VG-Wort Pixel

Prinzessin Diana (†) Inspektorin enthüllt: Ermittlungen zu ihrem Tod forderten ihren Tribut

Prinzessin Diana
Prinzessin Diana
© Tom Wargacki/WireImage / Getty Images
Zahlreiche Verschwörungstheorien rankten sich um Prinzessin Dianas tragischen Tod. Ein kleines Team von Scotland Yard sollte Licht ins Dunkel bringen, doch die Ermittlungen verlangten den Mitarbeiter:innen einiges ab.

Diese Todesnachricht ging um die Welt: In der Nacht zum 31. August 1997 verunglückte Prinzessin Diana, †36, bei einem Autounfall in Paris. Fans der "Königin der Herzen" trauerten weltweit. Bis heute glauben viele von ihnen an wilde Verschwörungen. Für ein kleines Team des Scotland Yard galt es damals, den Fall zu untersuchen. Doch der Job brachte die Mitarbeiter:innen an ihre Grenzen.

Prinzessin Diana: Scotland Yard untersuchte ihren Tod

Selten war eine solch sensible Untersuchung von so großem öffentlichen Interesse. Wie die Ermittler:innen in der neuen "Channel 4"-Dokumentation "Investigating Diana: Death in Paris" enthüllen, wurden sie verfolgt und befürchteten, dass ihre Telefonate abgehört wurden. Mitarbeiter:innen der Metropolitan Police wurden routinemäßig beobachtet. Das Hauptquartier des Teams wurde in ein unscheinbares Büro in Putney verlegt, schreibt "The Telegraph", wo Zugänge und Kommunikationswege genauestens überprüft wurden. Der Druck auf das Scotland-Yard-Team war immens. 

Herzogin Meghan + Prinz Harry + Diana

Dazu gehörte auch Inspektorin Jane Scotchbrook, 56, die hinzugezogen wurde, um die intimsten Aspekte des Falles zu untersuchen. So war es für sie als einzige Frau in dem 14-köpfigen Team die Aufgabe, herauszufinden, ob Lady Di zum Zeitpunkt ihres Todes schwanger, verlobt oder vielleicht um ihre eigene Sicherheit besorgt war. Dazu musste Scotchbrook mit den engsten Vertrauten der Prinzessin sprechen und ihnen intime Gespräche, Dianas Geheimnisse und Hoffnungen für die Zukunft entlocken. Sogar Dianas Menstruationszyklus habe sie herausfinden müssen, heißt es.

Inspektorin sprach mit Dianas engsten Vertrauten

Scotchbrook, die mittlerweile im Ruhestand ist, konnte das Vertrauen einiger Freund:innen der verstorbenen Prinzessin gewinnen, die ihr mit zahlreichen Informationen helfen wollten. So sprach sie auch mit Rosa Monckton, mit der Diana nur zwei Wochen vor ihrem Tod fünf Tage Urlaub gemacht hatte, Lady Annabel Goldsmith, 88, und ihrer älteren Schwester Lady Sarah McCorquodale, 67, die beide nur zwei Tage vor dem tragischen Unfall mit Diana gesprochen hatten, und James Hewitt, 64, mit dem sie zwischen 1986 und 1991 eine Affäre hatte.

"Es war sehr persönlich. Ich musste einige intime Fragen stellen", so Scotchbrook. Sie habe Einblicke in die Krankenakte, Emotionen und Gefühle einer Prinzessin gehabt. "Es ging um Schwangerschaft und Verlobung... das Timing und die Chronologie waren entscheidend. Es ging also um ihre Gefühle, und zwar so kurz vor ihrem Tod wie möglich." Sie sei erstaunt, wie hilfsbereit Dianas Vertraute waren, von denen sie sich allerdings mehr und mehr "abgeschottet" habe, wie die Inspektorin beobachten konnte.

Der Druck auf die Ermittler:innen war hoch

Der Druck auf das kleine Scotland-Yard-Team forderte seinen Tribut. Jane Scotchbrook durfte nicht mit Freund:innen oder Familie über ihre Arbeit sprechen. Die Angst, dass jemand versuchen könnte, sie zu diskreditieren, um die Ermittlungen zu untergraben, isolierte sie. "Wir hatten Bedenken, dass die Leute wissen wollten, was wir herausgefunden hatten", erklärt sie im Interview mit der Zeitung. "Die Sicherheitsvorkehrungen waren so streng. Ich fand es ziemlich isolierend."

Selbst Telefongespräche mit Freund:innen waren plötzlich kaum mehr möglich. "Ich wollte nicht über den Fall sprechen, man wollte einfach nicht, dass jemand etwas über einen herausfindet. Man konnte einfach nicht loslassen, um zu plaudern und über andere Dinge nachzudenken. Aus dieser Perspektive war alles ziemlich schwierig", erinnert sich Scotchbrook. 

Das Erlebte nahm die heute 56-Jährige so sehr mit, dass sie auch 18 Jahre nach Ende der Ermittlungen noch mit den Tränen kämpft, wenn sie darüber spricht – vor Stolz, denn immerhin gab es trotz der widrigen Umstände keine undichten Stellen. "Wir haben wirklich gute Arbeit geleistet", sagt sie. 

"Meine Güte, was haben wir uns Mühe gegeben. Ich weiß nicht, ob wir, als wir anfingen, wussten, wie groß oder weitreichend diese Untersuchung sein würde", so Jane Scotchbrook, "aber das war sie. Wir haben absolut alles untersucht. Wir lebten und atmeten diese Sache."

"Operation Paget" dauerte drei Jahre und kostete rund 3,7 Millionen Pfund (etwa 4,3 Millionen Euro). 

Verwendete Quelle: telegraph.co.uk

spg Gala

Mehr zum Thema

Gala entdecken