Queen Elizabeth: "Trooping the Colour" ohne Prinz Philip und die Familie

Auch eine weltweite Pandemie kann die Briten nicht davon abhalten, den Geburtstag ihrer Königin zu feiern. Das traditionelle "Tropping the Colour" zu Ehren des Geburtstages von Queen Elizabeth stand in diesem Jahr aufgrund der Coronakrise auf der Kippe. Doch Ihre Majestät erhält dennoch ihr schönstes Geburtstagsgeschenk, allerdings in einer abgespeckten Version – und garniert mit einem Wermutstropfen.

Queen Elizabeth

Es ist ein ungewohntes Bild, das sich den Zuschauern bei der BBC-Live-Übertragung des wohl größten Events im royalen Terminkalender bietet: Queen Elizabeth, 94, steht in diesem Jahr nicht gemeinsam mit Prinz Philip, 99, und ihrer gemeinsamen Familie auf dem Balkon des Buckingham Palastes, um die Geburtstagsparade "Trooping the Colour" von den besten Plätzen verfolgen zu können. Die Königin empfängt die traditionellen militärischen Ehren auf Schloss Windsor, im Schutze eines Zeltes, und ohne ihre Liebsten.

Queen Elizabeth: "Trooping the Colour" mit allen Ehren, aber ohne die Liebsten

Queen Elizabeth feiert jedes Jahr zwei Geburtstage: ihren eigentlichen Geburtstag am 21. April im privaten Rahmen und einen am zweiten Samstag im Juni, mit der imposanten Militärparade "Trooping the Colour". Die weltweite Corona-Epidemie allerdings veranlasste den Buckingham Palast im März, das Großevent abzusagen. Anlässlich des 67. Thronjubiläums Ihrer Majestät am 2. Juni dann die Überraschung: "Trooping the Colour" wird stattfinden, allerdings in einer Mini-Version.

Britische Royals

Die Familie Windsor bei Terminen

17. Juli 2020  Da ist sie wieder! Queen Elizabeth zeigt sich auf Schloss Windsor. Es ist das zweite Mal, dass die Königin seit dem Ausbruch der Coronakrise im März persönlich zu einem Termin erscheint (Das erste Mal besuchte sie, ebenfalls auf Schloss Windsor, eine kleine Militärparade anlässlich ihres 94. Geburtstages).
Die Queen empfängt einen besonderen Gast: Captain Tom Moore. Der 100-Jährige (!) Kriegsveteran hat innerhalb kürzester Zeit über 32 Millionen britische Pfund (etwa 35,1 Millionen Euro) gesammelt, um den Nationalen Gesundheitsdienst des Landes im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Wie er das gemacht hat? Nun, am 6. April fing Moore trotz seines hohen Alters an, mit seiner Gehhilfe in seinem Garten auf und ab zu laufen. Viele Menschen waren so gerührt von der Aktion, das sie dem Spendenaufruf folgten. Mit Hilfe der Medien und den sozialen Netzwerken avancierte Captain Tom, wie er liebevoll von seinen Landsleuten genannt wird, zum absoluten Liebling der Nation. 
Mit einem Schwert, das einst ihrem Vater König George VI. gehörte, schlägt die Queen Tom Moore für seine Verdienste zum Ritter. "Vielen Dank, eine erstaunliche Menge Geld, die Sie gesammelt haben", huldigt sie laut "Mail Online" dem 100-Jährigen. Der soll gescherzt haben: "Wenn ich jetzt umfalle, schaffe ich es nie mehr hoch." Die 94-jährige Queen und der 100-jährige Kriegsveteran - ein rührendes Foto, das man als Royal-Fan einfach gesehen haben muss. 
Captain Tom Moor wird von seiner Enkelin Georgia, seiner Tochter Hannah und seinem Enkelsohn Benji begleitet. Hier überreicht ihm die Queen das Abzeichen des Knights Bachelor. Der 100-Jährige darf sich fortan Captain Sir Tom Moore nennen. 

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Während eines traditionellen "Trooping the Colour" gehen über 1.400 Soldaten, 400 Musiker und 200 Pferde vom Buckingham Palast aus die Mall entlang. In diesem Jahr ist alles anders: Unter dem Kommando von Oberstleutnant Henry Llewelyn-Usher zieht ein kleines Kontingent von Männern der Welsh Guards an der Queen und Prinz Philip vorbei. Begleitet wird der Trupp von einer reduzierten Anzahl der Musikgruppen der Household Division. Alle Beteiligten sind darauf bedacht, den in der Coronakrise vorgeschriebenen Abstand von 2,2 Metern einzuhalten.

Queen Elizabeth

Sie macht ihren ersten offiziellen Video-Call

Queen Elizabeth
Queen Elizabeth hat damals vermutlich nicht damit gerechnet, dass sie irgendwann mal einen Videocall machen würde.
©Gala

Schmerzhafter für die Königin: Erstmals seit ihrer Inthronisation ist sie nicht umgeben von ihren Liebsten. Weder Prinz Philip noch die gemeinsamen Kinder Prinz Charles, 71, Prinzessin Anne, 69, Prinz Andrew, 60, und Prinz Edward, 56, stehen mit ihren Familien an ihrer Seite noch ihre Enkel- und Urenkelkinder. Prinz William, 37, und Herzogin Catherine, 38, mit ihren Kindern Prinz George, sechs, Prinzessin Charlotte, fünf, und Prinz Louis, zwei, folgen den Empfehlungen der britischen Regierung zum Social Distancing während der Corona-Epidemie genauso wir ihre Cousins und Cousinen. 

Prinz Philip bleibt im Ruhestand

Prinz Philip, der sich seit März mit Queen Elizabeth in Selbstisolation auf Schloss Windsor aufhält, hält sich auch bei diesem besonderen Termin im Hintergrund. Der Herzog von Edinburgh hat sich bereits im Jahr 2017 aus allen offiziellen Aufgaben zurückgezogen. Einen Blick durchs Fenster auf das feierliche Spektakel wird er sich aber sicherlich erlaubt haben.

Die anderen Familienmitglieder haben weitaus weniger prominente Plätze in diesem Jahr. Wie all ihre britischen Landsleute haben sie wahrscheinlich das ungewöhnlichste "Trooping the Colour" aller Zeiten von der heimischen Couch aus im TV verfolgt. Auch Prinz Harry, 35, und Herzogin Meghan, 38, werden vermutlich als stille Beobachter in den USA der Traditionsparade beigewohnt haben. Das wohl einsamste "Trooping the Colour" für Ihre Majestät wurde für alle Royal-Fans - und natürlich die Familie in Übersee - live online übertragen.

Verwendete: BBC, Daily Mail

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