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Queen Elizabeth Der etwas andere Arbeitsplatz


In unserer Kolumne "Royals Inside" berichten wir über die Adelshäuser dieser Welt - heute über die ungewöhnlichen Jobs, die es im königlichen Haushalt bei Queen Elizabeth gibt

Queen Elizabeth ist nicht nur Monarchin, sie ist auch Managerin eines traditionellen Familienunternehmens und Arbeitgeberin. Damit ihre Gäste um fünf Uhr ihren Tee bekommen, die Tafel zum Staatsbankett gedeckt ist und alle Betten gemacht sind, beschäftigt sie in jeder ihrer Residenzen unzählige Angestellte. Seit die Erfolgsserie "Downton Abbey" läuft, bekommen Zuschauer zumindest einen kleinen Eindruck davon, wie so ein Job im Schloss aussehen kann. Es gibt für fast jede Aufgabe und jede Handreichung einen eigenen Bediensteten, und es herrscht eine klare Hierarchie. Der Butler hat das Zepter in der Hand und sorgt für reibungslose Abläufe - immer schön diskret und hinter den Kulissen natürlich. In der (fiktiven) Familie von "Lord Grantham" übernimmt "Mr. Carson" diese Aufgabe. Und jemand mit seinen Fähigkeiten sucht die britische Königin gerade für Schloss Windsor.

Vom neuen "Back House Manager", eine Art "Haushaltsleiter im Hintergrund", wird einiges erwartet, wie man auf der Webseite des königlichen Haushaltes erfahren kann. Der Bewerber soll Erfahrungen im "operativen Management" und Gastfreundschaft mitbringen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die enge Zusammenarbeit mit den Haushalts- und Putzkräften sowie die Überwachung von Reparatur- und Sanierungsarbeiten. Nicht gefordert wird, dass der gesuchte "Back House Manager" Hundefreund sein sollte, um mit den Corgis der Queen fertigzuwerden. Die königliche Dienstherrin bietet 38.000 Euro Jahresverdienst, was nicht gerade üppig erscheint, angesichts einer 40-Stunden-Woche.

Die recht unspektakuläre Stellenbeschreibung täuscht außerdem darüber hinweg, dass Bewerber in Windsor kein normaler Adelshaushalt erwartet. Selbst für royale Verhältnisse ist das Schloss groß und verfügt über mehr Räume als der "Buckingham Palace" in London. Die Putzkolonnen müssen mehr als 775 Säle, Hallen und königliche Gemächer sauber halten. Noch dazu ist es so etwas wie ein königliches Hotel, in dem die Queen Staatsbankette für mehrere Hundert Gäste ausrichtet und Präsidenten, Könige und andere Würdenträger beherbergt. Zu überwachen gibt es also jede Menge!

Aber am Hof gibt es noch ungewöhnlichere Betätigungsfelder: Wie "telegraph.co.uk" schreibt, konnte man sich in letzter Zeit unter anderem als Hisser der königlichen Standarte und Feuermacher bewerben. Der Arbeitsplatz des Fahnenaufziehers? Einer der Türme von Windsor. Frische Luft und ein einmaliger Blick sind dabei garantiert – und ein Job, der mit keinem anderen ansatzweise vergleichbar ist.

Für die schottische Residenz "Holyrood House" in Edinburgh wird aktuell außerdem eine Teilzeit-Reinigungskraft gesucht. Wie "telegraph.co.uk" berichtet, soll sie nicht nur Betten machen und Wäsche waschen, sondern Kaugummis von Möbeln und Böden entfernen. Dass die Royals nicht das Mobiliar verkleben, davon kann man ausgehen. Die Touristenscharen, die die königliche Residenz besuchen, scheinen sich aber gern so zu "verewigen". Vielleicht bleibt ihnen angesichts der royalen Pracht aber auch einfach der Mund offen stehen. Auf jeden Fall gibt es den Posten "Kaugummikratzer im Namen der Queen" ganz sicher nur in Großbritannien.

Gala

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