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Prinz Andrew Ist die Trauerfeier der Start seines Comebacks?

Mitglieder der britischen Königsfamilie folgen dem Sarg von Prinz Philip. Auch Prinz Andrew (links hinter dem Wagen und Prinz Charles, in zweiter Reihe) läuft mit. 
Mitglieder der britischen Königsfamilie folgen dem Sarg von Prinz Philip. Auch Prinz Andrew (links hinter dem Wagen und Prinz Charles, in zweiter Reihe) läuft mit. 
© Getty Images
Er ist im Trubel der Beisetzung von Prinz Philip nahezu untergegangen: Prinz Andrew, der fast anderthalb Jahre nach seinem desaströsen BBC-Interview über Jeffrey Epstein erstmals wieder aufgetreten ist. Insider behaupten, Andrew wolle seine Rückkehr in die Öffentlichkeit vorantreiben. Ob er Erfolg damit haben wird, ist mehr als fraglich.

Seit November 2019 hat der Buckingham Palast Prinz Andrew, 61, aufs Abstellgleis – oder eher gesagt: in die Schmuddelecke – gestellt. Einen Mann, der Kontakte zu einem verurteilten Sexualstraftäter pflegte, einen Mann, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, und einen Mann, der sich über dieses Thema im Fernsehen vor der ganzen Welt um Kopf und Kragen redet – nein, den kann man im Königshaus nicht gebrauchen. Selbst bei privaten Anlässen hält man den Deckel auf Prinz Andrew: Weder für die offiziellen Hochzeitsfotos seiner TochterPrinzessin Beatrice, 32, posierte er noch sendete er Prinzessin Eugenie, 31, öffentliche Glückwünsche zur Geburt ihres Sohnes August Brooksbank. Wenn Andrew gesichtet wird, dann nur noch, wenn er im Auto von A nach B fährt oder in Windsor ausreitet. Einzige Ausnahme: Am 19. Januar 2020 besuchte er überraschend den Sonntagsgottesdienst mit Queen Elizabeth, 94, in Sandringham. 

Prinz Andrew

Prinz Andrew darf bei Prinz Philips Beisetzung mit den Royals auftreten – aber es gibt einen Haken

Am 17. April 2021, also genau 16 Monate nach dem Epstein-Interview, durfte Prinz Andrew erstmals wieder bei einem öffentlichen Termin Seite an Seite mit den Mitgliedern der Königsfamilie auftreten. Ihm zu verweigern, seinem Vater die letzte Ehre zu erweisen – das wäre zu weit gegangen. Dennoch gab es einen Dämpfer vom Palast: Prinz Andrew hatte sich gewünscht, in der Militäruniform eines Marine-Admirals aufzulaufen. Die Queen entschied auch wegen ihres aus dem Königshaus ausgetretenen Enkelsohnes Prinz Harry: Die Herren und Prinzessin Anne, die einige militärische Ehrentitel trägt, kommen in ziviler Kleidung. Ein Thema, das von der britischen Presse einige Tage lang aufgewühlt aufgegriffen wurde, das wohl aber eher wegen Prinz Harrys Beteiligung. 

Prinz Andrew nimmt mit anderen Mitgliedern der Königsfamilie am 17. April 2021 an der Prozession teil, die dem Sarg Prinz Philips folgt.
Prinz Andrew nimmt mit anderen Mitgliedern der Königsfamilie am 17. April 2021 an der Prozession teil, die dem Sarg Prinz Philips folgt.
© Getty Images

Der "verschwundene" Sohn darf neben Queen Elizabeth sitzen

Die Militäruniform wurde von der Queen zwar einkassiert, dafür aber wurde Andrew ein anderes Privileg zuteil: In der St. George's Chapel durfte er sich – unter Einhaltung eines Corona-Abstandes von zwei Metern – auf den seiner Mutter nächstgelegenen Platz setzen. Doch auch das interessiere die Presse auf der Insel nicht sonderlich, denn: Es gab Interessanteres. Die Stimmungslage zwischen Prinz William und Prinz Harry war – neben des Todes von Prinz Philip – DAS dominierende Thema der Beisetzung. Ob das gut für Andrew war, weil es ihm weitere Kritik ersparte, oder schlecht, weil sein Mini-Comeback nahezu verpuffte? Es sei dahingestellt.

Die britische Königsfamilie hat ein Personalproblem

Fakt ist: Seit dem Rückzug von Prinz Harry und Herzogin Meghan im Frühjahr 2020 fehlen nicht nur zwei wichtige Zugpferde für die Monarchie, sondern auch zwei fleißige Arbeiter. 2019 absolvierte Harry etwa 200 Termine. Wer fängt diese auf, wenn Corona vorbei ist und sich der Kalender der Royals wieder füllt? Vor allem würde Prinz Andrew deshalb gebraucht werden, weil er auf 22 Jahre Militärdienst zurückblicken kann und somit ein guter Ersatzkandidat für seinen Neffen wäre. Mit dem Label "Jeffrey Epstein" ist seine Reputation jedoch extrem beschädigt. 

Prinz Andrew

Prinz Andrew will zurück an die Royal-Front

Schon seit vielen Monaten berichten Insider, dass der zweitälteste Sohn der Königin seine – angeblich freiwillig abgelegten – royalen Pflichten wieder aufnehmen will. Der Royal-Experte Richard Fitzwilliams sieht das jedoch kritisch und sagt "Mail Online": "Von zentraler Bedeutung für alle Hoffnungen, die er auf eine zukünftige Rehabilitation haben könnte, ist die Zusammenarbeit mit dem FBI, um den Opfern des verstorbenen Pädophilen Jeffrey Epstein zu helfen. Er sieht sich auch immer noch ernsthaften Anschuldigungen gegenüber." 

Im Sommer 2021 könnte es in der Causa Epstein brenzlig für Andrew werden: In New York beginnt der Prozess gegen seine Vertraute und Epsteins rechte Hand, Ghislaine Maxwell, 59. Insider behaupten, sie könne über Prinz Andrew einige heikle Dinge berichten, wenn sie denn wolle. Dass der 61-Jährige vor der Gerichtsverhandlung vom Palast zurück auf die Strecke gebracht wird – sehr unwahrscheinlich. 

Im Hintergrund ist Prinz Andrew eine Stütze 

Es bleibt Prinz Andrew also derzeit nichts anderes übrig, als  sich im Hintergrund zu halten. Seine Aufgabe als Sohn hingegen scheint er gut zu erfüllen. Er soll es gewesen sein, der seiner Mutter im Februar/März 2021 ein besonderes Geschenk machte: zwei Welpen. Ein Insider sagte zu "The Sun": "Die Königin hatte nicht vor, neue Hunde zu bekommen, da sie befürchtete, zu alt zu sein. Aber es war Andrew, der seine Mutter mit zwei neuen Welpen überraschte, als sie sich niedergeschlagen und allein im Schloss fühlte, nachdem der Herzog ins Krankenhaus gebracht worden war." Fergus und Muick heißen der Dorgi und der Corgi, die Queen Elizabeth Freude in der Zeit der Trauer schenken.

jre Gala


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