rupert Goold in einem Interview mit "Radio Times". Die Namen derer, die nicht als William, Charles, Camilla oder Harry auftreten wollten, wollte er allerdings nicht preisgeben. Er betonte aber, man sei aber sehr sensibel umgegangen mit bestimmten Themen, so der Goold, vor allem in Bezug auf die Beerdigungsszenen der Fernseh-Queen.

Wie geschmacklos das Ganze ist, davon können sich die Briten bald überzeugen. "Charles III" wird außerdem in den USA laufen.

Britisches Königshaus

Wer besteigt als nächstes den Thron?

Die britische Königsfamilie 
Traditionell sind Königshäuser mit reichlich Nachwuchs gesegnet - so auch in Großbritannien. Wer Chancen auf die Krone hat und wer ganz hinten in der Thronfolge ist, zeigen wir im Video!
Themen

Erfahren Sie mehr:

Palastgeflüster: Das machen die Royals