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Queen Elizabeth Eröffnung des Parlaments stört ihre Weihnachtstradition

Queen Elizabeth bei der Parlamentseröffnung in London am 19. Dezember 2019. Begleitet wird sie von Prinz Charles.
Die Queen im Londoner Westminster Palast am 19. Dezember 2019. Begleitet wird sie von Prinz Charles.
© Getty Images
Queen Elizabeth begeht das Weihnachtsfest nach einem Ablaufplan, der seit Jahren derselbe ist. 2019 ist ihr allerdings Premierminister Boris Johnson in die Festtags-Parade gefahren.

Queen Elizabeth, 93, hat sich nach einem anstrengenden Jahr (Autounfall von Prinz Philip, 98, Wirbel um Prinz Harry, 35, und Herzogin Meghan, 38, Skandal im Prinz Andrew, 59) ein besinnliches Weihnachtsfest redlich verdient. Beginnen sollte ihr Urlaub eigentlich schon vor zwei Tagen: Am Mittwoch vor Weihnachten lädt sie seit Jahren ihre Familie zu einem Essen in den Palast ein und besteigt am nächsten Tag ihre Dienst-Eisenbahn, den sogenannten "Royal Train", um zu ihrem Landsitz Sandringham House in der Grafschaft Norfolk zu fahren. Erst nach dem 6. Februar, dem Todestag ihres Vaters George VI., kehrt die Queen für gewöhnlich in den Buckingham Palast zurück.

In diesem Jahr wurde der liebgewonnene Ablauf allerdings gestört: Weil die Briten am 12. Dezember eine Neuwahl ihrer Regierung durchgeführt hatten, musste die 93-Jährige kurz vor der Abfahrt nach Sandringham House noch ein dringendes Amtsgeschäfte ausführen. Sie fuhr deshalb erst einen Tag später als gewöhnlich, am Freitag statt am Donnerstag, in ihren wohlverdienten Urlaub. Das beweisen Bilder, die die Queen beim Verlassen ihres Zuges an der King's Lynn Railway Station zeigen.

Queen Elizabeth kommt am Mittag des 20. Dezember 2019 an der King's Lynn Station an. Von hier sind es etwa 12 Kilometer mit dem Auto zu ihrem Landsitz.
Queen Elizabeth kommt am Mittag des 20. Dezember 2019 an der King's Lynn Station an. Von hier sind es etwa 12 Kilometer mit dem Auto zu ihrem Landsitz.
© Splashnews.com

Queen Elizabeth eröffnete das Parlament

Eine wichtige Staatsaufgabe der Queen ist es, im Westminster Palast in London den offiziellen Beginn eines Parlamentsjahres einzuläuten. 2019 erfolgte dies bereits am 14. Oktober und das, wie es sich gehört, mit allem Prunk und Pomp. Doch nur zwei Wochen später stimmte das Unterhaus für eine von Premierminister Boris Johnson, 55, angestrebte Neuwahl. Als Datum wurde der 12. Dezember festgelegt. Grund: Johnson will sein mit Brüssel ausgehandeltes Brexit-Abkommen umsetzen und Großbritannien schnellstmöglich aus der Europäischen Union führen. Das verhinderte bis zur Neuwahl der Umstand, dass seine Partei keine Mehrheit im Unterhaus hatte. Heute sieht das anders aus: Johnson gewann durch die Abstimmung dazu und hat nun 80 Sitze Vorsprung vor den anderen Parteien. Der Brexit scheint so unausweichlich. 

So oder so hieß es für die Queen: Bitte noch einmal zur Parlamentseröffnung antreten. Begleitet wurde sie dabei von Prinz Charles, 71.

Queen Elizabeth kam ohne Staatsrobe

Anders als im Oktober ließ Queen Elizabeth ihre Juwelen und dekadenten Gewänder bei der zweiten Runde allerdings zu Hause und erschien in einem ihrer gewohnten Kostüme und mit einem Hut. Statt in einer Kutsche fuhr sie in einem Auto vom Buckingham Palast zum Westminster Palast. Der simple Ablauf ist dem politischen Umstand der Neuwahl geschuldet. Wie "Daily Mail" außerdem schreibt, habe die Regierung die neue Wählerbasis der Arbeiterklasse nicht entfremden wollen.

Auch 2017 hatte es die Queen so gehandhabt, als ebenfalls vorgezogene Parlamentswahlen stattgefunden hatten.

Die Queen wird von Prinz Charles zum Thron im Oberhaus geführt. In ihrer Rede enthüllt die Königin den Abgeordneten das Programm der mehrheitlich konservativen Regierung für das kommende Jahr.
Die Queen wird von Prinz Charles zum Thron im Oberhaus geführt. In ihrer Rede enthüllt die Königin den Abgeordneten das Programm der mehrheitlich konservativen Regierung für das kommende Jahr.
© Getty Images

Die Königin war nicht sonderlich "amused"

Neun Minuten dauerte dieses Mal das Verlesen der Regierungserklärung. Die Queen zeigte sich dabei wenig in Stimmung, leierte die Worte monoton herunter. Schon bei ihrer Rede im Oktober wirkte sie verhalten. Umso schöner, dass sie bei der Ankunft an der King's Lynn Railway Station wieder lachen konnte.

Verwendete Quelle: parliament.uktrc-leiden.nl, royal.uk

jre Gala

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