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Prinzessin Diana Das Ergebnis der "Panorama"-Untersuchung ist da

Prinzessin Diana und Martin Bashir bei ihrem Gespräch am 20. November 1995 im Kensington Palast.
Prinzessin Diana und Martin Bashir bei ihrem Gespräch am 20. November 1995 im Kensington Palast.
© Getty Images
Ein halbes Jahr lang wurden die Umstände des spektakulärsten Interviews im Leben von Prinzessin Diana untersucht. Nun liegt der Abschlussbericht vor.

Am 22. November 1995 gab Prinzessin Diana, damals 34, ein Interview, das sie später bereute und ihr Leben für immer verändern sollte: Mit BBC-Journalist Martin Bashir, 32, sprach sie sich für die Show "Panorama" ihren Kummer über Essstörungen, Depressionen, den Druck des Königshauses und die Probleme mit Ehemann Prinz Charles, 47, von der Seele. Ein Paukenschlag! Die bittere Konsequenz: Queen Elizabeth, damals 69, forderte ihren Sohn und ihre Schwiegertochter zur Scheidung auf (die Trennung des Paares war bereits 1992 erfolgt). Diana verlor ihren Status als "Königliche Hoheit", war fortan nicht mehr Teil der Königsfamilie und verlor ihren Personenschutz. 

Wurde Prinzessin Diana das Opfer von Betrug und Manipulation?

Warum offenbarte Diana vor der ganzen Welt ihre intimsten Gedanken und Geheimnisse, fragen sich bis heute viele. Freunde sagen, sie habe ihre Seite der Geschichte erzählen wollen. Doch das ist nicht alles: Interviewer Martin Bashir rückte schnell ins Zentrum der Kritik. Der Vorwurf: Er habe die Prinzessin mit unlauteren Tricks manipuliert.

So soll er Charles Spencer, der das Kennenlernen zwischen dem Reporter und seiner Schwester arrangiert hatte, zwei gefälschte Bankauszüge vorgelegt haben. Der vermeintliche Empfänger: Alan Waller, Spencers Ex-Sicherheitschef. Mit diesem Vorgehen habe Bashir vorgaukeln wollen, dass Waller Informationen über die königliche Familie an die Medien verkaufe. Der Journalist soll zudem behauptet haben, er habe Informationen, dass Dianas Privatwohnungen im Kensington Palast abgehört würden. Diana soll sich dadurch in ihrem Verfolgungswahn bestätigt gesehen und dem Interview zugestimmt haben. Die BBC leitete 1996 eine Untersuchung ein und kam zu dem Schluss, dass die Bankauszüge nicht dazu beigetragen haben, Diana von dem Gespräch zu überzeugen. Diana bestätigte dies laut BBC schriftlich.

Neue Untersuchung zum "Panorama"-Interview – und jetzt ist das Ergebnis da

2020, zum 25-jährigen Jubiläum des Interviews, nahm die Geschichte wieder Fahrt auf. Eine neue Untersuchung wurde unter dem Vorsitz von Richter Lord Dyson, 77, eingeleitet. Die zentrale Frage: Hat Martin Bashir nun die gefälschten Dokumente benutzt, um Prinzessin Diana Angst zu machen, sie zu manipulieren und so zu einem Interview zu bewegen?

Die Antwort, die am heutigen 20. Mai 2021 nach einem halben Jahr Recherche veröffentlicht wird und 127 Seiten umfasst, zeigt: Ja, Martin Bashir hat Diana hinters Licht geführt. Außerdem wird festgestellt, dass führende BBC-Manager versuchten, den Betrug zu vertuschen. 

So reagiert die BBC

Lord Birt, der zum Zeitpunkt des Interviews Generaldirektor der BBC war, reagiert betroffen. Man wisse nun, dass man einen "Schurken-Reporter" beschäftigt habe. "Dies ist ein schockierender Fleck auf dem anhaltenden Engagement der BBC für ehrlichen Journalismus. Es ist äußerst bedauerlich, dass es 25 Jahre gedauert hat, bis die volle Wahrheit ans Licht gekommen ist."

So reagieren Prinz William und Prinz Harry

Prinz William hat die Untersuchung im Herbst 2020 öffentlich begrüßt. Weder er noch sein Bruder haben sich unmittelbar nach dem Abschlussbericht geäußert. Wie der Kensington Palast wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Berichtes bekannt gab, hat William eine schriftliche Entschuldigung von der BBC erhalten.

So reagiert Martin Bashir

"Ich habe mich damals entschuldigt, und das tue ich jetzt wieder, weil ich darum gebeten habe, Kontoauszüge zu fälschen. Es war eine dumme Sache und eine Handlung, die ich zutiefst bedauere", sagt der Reporter, der bis vor kurzem noch als Religions-Experte für die BBC arbeitete und offiziell aufgrund einer Erkrankung seinen Job gekündigt hat. Bashir stellt aber auch klar: "Ich wiederhole auch, dass die Kontoauszüge keinerlei Einfluss auf die persönliche Entscheidung von Prinzessin Diana hatten, an dem Interview teilzunehmen." Es sei "traurig", dass die Angelegenheit "die mutige Entscheidung der Prinzessin, ihre Geschichte zu erzählen, überschatte[t]."

Verwendete Quelle: telegraph.co.uk, eigene Recherche

jre Gala


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