VG-Wort Pixel

Prinz Edward Diese Entscheidung hat Prinz Philip bis ins Mark getroffen

Prinz Philip (†), Prinz Edward
© Getty Images
Prinz Edward verlor Anfang April 2021 seinen Vater. Die Trauer um Prinz Philip ist groß. Vater und Sohn standen sich nahe. Dabei waren sie sich nicht immer einig – und das hat sie einmal fast ihre gute Beziehung zueinander gekostet.

Prinz Edward, 57, ist der jüngste Spross von Queen Elizabeth, 95, und dem verstorbenen Prinz Philip. Das Nesthäkchen ist neben Thronfolger Prinz Charles, 72, seiner Schwester Prinzessin Anne, 70, und Bruder Prinz Andrew, 61, fast normal aufwachsen und konnte lange Zeit unter dem Radar fliegen. Gewisse Erwartungen wurden trotzdem und bereits in jungen Jahren an ihn gestellt. Eine Karriere beim Militär war auch für den eher musisch interessierten Edward ein Muss. Als der Graf von Wessex jedoch alles hinschmiss, kam es zum Eklat zwischen ihm und seinem Vater.

Prinz Edward mochte das Militär einfach nicht

Eigentlich lief alles nach Plan. Edward besuchte, wie sein Vater und seine Brüder zuvor, die Privatschule Gordonstoun in Schottland. Nach dem Abschluss und einem Auslandsaufenthalt in Neuseeland nahm er 1983 sein Studium der Geschichte am Jesus College in Cambridge auf, das er nach drei Jahren erfolgreich mit einem Bachelor abschloss. 

Prinz Edward konnte nie eine Leidenschaft für das Militär entwickeln.
Prinz Edward konnte nie eine Leidenschaft für das Militär entwickeln.
© Getty Images

Wie schon Prinz Andrew entschloss sich Edward zu einer Ausbildung bei der britischen Marine. Ein großer Fehler, wie sich herausstellte. Anders als sein älterer Bruder, der sich als Kampfpilot im Falklandkrieg verdient gemacht hatte, war der Jüngste im Windsor-Clan nicht für den Dienst in der Armee gemacht. Prinz Edward habe im Gegensatz zu seinen Brüdern das Militärleben und alles, was damit verbunden war, nicht gemocht, berichtet die "Los Angeles Times". 

Prinz Philip war unzufrieden mit seinem ungehorsam Sohn

Edward rebellierte und quittierte den Dienst ohne richtigen Abschluss. Für Prinz Philip eine Ungeheuerlichkeit. Was war mit der Tradition, der Vaterlandsliebe und der Familienehre? Für den Herzog von Edinburgh, einen hochrangigen und hochdekorierten Offizier der ersten Garde, brach eine Welt zusammen. Zudem nagte offenbar die familiäre Demütigung an ihm. Es sei das erste Mal gewesen, dass einer seiner Söhne ihm nicht gehorcht hätte, verrät später einmal ein Palastangestellter. 

Zwischen Vater und Sohn soll es zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen sein, die ihre Beziehung zumindest kurzzeitig auf den Prüfstand gestellt hat. Was wird erst in Prinz Philip vorgegangen sein, als sein rebellischer Sohn ihm seinen Alternativplan darlegte? "Ob Sie es glauben oder nicht, Prinz Edward trat angeblich nach einem Streit mit seinem Vater bei den Marines aus, um eine Karriere beim Theater aufzubauen,“ klärt die Autorin Christine-Marie Liwag Dixon vom Online-Portal "The List" ihre Leser*innen auf. 

Karriere beim Musical?

Edward setzte sich gegen den Willen seines Vaters durch und arbeitete sogar mit dem großen britischen Musical-Komponisten Andrew Lloyd Webber, 73, zusammen. "Der Prinz übernahm während seiner Stippvisite ins Musiktheater eine Rolle als Produktionsassistent bei der Really Useful Group, die Webber gehörte," weiß Liwag Dixon. 

Prinz Edward, James, Louise und Gräfin Sophie

Den Job bei Webber ergatterte Edward allerdings vermutlich aufgrund seines prominenten Hintergrundes. Beide lernten sich bei der Produktion des Mini-Musicals "Cricket" anlässlich der Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der Queen auf Schloss Windsor kennen. Der verlockend erscheinende Job als Produktionsassistent, der sich im Anschluss für den Royal ergab, war allerdings alles andere als Spotlight-tauglich. "Es ist die niedrigste Sprosse,"  erklärte Firmenchef Bridget Hayward 1988 auf Nachfrage der "Los Angeles Times".

Rückkehr zu den Wurzeln

Einige Jahre hielt es der ambitionierte Prinz als "kleines Licht" dort aus. Danach schloss er sich einer Theatergruppe an und gründete später eine TV-Produktionsfirma, die ihm erneut Ärger mit seinem Vater einbrachte. Eines seiner Kamerateams machte 2001 unerlaubte Aufnahmen seines Neffen Prinz William, 38, bei dessen Studienbeginn an der Universität St. Andrews in Schottland.

Die Familie schäumte vor Wut. Dem zukünftigen Thronfolger sollte in dieser wichtigen Phase seines Lebens Freiraum verschafft werden. Das Königshaus hatte eigens zu diesem Zweck eine Vereinbarung mit den Medien getroffen. William sollte ungestört seine Studienzeit genießen können. Und dann war es ausgerechnet sein Onkel, der dieses stille Übereinkommen über den Haufen warf. Nicht nur Prinz Charles soll darüber zutiefst erbost gewesen sein, auch Prinz Philip soll getobt haben.

Nach zehn Jahren gab Edward seine ohnehin nicht sehr ertragreiche Firma auf. Seit 2002 widmet er sich voll und ganz seinen Aufgaben als Mitglied des britischen Königshauses. Queen Elizabeth hatte ihren Sohn in der Zwischenzeit zum Ehrenoberst von mehreren Regimentern ernannt. Die Tradition, die er einst mit seinem Austritt aus der Armee brach, wurde also in gewisser Weise wieder aufgenommen.

Nach dem Tod der Königin soll ihr Jüngster den Titel "Herzog von Edinburgh" tragen, wie bei seiner Hochzeit mit Gräfin Sophie von Wessex, 56, entschieden wurde. Wer die Trauer im Gesicht Edwards wahrgenommen hat, nachdem sein Vater für immer gegangen war, wird wissen: Er wird ihn einmal mit Liebe und ehrendem Gedenken an ihn weiterführen.

Verwendete Quellen: latimes.com, thelist.com

ama Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken