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Die Prinzessin und das "Panorama"-Interview Queen Elizabeth fordert die Scheidung von Diana und Charles

Prinzessin Diana kehrt in dem Interview ihr Innerstes nach außen. Ein Schock für das Königshaus, das sich zum Privatleben seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit für gewöhnlich bedeckt hält.
Prinzessin Diana kehrt in dem Interview ihr Innerstes nach außen. Ein Schock für das Königshaus, das sich zum Privatleben seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit für gewöhnlich bedeckt hält.
© Getty Images
Am 20. November 1995 erschüttert Prinzessin Diana das britische Königshaus mit dem sogenannten "Panorama"-Interview. 60 Minuten lang spricht sie darin über die dunkelsten Stunden ihres Lebens: die Ehe-Probleme mit Prinz Charles, seine Affäre mit Camilla Parker-Bowles und ihre Bulimie. Anlässlich des 25. Jubiläums der TV-Ausstrahlung fasst GALA die spannenden Fakten rund um das Interview zusammen. Teil 3.

Welche Konsequenzen hat das "Panorama"-Interview für Diana?

Prinzessin Diana zahlt einen hohen Preis für ihre offenen Worte. Am 20. Dezember 1995 gibt der Palast bekannt, dass Queen Elizabeth Diana und Charles drei Jahre nach der Trennung zur Scheidung aufgefordert hat. Laut Zeitzeugen habe Diana diesen Schritt nicht gehen wollen. Doch es ist zu spät und zu viel passiert. Am 28. August 1996 wird die Trennung rechtskräftig. Diana verliert im Zuge dessen ihren Titel "Königliche Hoheit". Der Verlust dieses Privilegs soll sie sehr treffen. Weil sie durch Prinz William untrennbar mit der Monarchie verbunden ist, wird sie vom Palast aber weiterhin als ein Mitglied der Königsfamilie betrachtet.

Was passiert mit der BBC und Martin Bashir?

Die enge Verbindung der BBC zu den Royals ist von heute auf morgen zerrüttet. Der Palast gewährt dem Sender bis auf Weiteres keinen exklusiven Zugang mehr. Unter anderem darf die BBC in den kommenden Jahren die Weihnachtsansprache der Queen nicht  produzieren.

Bashir gerät nach dem Interview in die Kritik. Der Vorwurf: Er soll Charles Spencer zwei gefälschte Bankauszüge vorgelegt haben. Der vermeintliche Empfänger: Alan Waller, Spencers Ex-Sicherheitschef. Mit diesem Trick habe Bashir Spencer vorgaukeln wollen, dass Waller Informationen über die königliche Familie an die Medien verkaufe. Der Journalist soll zudem behauptet haben, er habe Informationen, dass Dianas Privatwohnungen im Kensington Palast abgehört würden. Diana soll sich dadurch in ihrem Verfolgungswahn bestätigt gesehen und dem Interview zugestimmt haben.

Die BBC kommt nach einer internen Untersuchung 1996 zu dem Schluss, dass die Bankauszüge nicht dazu beigetragen haben, Diana von dem Gespräch zu überzeugen. Diana bestätigt dies laut BBC schriftlich. Kurz vor dem 25. Jahrestag des "Panorama"-Interviews 2020 kommt die Diskussion um Bashir erneut auf – mit dem Ergebnis, dass die BBC eine neue Untersuchung durchführen will. Prinz William begrüßt dies in einem offiziellen Statement als "ein Schritt in die richtige Richtung".

Bereut Diana ihre Worte?

Die 34-Jährige sei vor der Ausstrahlung "nervös" und "besorgt" gewesen, verrät Diana-Insider Richard Kay in der Dokumentation "Diana: An Interview That Shocked the World" (2020). Bashir habe ihr jedoch nachdrücklich versichert, dass sie das Richtige getan habe und die Sendung den von ihr gewünschten Effekt haben werde.

Während die Nation vor dem Fernseher sitzt und sich das "Panorama"-Interview ansieht, besucht Diana eine Gala zugunsten Krebskranker in Bridgewater House in London. Professionell lacht sie in die Objektive der Kameras. 
Während die Nation vor dem Fernseher sitzt und sich das "Panorama"-Interview ansieht, besucht Diana eine Gala zugunsten Krebskranker in Bridgewater House in London. Professionell lacht sie in die Objektive der Kameras. 
© Getty Images

Am Abend des 20. November 1995 sieht Diana die vorab in den Medien beworbene "Panorama"-Folge nicht live. Sie ist bei einem Gala-Dinner im Zentrum Londons zu Gast und sitzt mit Mode-Journalistin Suzy Menkes einem Tisch. "Haben Sie keine Angst vor dem, was Sie heute getan haben?", fragt Menkes die Prinzessin. Ihre Antwort:  "Wenn du die Wahrheit im Leben sagst, solltest du niemals Angst haben." Diana sei stur, aber nicht dumm gewesen, erklärt Richard Kay im Oktober 2020 in einem Beitrag für "Daily Mail". In einem privaten Moment habe sie ihm gestanden, dass sie Passagen des Interviews bereue. Dazu gehöre, Prinz Charles‘ Eignung als König in Frage gestellt und die Affäre mit James Hewitt bestätigt zu haben.

Zu anderen Offenbarungen steht Diana. Sie sei "froh" gewesen, von ihrer Bulimie gesprochen zu haben, da sie eine Flut von Nachrichten und Briefen von anderen Betroffenen erhalten habe, verrät Royal-Autorin Ingrid Seeward in der TV-Doku.

Gibt es Geheimnisse, die Diana mit ins Grab genommen hat?

Ausgestrahlt werden 60 Minuten des Interviews. Laut BBC gibt es Gesprächsinhalte, die dem Schnitt zum Opfer gefallen sind. Die große Frage: Was ist auf ihnen zu hören? Das ist bis heute ein Geheimnis. Gerüchte besagen, dass es sich unter anderem um Äußerungen über Queen Mum handelt. Einige Freunde Dianas äußern gegenüber Richard Kay, Diana habe selbst ein Masterband aufbewahrt und es in einer Hutschachtel in ihrem Ankleidezimmer versteckt - falls sie in Zukunft ein Druckmittel gegen den Palast benötigen würde ...

Was bleibt vom "Panorama"-Interview?

25 Jahre ist es her, dass sich Prinzessin Diana mit Martin Bashir unterhalten hat – und noch immer wird darüber gesprochen. Diana habe, so sagen es Weggefährten und Royal-Autoren, ihre Version der Geschichte erzählen wollen. Dies ist ihr gelungen.  

Lesen Sie in Teil eins über das legendäre "Panorama"-Interview, warum Diana das Gespräch sogar vor ihrer eigenen Familie geheim hielt und in Teil zwei, wie Prinz William auf die Enthüllungen seiner Mutter reagierte. 

Verwendete Quellen:bbc.com, mailonline.com, express.co.uk, telegraph.co.uk, people.com, theindependent.co.uk

jre Gala

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