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Herzogin Catherine + Prinz William Bewegende Rede nach ihrer kontroversen Karibikreise

Herzogin Catherine und Prinz William 
© Eddie Mulholland / WPA Pool / Getty Images
Bei ihrer Karibikreise im Frühjahr wurden Prinz William und Herzogin Catherine nicht nur mit offenen Armen empfangen. Ihnen schlugen auch allerhand Kritik und Proteste entgegen. Mit einer bewegenden Rede richtete Prinz William nun ungewohnt kritische und politische Worte ans britisch-karibische Volk.

Vom 19. bis 26. März 2022 reisten Prinz William und Herzogin Catherine, beide 40, durch die Karibik. Ihre Tour durch Belize, Jamaika und die Bahamas sorgte für heftige Diskussionen. Der Grund: Aufnahmen des Paares, unter anderem bei der Begrüßung einiger Fans durch einen Maschendrahtzaun, sorgten für Entsetzen. Zusätzlich wurde die Rolle der britischen Monarchie innerhalb des Sklavenhandels heftig diskutiert, was einige Proteste zur Folge hatte.

Eine öffentliche Erklärung oder gar Entschuldigung entspricht eigentlich nicht dem Prinzip der Royal Family, das da lautet "Never complain, never explain" (zu Deutsch: "Niemals beschweren, niemals erklären"). Dennoch sprach Prinz William die Kontroversen, mit denen er und seine Ehefrau sich während ihrer Reise konfrontiert sahen, später in einem öffentlichen Statement an. Dass sich der Royal seiner großen Verantwortung als Thronfolger bewusst ist, beweist er nun erneut und nimmt den Windrush-Tag in London zum Anlass, einige bewegende Worte an die karibische Gemeinschaft in Großbritannien zu richten. 

Prinz William hält flammende Rede am Windrush-Tag

"Meine Familie ist stolz darauf, dies seit Jahrzehnten zu feiern – sei es durch die Unterstützung meines Vaters am Windrush-Tag oder in jüngerer Zeit während des Platin-Jubiläums meiner Großmutter, zu dem Menschen aus allen Gemeinschaften und mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenkamen, um all das anzuerkennen, was sich in den letzten siebzig Jahren verändert hat, und um in die Zukunft zu schauen", so Prinz William in seiner Ansprache. 

Prinz William hält eine Rede bei der Enthüllung des Nationalen Windrush-Denkmals in London.
Prinz William hält eine Rede bei der Enthüllung des Nationalen Windrush-Denkmals in London.
© John Sibley / WPA Pool / Getty Images

"Dies ist etwas, das bei Catherine und mir nach unserem Besuch in der Karibik Anfang des Jahres noch einmal nachhallte", sprach er die Konflikte seiner Reise im März an. "Unsere Reise war eine Gelegenheit zum Nachdenken, und wir haben so viel gelernt. Nicht nur über die verschiedenen Themen, die den Menschen in der Region am Herzen liegen, sondern auch darüber, wie sehr die Vergangenheit auf der Gegenwart lastet."

Ungewohnt kritische Worte zum Windrush-Skandal

Der "Windrush Day" wurde nach der "Empire Windrush" benannt, einem Schiff, das im Juni 1948 Hunderte von Einwanderern aus der Karibik nach Großbritannien brachte, um den Arbeitskräftemangel nach dem Zweiten Weltkrieg zu beheben. Bis Anfang der Siebzigerjahre ließen sich Tausende Männer, Frauen und Kinder – die sogenannte Windrush-Generation – im Vereinigten Königreich nieder und halfen beim Wiederaufbau der Städte und Industrie nach dem Krieg. 2018 machte die britische Regierung den "Windrush Day" zu einem offiziellen Feiertag. 

Bei Royal Ascot 2022

Die Inauguration fand inmitten des Windrush-Skandals statt, bei dem Tausende von karibischen Einwanderern, die im Vereinigten Königreich lebten und arbeiteten, zu Unrecht ins Visier der Einwanderungsbehörden gerieten. Auch dieses schwierige Thema ließ Prinz William in seiner Rede nicht aus und traf eine für britische Royals ungewöhnlich politische Aussage: "Vor nur wenigen Jahren wurde Zehntausenden dieser Generation durch den Windrush-Skandal großes Unrecht zugefügt. Das hallt zu Recht in der gesamten karibischen Gemeinschaft hier im Vereinigten Königreich und in vielen karibischen Ländern nach."

Prinz William: "Ich weiß, wie viel wir diesen Männern und Frauen zu verdanken haben"

Das Nationale Windrush-Denkmal, das die Cambridges am 22. Juni an der Waterloo-Station in London enthüllten, symbolisiere den Mut, das Engagement und die Widerstandsfähigkeit dieser Generation von britisch-karibischen Bürgern. Die Vielfalt sei "für unser Land so wichtig", lobte er und würdigte die karibischen Arbeiter, von denen viele maßgeblich am Aufbau der Bus-, Bahn- und Verkehrssysteme in London und anderen Städten beteiligt waren oder halfen, die Autoindustrie in der Nachkriegszeit aufblühen zu lassen. Sie "haben unsere Kultur reicher, unsere Dienstleistungen stärker und unsere Landsleute sicherer gemacht", erklärte er. 

Doch der Beitrag dieser Menschen für Großbritannien begann bereits in den Jahrzehnten zuvor, wie er hervorhob. Einige von ihnen dienten während des Kriegs in der RAF. "Diese Menschen hätten nicht kommen müssen. Sie meldeten sich freiwillig, um für König und Vaterland zu kämpfen – wohl wissend, dass viele von ihnen nie wieder nach Hause zurückkehren würden", so die bewegenden Worte des Royals. "Als einer der Erben dieser großen militärischen Tradition weiß ich, wie viel wir diesen Männern und Frauen zu verdanken haben. Die heutige Zeremonie wäre nicht vollständig, wenn wir nicht ihrer Opfer gedenken würden."

Verwendete Quelle: people.com

spg Gala


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