Prinzessin Diana : William und Harry waren für sie "Ersatz-Ehemänner"

Prinzessin Diana sollte in ihrer Ehe mit Prinz Charles nicht glücklich werden. Als die Beziehung in die Brüche ging, suchte sie Halt bei ihren Söhnen Prinz William und Prinz Harry

Prinzessin Diana, †36, habe Prinz William und Prinz Harry ein so normales Leben und stabiles Umfeld wie möglich bieten wollen, sind sich Biographen und ehemalige Wegbegleiter einig. Sie habe beide Jungen vergöttert, schrieb zum Beispiel Dianas Vertrauter Richard Kay in einem Gastbeitrag für "Daily Mail" nach ihrem Tod. Als Dianas Ehe mit Prinz Charles Ende der 1980er auf ihr Ende zusteuerte, wurde die Beziehung zu William und Harry noch enger. Doch die Prinzessin "schien zu vergessen, dass sie eine Erwachsene war und sie Kinder", notiert Angela Levin in ihrem Buch "Harry: Gespräche mit einem Prinzen".

Prinzessin Diana suchte Halt bei Prinz William und Prinz Harry

Diana habe sich einsam, zurückgewiesen und depressiv gefühlt und erwartet, dass ihre Söhne ihr Halt geben. "Die verkehrte Rolle führte dazu, dass sie sich immer mehr an William anlehnte; ihm ihre Probleme erzählte, über ihre Liebhaber sprach und emotional von ihm abhängig wurde", schreibt Levin, die Harry 2016 und 2017 für ihre Recherche zu Terminen folgte und ihn sogar zu einem Vier-Augen-Gespräch im Palast traf.
Dass sich seine Mutter einsam gefühlt und unter ihrem unglücklichen Liebesleben gelitten hat, bestätigte William im Juni 2017 in einem Interview mit der britischen Ausgabe der "GQ" anlässlich des 20. Todestages von Prinzessin Diana.

Prinz Harry + Prinz William

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Prinzessin Diana und Prinz Charles mit Prinz William im Arm
Prinz William, Prinzessin Diana
Prinzessin Diana, Prinz William
Prinzessin Diana, Prinz William, Prinz Charles

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So fühlten sich Harry und William 

Über William schreibt Levin im Hinblick auf Dianas Verhalten in ihrem Buch: "Es war eine schwere Bürde, die auf seinen jungen Schultern lastete, da seine Wahrnehmung und Erfahrung auf die eines kleinen Jungen begrenzt war." Zum Zeitpunkt der Verkündung der Trennung seiner Eltern im Dezember 1992 war William erst zehn Jahre alt war. Dennoch, so Levin, habe er versucht, "der Mann im Haus zu sein" und sich verantwortlich für das Glück und das Seelenleben von Diana gefühlt. Eine Rolle, die eigentlich Prinz Charles oder ein anderer erwachsener Mann hätte ausfüllen müssen.

Als William 1990 im Alter von neuen Jahren aufs Internat gegangen sei, heißt es in "Harry: Gespräche mit einem Prinzen" weiter, habe Diana verstärkt die Gesellschaft von Harry (damals 7) gesucht. "Harry ist viel emotionaler als sein Bruder, aber vermittelte mir den Eindruck, dass er weniger als William unter Dianas manchmal verzweifeltem Bedürfnis nach Nähe gelitten hat (...)", schreibt Levin. 

Diana hielt ihre Männer nicht vor Harry und William geheim

Während und nach der Ehe von Diana und Charles traten neue Männer in das Leben der Prinzessin - und damit auch in das Leben ihrer Söhne. Auch James Hewitt, mit dem Diana eine langjährige Affäre hatte, ging im Palast ein und aus. Levin schreibt über die Beziehung von Hewitt und Harry: "Harry war seiner Mutter immer unglaublich nahe und als Diana starke Gefühle für Hewitt zeigte, nahm sich Harry ein Beispiel daran".
Diana sei nicht diskret im Umgang mit ihren Affären und Beziehungen gewesen, nachdem sie und Charles getrennt gewesen seien. Stattdessen habe sie Harry und William "ermutigt", eine Beziehung zu ihren männlichen Freunden aufzubauen. Einen von ihnen, Dr. Hasnat Khan, habe bereits in einem frühen Stadium der Beziehung regelmäßig im Kensington Palast übernachtet.

Prinzessin Diana

Keiner war Mr. Right

Barry Mannakee: Der verheiratete Polizist wurde 1985 als Dianas Leibwächter abkommandiert und entwickelte sich bald zu ihrem Vertrauten und Trostspender. Die Prinzessin selbst gestand in den Sitzungen mit ihrem Sprachcoach Peter Settelen, sie habe davon geträumt, mit Mannakee zusammenzuleben: "Ich war nur glücklich, wenn er in meiner Nähe war." Wie weit die Beziehung ging, offenbarte sie jedoch nicht. Barry Mannakee wurde 1986 – angeblich weil Dianas Gefühle für ihn aufgeflogen waren – versetzt. Er starb drei Jahre später bei einem Verkehrsunfall. Prinzessin Diana stellte später die Theorie auf, ihr ehemaliger Leibwächter sei ihretwegen ermordet worden.
James Hewitt: Auf einer Cocktailparty lernte Diana 1986 den zwei Jahre älteren Hauptmann kennen. Kurze Zeit nach dem ersten Treffen engagierte sie ihn als Reitlehrer für ihre Söhne, später nahm auch sie Reitstunden bei ihm. Bei gemeinsamen Ausritten in den Londoner Parks kamen sie sich näher. Die Umstände hätten sie zusammengebracht, so Hewitt später. Die intensive Beziehung dauerte rund vier Jahre. Sie endete, als Hewitt ins Ausland abkommandiert wurde. Später versuchte er, von seinem Ruhm als ehemaliger Liebhaber der Prinzessin zu profitieren: Er tingelte durch Reality- TV-Shows, gab Interviews, wirkte an Enthüllungsbüchern mit und schrieb seine Autobiografie. Diana empfand dies als Verrat. Im Mai dieses Jahres erlitt James Hewitt einen Schlaganfall und eine Herzattacke und musste wochenlang im Krankenhaus behandelt werden.
James Gilbey: Der Autohändler und die Prinzessin kannten sich aus ihrer Jugend. Zwar verneinte Diana im Interview, eine Affäre mit ihrem "sehr guten Freund" gehabt zu haben. 1989 wurde aber ein Telefonat der beiden aufgezeichnet, welches den Schluss nahelegt, dass einiges mehr lief. Der pikante Wortlaut des Gesprächs, in dessen Verlauf Gilbey Diana liebevoll "Squidgy", also Tintenfischchen, nennt, wurde 1992 veröffentlicht und zum "Squidgygate"-Skandal. Im Gegensatz zu James Hewitt behielt Gilbey die Details über die Liaison für sich. Der "ewige Junggeselle" heiratete 2014 die geschiedene, fünffache Mutter Lavinia Hadsley-Chaplin, Innenarchitektin.
Oliver Hoare: Die Affäre mit dem Kunstexperten und Prinz- Charles-Freund datiert Diana- Biografin Tina Brown auf 1992.  Die Prinzessin habe alles dafür getan, Oliver Hoare zu gewinnen. Sogar von einem Leben in Italien habe sie geträumt. Der damals 47-Jährige blieb jedoch bei seiner Frau.

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Prinz William fühlt sich schuldig

Am 31. August 1997 starb Diana, als sie mit ihrem letzten Freund Dodi Al-Fayed, †42, auf dem Weg in dessen Pariser Appartement mit dem Auto verunglückte - gejagt von Paparazzi auf Motorrädern. William war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt, Harry fast 13. Obwohl William viele Jahre versucht hatte, für seine Mutter da zu sein, hatte er sie weder vor ihrem tragischen Tod noch vor der medialen Hetzjagd in all den Jahren zuvor bewahren können. 

"Ich bin sehr traurig und immer noch sehr wütend, dass wir [Harry und er] nicht alt genug waren, um mehr zu tun, um sie zu beschützen, und nicht klug genug, um einzutreten und etwas zu tun, das die Dinge für sie hätte verbessern können", sagte William im Interview mit "GQ". In einem Gespräch mit BBC für die Dokumentation "Diana, 7 Days" 2017 ergänzt er über seine Schuldgefühle: "Ich denke (...) dass wir sie im Stich gelassen haben, als wir jünger waren. Wir konnten sie nicht beschützen. Wir glauben, wir schulden ihr mindestens 20 Jahre, um für ihren Namen einzutreten und jeden an den Charakter und die Person zu erinnern, die sie war."

In Gedenken an Diana (†)

Das wird Prinz Williams erste Amtshandlung als König

Prinz William
Als ältester Sohn von Prinz Charles und Prinzessin Diana (†36), wird Prinz William einmal britischer König werden. Bis dahin ist es zwar noch etwas hin, doch schon jetzt scheint klar zu sein, welche Änderung er dann als erstes vornimmt.
©Gala

Verwendete Quelle: "Harry - Gespräche mit einem Prinzen" von Angela Levin, auf Deutsch erschienen bei Edel Books, Daily Mail, BBC, GQ


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