Queen Elizabeth: Mehr Geld in der Kasse

Queen Elizabeth kriegt im neuen Geschäftsjahr eine "Gehaltserhöhung" von rund 5,8 Millionen Euro. Die königliche Haushaltskasse profitiert von einem neuen Finanzierungs-System und Debatten gibt es darüber auch wieder

Ein Plus im Haushaltsbuch kann Queen Elizabeth verbuchen: Am 1. April ist der "Sovereign Grant" in Kraft getreten, der die königlichen Finanzen nicht nur grundlegend reformiert hat. Er bringt ihr für das Geschäftsjahr 2013/2014 auch rund 42 Millionen Euro und damit 5,8 Millionen mehr als im Vorjahr in die königliche Kasse.

Das höchst komplizierte Finanzierungssystem des königlichen Haushaltes, das sich bisher aus der so genannten "Civil List" und "Grants-in-aid" zusammensetzte und aus unterschiedlichen Teiles des Staatshaushaltes gezahlt wurde, wurde mit dem "Sovereign Grant" jetzt zusammengefasst und vereinfacht. Es wurde festgelegt, dass die Queen künftig 15 Prozent der Profite des "Crown Estate", der Krongüter, erhalten wird. Der Rest des erwirtschafteten Profites fällt weiterhin an den Staat.

Prinz Harry

Spezielle Fragen der Reporter beantwortet er nicht

Prinz Harry
Prinz Harry ist bekannt dafür der Witzbold auf Terminen zu sein. Er kann aber auch anders, wenn die Presse sich nicht korrekt verhält.
©Gala

Wenn die Finanzverwalter gut wirtschaften, sollten damit die königlichen Haushaltskosten problemlos gedeckt werden können, denn 2011/2012 verbuchte der nicht zum Privatbesitz des Monarchen gezählte "Crown Estate" Profite von rund 282 Millionen Euro. Zu den Gütern gehören landwirtschaftliche Flächen, Wälder, Betriebe, ein Offshore-Windpark vor der Küste, Immobilien (zum Beispiel in der Londoner Innenstadt) und diverse Beteiligungen. Damit Queen Elizabeth bei steigenden Profiten nicht mehr Geld bekommt, als ihr Haushalt tatsächlich verbraucht, sollen etwaige Überschüsse in einen Reservefond fließen.

England

Familie Windsor

19. Januar  Queen Elizabeth erscheint vor Hillington Church in Norfolk. Die 93-Jährige lächelt, als sie aus dem Wagen steigt. Die Botschaft an die Öffentlichkeit ist klar: Von dem am Vortag verkündeten Rücktritt von Prinz Harry und Herzogin Meghan lässt sich Ihre Majestät nicht die Laune verderben. 
Zum Gottesdienst wird die Queen in der Regel von einem Familienmitglied oder einer engen Vertrauten begleitet. Die Person am heutigen Sonntag verwundert allerdings: Es ist ausgerechnet Prinz Andrew, das aktuell "schwarze Schaf" der Familie (steht rechts hinter der Queen). Was die Königin sich dabei wohl gedacht hat?
Es ist das erste Mal, dass man die Queen mit Prinz Andrew seit dessem skandalösem Interview über Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu Gesicht bekommt. Ausgestrahlt wurde es am 16. November 2019.
20. Dezember 2019  Nach Prinz William und Herzogin Kate, veröffentlichen jetzt auch Prinz Charles und Herzogin Camilla ihren königlichen Weihnachtsgruß. Unorthodox, mit sommerlichem Cabrio-Bild wünschen sie allen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. 

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Das Plus im königlichen Haushaltsbuch sorgte besonders unter den Republikanern und Anti-Monarchisten bereits für Empörung. Laut "Mirror" nannte Republikaner-Chef Graham Smith es "absurd" und "unmoralisch" und fügte hinzu, die Windsors müssten wie jeder andere lernen, mit ihren Mitteln auszukommen. Mit den 42 Millionen Euro, über die der "Royal Household" jetzt verfügen kann, werden allerdings nicht etwa die Pferde der Queen-Enkelin Zara Phillips, das ausschweifende Partyleben von Prinz Harry oder die Designer-Baby-Ausstattung für Prinz Williams sehnlich erwartetem Nachwuchs finanziert. Im Gegenteil: Denn außer der Queen und Prinz Philip bekommt keiner der britischen Royals Geld aus dem "Sovereign Grant". Vielmehr muss die Königin das Geld darauf verwenden, mehrere Hundert Palastangestellte zu entlohnen, sieben uralte Residenzen zu unterhalten und zu renovieren, ihre offiziellen In- und Auslandsreisen zu bezahlen und Staatsgäste auf Banketten zu bewirten.

Laut "Dailymail" schlagen alleine die Lohnkosten für die königlichen Bediensteten jährlich mit fast zwölf Millionen Euro zu Buche. Weil die Queen ihrem Haushalt seit Jahren einen harten Sparkurs auferlegt hat, wurden Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an den Jahrhunderte alten Schlössern genauso verschoben wie Gehaltserhöhungen für die Angestellten. Die zusätzlichen Mittel sollen nun in dringend notwendige Reparaturen zum Beispiel an der bröckelnden Fassade des "Buckingham Palace" gesteckt werden sollen, wie ein Palastsprecher gegenüber verschiedenen Medien bekräftigte.

Die anderen Mitglieder der königlichen Familie, die offizielle Pflichten im Namen der Krone übernehmen, erhalten dafür veranschlagte Mittel durch die Neuregelung der Finanzen nun direkt aus der Schatulle von Queen Elizabeth. Prinzessin Anne beispielsweise bekommt, als eine der fleißigsten Windsors, 268.000 Euro im Jahr. Prinz Charles, als Thronfolger, bezieht sein Einkommen dagegen - wie seine Vorfahren - aus dem Herzogtum Cornwall ("Duchy of Cornwall"), einem 54.000 Hektar großen Besitz im Südwesten Englands, der Landwirtschaft, Gewerbe-und Wohnimmobilien umfasst. Damit finanziert der 64-Jährige auch die Haushalte seiner Söhne William und Harry, für die Queen Elizabeth ebenfalls nicht aufkommen muss.

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