Prinz Philip: Zehn wichtige Fragen zu seinem Autounfall

Prinz Philip und sein Autounfall im britischen Sandringham sorgen weltweit für Schlagzeilen. Gala fasst Wissenswertes für Sie zusammen 

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Prinz Philip, 97, wurde in einen Autounfall verwickelt. Alle Infos zum Unfallhergang und wie es dem Ehemann von Queen Elizabeth, 92, geht, erfahren Sie im Video.

1. Was sagen der Buckingham Palast und die Polizei zu dem Autounfall?

Am Donnerstag, 17. Januar, gegen 18.30 Uhr deutscher Zeit gab der Buckingham Palast folgende Meldung heraus: "Der Herzog von Edinburgh war heute Nachmittag mit einem anderen Fahrzeug in einen Verkehrsunfall verwickelt. Der Herzog wurde nicht verletzt. Der Unfall ereignete sich in der Nähe des Sandringham Estate. Die Polizei war vor Ort." Das Sandringham Estate liegt  180 Kilometer nördlich von London entfernt in der Grafschaft Norfolk und ist einer der Landsitze von Queen Elizabeth, 92. Traditionell zieht sie sich mit ihrem Ehemann Ende Dezember hierhin zurück, um ihren Winterurlaub zu verbringen. 

Die Polizei von Norfolk schreibt auf ihrer Website zu dem Vorfall am Donnerstag: "Kurz vor 15.00 Uhr [britischer Zeit] wurden Polizisten an die A149 gerufen, nachdem zwei Autos, ein Land Rover und ein Kia, an der Kreuzung der B1439 in eine Kollision verwickelt waren." Beteiligt gewesen seien ein Mann (97) und zwei Frauen (28,45), die einen neun Monate alten Jungen bei sich gehabt hätten. Die beiden Fahrer seien routinemäßig einem Alkoholtest unterzogen worden, der in beiden Fällen negativ ausgefallen sei, gibt die Polizei weiterhin bekannt. Zum Unfallhergang machte sie keine Angaben und verwies auf "weitere Ermittlungen". 

Britische Medien rekonstruieren den Unfall anhand von Fotos der beschädigten Autos und den Angaben der Polizei. Daraus schließen sie, dass Philip von der Straße B1439 auf die Straße A149 abbiegen wollte und dabei den ankommenden Wagen übersah; kurz: den beiden Frauen die Vorfahrt nahm. Laut eines Augenzeugens soll Philip zur Polizei gesagt haben, er sei von der Sonne geblendet worden.

2. Was sagen Augenzeugen?

Britische Medien sprachen mit Roy Warne, einem 75-jährigen Anwalt. Er war mit seiner Frau Victoria, 72, auf der besagten Straße unterwegs gewesen und Zeuge des Unfalls des Herzogs von Edinburgh geworden. "Er [Philip] hat Glück, am Leben zu sein. Ich sah, wie das Auto des Herzogs über die Straße raste und sich überschlug (...) Menschen hätten getötet werden können. Der Aufprall war enorm", sagte Warne "Daily Mail". Zunächst kümmerte er sich um die beiden Frauen und das Baby in dem KIA. "Ich lief zu dem anderen Auto, da war Rauch, als würde es gleich explodieren. Ein Baby war auf dem Rücksitz und schrie."

Nachdem Warne die drei in Sicherheit gebracht habe, sei er zum Land Rover des Prinzen gelaufen, erzählte er weiter. "Es war eine ältere Person im Inneren und ich zerrte an der zertrümmerten Windschutzscheibe und dem Sonnendach, um den Fahrer herauszuholen", berichtete Warne. Die Person habe auf der Seite gelegen, mit den Füßen voran im Fußraum. Warne: "Ich bat ihn, sein linkes Bein anzuheben, weil seine Beine eingeklemmt waren, und er sagte: 'Wohin?' Mir wurde plötzlich klar, dass es Prinz Philip war." Er habe ihn dann vorsichtig aus dem Wrack gezogen. 

Der 97-Jährige sei unverletzt aufgestanden, "aber offensichtlich geschockt" gewesen, sagte Warne. Außerdem habe Philip desorientiert gewirkt. "Ich glaube, es tat ihm sehr leid, was passiert war", sagte der Anwalt weiter. Der Herzog von Edinburgh habe "nichts Unhöfliches" gesagt und sich geweigert, eine "große Aufregung" zu verursachen. Dann sei er auf die Unfallgegner zugegangen und habe gefragt: "Sind alle anderen in Ordnung?". Warne zu "Daily Mail": "Er war sehr tapfer!"

3. Wie geht es Philip und den Frauen nach dem Unfall?

Die 28-jährige Fahrerin des KIAs habe Schnittverletzungen am Knie und die 45-jährige Beifahrerin einen Handgelenkbruch erlitten, schreibt die Polizei auf ihrer Website. Beide seien im Krankenhaus behandelt und danach wieder entlassen worden. Dem neun Monate alten Jungen, der ebenfalls in dem KIA saß, sei nichts geschehen.

Prinz Philip, bestätigt die Polizei den Augenzeugenbericht, sei unversehrt. Dennoch ist das noch keine Entwarnung. "Sie müssen ihn über Nacht im Auge behalten, da das Risiko in den nächsten 24 bis 48 Stunden besteht", wird Dr. Nick Scriven, Präsident der "Gesellschaft für akute Medizin", von "The Mirror" zitiert. "Dies ist kein unbedeutendes Ereignis für einen 97-Jährigen." Es bestehe zum Beispiel die Gefahr einer Hirnblutung. 

4. Wie reagierte die Queen auf den Vorfall?

Die Queen soll laut "Daily Mail" nach der Rückkehr ihres Mannes nach Sandringham House an seiner Seite gewesen sein. Persönlich hat sie sich noch nicht in der Öffentlichkeit geäußert. Möglich, dass sie hinter den Mauern von Sandringham "not amused" über Philips Verhalten ist: Er war, so berichtet es Ersthelfer Roy Warne, zum Zeitpunkt des Unfalls ohne Leibwächter unterwegs. "Die Königin fährt von Zeit zu Zeit allein auf dem Landsitz herum, aber sie würde die Tore niemals ohne einen Offizier mit sich im Auto hinter sich lassen", sagte Ken Wharfe, der acht Jahre lang das Leben Prinzessin Dianas (†36) geschützt hatte, zu "Daily Mail". 

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5. Warum war Philip ohne Leibwächter unterwegs?

"Daily Mail" will erfahren haben, dass ein Sicherheitsteam die Unfallstelle "sehr schnell" in einem anderen Wagen erreichte - aber das eben erst nach Philips Rettung. Der Prinz habe den Ruf, Sicherheitsleute in die Flucht zuschlagen und lieber auf eigene Faust loszuziehen, so Bodyguard Ken Wharfe. Er ist sich sicher: Wäre ein Leibwächter im Land Rover mitgefahren, wäre der Unfall nicht passiert. 

6. Wie reagieren Prinz William, Prinz Harry und die anderen Royals?

Bisher hat sich kein Mitglied der britischen Königsfamilie öffentlich geäußert - bis auf Prinzessin Anne. Bei einem Termin am Tag nach dem Unfall (18. Januar) 350 Kilometer von London entfernt, wurde sie von Reporterin nach dem Befinden ihres Vaters gefragt. Eine verwertbare Antwort gab sie zwar nicht ("Ich habe keine Ahnung. Wissen Sie, wo ich bin? An derselben Stelle wie Sie!"), dennoch wertete Royal-Korrespondentin Rebecca English die Reaktion Annes auf ihrem Twitter-Account als ein gutes Zeichen: "Familienmitglieder erledigen ihre täglichen Aufgaben und niemand eilt zu Philip, was darauf hindeutet, dass sie nicht allzu besorgt sind." 

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7. Was hat es mit dem Blut an den Händen des Ersthelfers auf sich?

Roy Warne, der Philip aus dem verunglückten Land Rover half, sagte gegenüber "Daily Mail" über den Moment nach der Rettung: "Ich sah nach unten und hatte das Blut des Prinzen an meinen Händen. Alles, was ich denken konnte, war:' Gott sei Dank, ist es nicht mehr'". Die Polizei und der Palast sagen, der 97-Jährige sei unverletzt. Mögliche Erklärung: Philip zog sich eine Wunde zu, die zwar blutete, aber keinen Anlass zur Sorge gab. 

Details über Philips Unfall

Augenzeuge: "Menschen hätten getötet werden können"

Prinz Philip hatte einen Autounfall

8. Muss Philip den Führerschein abgeben?

Die Gesetzeslage in Großbritannien für ältere Menschen unterscheidet sich von der in Deutschland in einem entscheidenen Punkt: Erreicht ein Brite das Alter von 70 Jahren, wird sein Führerschein automatisch ungültig, sofern die Person nicht eine Verlängerung beantragt, berichtet "The Sun". Dieser Antrag muss fortan alle drei Jahre gestellt werden. Für den 97-jährigen Philip heißt das: Er müsste die Verlängerung schon zehn Mal beantragt haben, das letzte Mal vor etwa einem halben Jahr. Tauglichkeitstests müssen dabei nicht vollzogen werden. Es reiche, schreibt "The Sun", ein Formular zur Selbsteinschätzung abzugeben.Der Palast bestätigte "Express" nach dem Unfall, dass Philip "alle üblichen Verfahren der Verkehrsbehörde eingehalten" habe, die ihn zum Fahren eines Autos befugen. Ob das so bleibt, bleibt abzuwarten. 

9. Drohen Philip juristische Konsequenzen?

"Daily Mail" hat mit Promi-Anwalt Nick Freeman gesprochen, der bereits David Beckham juristisch vertreten hat. Er sagte, dass der Prinz gegen das Verkehrsgesetz verstoßen haben könnte. "Driving without due care and attention" (zu Deutsch etwa "Fahren ohne Sorgfalt und Aufmerksamkeit") heißt der entsprechende Paragraph. Darunter fallen zum Beispiel "übermäßige Geschwindigkeit", "aggressives Fahren", "Müdigkeit oder Fahren bei Unwohlsein" oder Fahren unter dem Einfluss von Medikamenten, die die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. 

Auf der Website von "RAC Motoring Services" heißt es dazu: "Wenn die Straftat schwerwiegender ist (d. h. wenn Sie andere Fahrer oder Fußgänger gefährdet haben oder einen Unfall verursacht haben), werden Sie automatisch vor Gericht geladen. Die Höchststrafe beträgt neun Punkte auf Ihrem Führerschein und eine Geldstrafe von 5.000 Pfund oder Sie können vom Fahren insgesamt ausgeschlossen werden." Die Schwere der Strafe liege im Ermessen des Richters. 

Ob Prinz Philip sorglos und unachtsam gefahren ist, muss nun die Polizei klären.

10. Welche Informationen rund um den Unfall sind noch bekannt?

Wie die britische Presse berichtet, gilt die Kreuzung der Straßen B1439 und A149 als "Unfall-Hotspot". Am Tag nach dem Unfall von Prinz Philip wurden vom Umwelt-, Entwicklungs- und Transportausschusses des Norfolk County Councils Maßnahmen zur Verringerung der Höchstgeschwindigkeit sowie die Installation von Sicherheitskameras beschlossen. Demnach gilt auf einem bestimmten Abschnitt künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 50 statt 60 Meilen pro Stunde. Grund ist nicht nur der Unfall des Prinzen: Von Mai 2012 bis Mai 2018 gab es auf der Straße laut "Hello"-Magazin "40 Unfälle mit Personenschaden", darunter fünf tödliche und zehn schwere Unfälle.

Britische Medien berichten außerdem, nicht einmal 24 Stunden nach dem Crash sei ein neuer Land Rover nach Sandringham geliefert worden. Das soll ein Foto zeigen, das "Daily Mail" veröffentlichte.

Prinz Philip

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Verwendete Quellen: Daily Mail, The Sun, Hello, Express, The Mirror, Buckingham Palast, Polizei Norfolk, eigene Recherche

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