Prinz Harry: "Er hat sich Feinde gemacht"

Prinz Harry setzt sich gegen die britische Klatschpresse vehement zur Wehr und beschreitet damit neue Wege im britischen Königshaus. Das gefällt nicht jedem, wie GALA erfuhr.

Prinz Harry, 35, und Herzogin Meghan, 38, haben genug von den Schlagzeilen über ihr Privatleben und zeigen den Medien die rote Karte: Drei Klagen liegen bei einem Gericht in London gegen die Betreiber von "The Sun", "Daily Mirror" und "Mail on Sunday" vor. Die Gründe: "rücksichtslose Kampagnen", "Propaganda", "Manipulation" der Öffentlichkeit und Verbreitung "von Lügen", wie Harry in einem Statement am 1. Oktober 2019 bekannt gab.

Vorläufiger Höhepunkt der royalen Gegenwehr: die TV-Doku "Harry and Meghan: An African Journey", in der die Sussexes über ihre Schwierigkeiten im Umgang mit der Aufmerksamkeit und ihrem Dasein als Royals sprechen. Auf der ganzen Welt schlägt dieses Vorgehen hohe Wellen. Kein Mitglied der Königsfamilie habe seit Prinzessin Dianas, †36, legendärem "Panorama"-Interview mit der BBC 1995 derart kritische Töne in der Öffentlichkeit angeschlagen und sich so verletzlich gezeigt, ist in der britischen Presse immer wieder zu lesen. 

Treiben es Harry und Meghan zu bunt?

"Ihre Majestät ist explodiert"

Queen Elizabeth, Herzogin Meghan und Prinz Harry

GALA hat mit Royal-Korrespondent Arndt Striegler gesprochen und gefragt, wie Queen Elizabeth, 93, und der Hofstaat das Verhalten von Harry und Meghan beurteilen.

Prinz Harry, Herzogin Meghan & Co. sind die Zukunft der Royals

Der Journalist, der seit über 30 Jahren aus London berichtet und Harry und Meghan bei Terminen schon beobachten konnte, gibt zunächst zu: Ja, der Druck auf die jungen Royals - dazu gehören auch Prinz William, 37, und Herzogin Catherine, 37, - ist hoch und wird sich noch intensivieren. 

"Wenn Queen Elizabeth eines Tages stirbt, beginnt eine neue Zeitrechnung in der britischen Monarchie. Prinz Charles und Herzogin Camilla werden als König und Queen Consort folgen, aber in diesen Rollen sicherlich nicht die Sympathieträger des Königshauses sein. Die Stars der Royals sind die jüngere Generation, also Prinz William, Herzogin Catherine, Prinz Harry, Herzogin Meghan und die Kinder der Paare. Sie alle werden für die Popularität und damit für den Fortbestand der Monarchie unverzichtbar sein."

Umso mehr rücken die Jungen in den Fokus der Öffentlichkeit. Derzeit ist das offenbar zu viel für Harry und Meghan, denn die Presse begnügt sich bei ihrer Berichterstattung nicht mit Artikeln über Auftritte bei Wohltätigkeitsorganisationen und Empfängen. Und das wird nun zu einem Problem für die gesamte Königsfamilie. 

"Benehmen Sie sich nicht so!"

Prinz Harry legt sich mit einer Reporterin an

Prinz Harry
Prinz Harry hat genug: Als ihn eine Journalistin mit forschen Fragen konfrontiert, platzt ihm der Kragen. Seine ungehaltene Reaktion sehen Sie im Video.
©Gala

Prinz Harry macht Palast-Mitarbeitern Sorge

Man sei "nervös" wegen der Attacke von Harry und Meghan gegen die Presse, erfuhr Arndt Striegler aus Palast-Kreisen. "Am Hof gibt es viele Menschen, die Bauchschmerzen haben. Harry und Meghan verursachen mit ihrem Verhalten einen enormen Schaden für die Monarchie."

Das Königshaus braucht die Medien, um seine Botschaft und seinen Dienst an der Gemeinschaft nach außen hin sichtbar zu machen. Ohne Verbindung zum Volk verliert die Institution Royal seine Legitimation. Arndt Striegler ist deshalb der Meinung, Harry habe sich mit der harschen Kritik an den Medien keinen Gefallen getan, im Gegenteil.

Prinz Harry hat sich Feinde gemacht

Das gilt nicht nur für die Mitarbeiter des Palastes. Auch viele Pressevertreter fühlen sich von der Nummer sechs der Thronfolge auf den Fuß getreten - und nicht nur das. Zehn Tage nach der Veröffentlichung von Harrys Wut-Statement am 1. Oktober soll es im Rahmen eines regelmäßig stattfindenden Termins zwischen Prinz William und PR-Beratern zu einer Diskussion gekommen sein. "Was macht Harry da bloß!?" habe William verständnislos gefragt, so ist es Striegler zugetragen worden.

Prinz Harry, Herzogin Meghan, Queen Elizabeth

TV-Interview von Harry und Meghan

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Das Harry noch einmal so aus sich herausgehen wird wie in dem Statement bezweifelt der London-Korrespondent. "Harry ist und bleibt ein Risiko, ja. Aber ihm werden jetzt sicherlich die Ketten angelegt. Das wird er nicht nochmal machen."
Nach der TV-Dokumentation und Harrys und Meghans emotionalen Worten ist es tatsächlich ruhig geworden um das Paar. Bei seinen letzten Auftritten konzentrierte es sich auf seine Kernaufgaben: Charity und Repräsentation der Krone. Wenn es stimmt, was "The Sunday Times" Mitte Oktober berichtet hat, wird es bald noch stiller: Mit Archie Mountbatten-Windsor wollen Harry und Meghan angeblich eine mehrwöchige Auszeit in den USA verbringen.

Verwendete Quellen: eigene Recherche, Sunday Times, ITV

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