Queen Elizabeth: Bis in die gute Stube

Eine neue Dokumentation liefert Innenansichten des königlichen Haushalts von Queen Elizabeth und enthüllt dabei manche bislang unbekannte Marotte

Es passiert nicht oft, dass Queen Elizabeth die Schlosstüren öffnet und ein Kamerateam bis in ihre gute Stube bittet. 2012, in ihrem Thronjubiläums-Jahr, machte die Monarchin eine Ausnahme, ließ sich über die Schulter blicken und in ihren Schlössern begleiten. Dabei herausgekommen ist die zweistündige Dokumentation "Our Queen" ("Unsere Königin"), die der britische Sender "ITV" am kommenden Sonntag (17. März) ausstrahlt.

Der Fernsehfilm liefert jede Menge Inneneinsichten in den königlichen Haushalt, zeigt die kleinen Marotten der Corgi vernarrten Königin und Beispiele ihres schelmischen Humors. Filmemacher Michael Waldman verriet in einem Interview mit der "Radio Times" schon einiges von dem, was der Zuschauer von seiner Königin zu sehen bekommt. So liege auf einem ihrer Lieblingsstühle ein Kissen mit dem gestickten Spruch "It’s Good To Be Queen" ("Es ist gut, Queen zu sein").

Herzogin Catherine + Prinz William

Ein weiteres Stück Normalität kehrt in ihren Alltag zurück

Herzogin Catherine + Prinz William
Herzogin Catherine und Prinz William scheinen viel Spaß bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt seit dem Corona-Lockdown zu haben.
©Gala

Die Sparsamkeit von Queen Elizabeth ist eine ihrer bekannten Marotten, dass sie aber sogar Worte spart, fiel noch keinem auf. Waldman aber beobachtete bei den Dreharbeiten, dass sie niemals "Hallo" oder "Auf Wiedersehen" sage. "Damit spart sie sicher tausende von Worten pro Tag."

Und noch eine weitere Anekdote liefert der Filmemacher: Zur Feier des Thronjubiläums empfing die Queen im Mai 2012 in Windsor königliche "Amtskollegen" aus aller Welt zu einem Dinner. Beim langen Defilee von Königen, Königinnen und Emiren habe Prinz Philip den Überblick verloren, wem er als letztes die Hand geschüttelt habe. Deswegen habe ihm seine Frau, die ein großartiges Gedächtnis habe, auf die Sprünge geholfen und souffliert: "Nein, das war Kuwait … Er ist König."

Ihren Sinn für Humor beweist die Queen bei der Wahl ihrer Kissen.

Bekanntermaßen trägt die Königin, wenn sie privat unterwegs ist, mit Vorliebe britischen Land-Look und gibt sich mit Kopftuch, Karos und Gummistiefeln ausgesprochen bürgerlich. Wie man auf vorab veröffentlichten Fotos aus der Dokumentation "Our Queen" sieht, zeugt auch die Inneneinrichtung der Sommerresidenz Balmoral von einem ähnlichen Geschmack. Wie wohl jede Dame ihres Alters hängt die 86-Jährige an vielen Erinnerungsstücken.

Queen Elizabeth

Ein Leben für die Krone

Vor 67 Jahren, am 2. Juni 1953, wurde mit pompösen Krönungsfeierlichkeiten in London aus der jungen "Lillibeth" die jetzige und damit am längsten amtierende Monarchin der Welt: Königin Elizabeth II.  Schauen Sie mit uns zurück auf das außergewöhnliche Leben der Queen.
1926: Elizabeth mit ihren stolzen Eltern.
29. Mai 1926  Queen Elizabeth wird in der Privatkapelle des Buckingham Palastes auf den Namen Elisabeth Alexandra Mary getauft. Ihre Paten waren ihre Eltern, Lord Strathmore, Prinz Arthur (Urgroßonkel väterlicherseits), Prinzessin Mary (Tante väterlicherseits) und Mary Elphinstone (Tante mütterlicherseits).
1927  Mit einem Jahr bezauberte die kleine Lizzie schon mit sonnigem Gemüt.

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So ist der gesamte Flügel und eine Kommode in ihrem Wohnzimmer vollgestellt mit gerahmten Familienbildern, unter denen jeweils ein Spitzendeckchen liegt. Neben den Porträts von Queen Mum und den Enkelkindern erkennt man auch ein Bild des königlichen Lieblingspferdes. Zierkissen liegen drapiert auf den Sesseln und Vasen mit frischen Blumen stehen überall. Im offenen Kamin sorgt kein Feuer für Wärme sondern ganz pragmatisch ein tragbarer Heizlüfter. Wie britische Medien bereits berichteten, gibt es solche Modelle in jedem Baumarkt. Dass die Queen ihn allerdings selber gekauft hat, darf bezweifelt werden. Die Monarchin wird außerdem kaum den Staubwedel schwingen, dafür hat sie Personal. Genauso wie für das Abputzen der Corgi-Pfoten, damit der Schlosspark-Dreck von der royalen Hundemeute nicht auf den wertvollen Teppiche verteilt wird.

Im August und September macht die Queen mit ihrer Familie Urlaub in Balmoral. Wie es hinter den Schlossmauern und in den privaten Räumen der Royals aussieht, sah man bislang nicht.

Und wer hätte es gedacht: Im Wohnzimmer der Queen gibt es sogar Unordnung. Wie man auf den Fotos sieht, türmen sich auf dem Schreibtisch Berge von Papieren und verdecken mit ihrer Höhe sogar die Porzellan-Corgis. Ordentlich aufgereiht liegen dagegen unzählige Magazine und Zeitungen auf einem Tisch, darunter finden sich das englische "Majesty"-Magazin, das sich mit den britischen Royals beschäftigt und - als Pflichtlektüre für die Rennpferde züchtende Königin - die "Racing Post", eine Fachzeitschrift für Pferderennsport-Fans.

Wenn die Queen im Urlaub ist, lädt sie ihren jeweiligen Premierminister zu sich nach Schottland ein, um das wöchentliche, streng vertrauliche Vier-Augen-Gespräch in einem etwas privateren Umfeld abzuhalten. 2012 hatte also David Cameron das Vergnügen, seine Monarchin in ihrer Sommerresidenz zu besuchen - begleitet von dem Kamerateam, dem der Premier auch ein Interview gab und verriet, dass die Royals sich in Balmoral vor allem mit Fischen, Reiten und Wandern beschäftigen.

Aber auch wenn die Queen in der informellen Atmosphäre ihres privaten Wohnzimmers zum Gespräch bittet, auf ein königliches Utensil verzichtet sie nie: ihre Handtasche.

Einige Ausschnitte aus der Dokumentation "Qur Queen" über Königin Elizabeth gibt es hier zu sehen.

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