Herzogin Meghan + Prinz Harry: Kritik an ihrem Statement gegen die Presse

Prinz Harry hat die britische Presse in einer öffentlichen Mitteilung scharf für ihre negative Berichterstattung über Herzogin Meghan attackiert. Nun bekommen der Prinz - und seine Frau - Gegenwind.

Herzogin Meghan und Prinz Harry
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Prinz Harry wendet sich mit einem wütenden Statement an die Öffentlichkeit und verklagt die britische "Mail on Sunday". Welche emotionalen Worte der Prinz findet, um seine Ehefrau Herzogin Meghan zu verteidigen, sehen Sie im Video.

Die von Prinz Harry, 35, am 1. Oktober veröffentlichten Worte gegen die Medien haben es in sich: Herzogin Meghan, 38, sei das "Opfer einer "rücksichtslose[n] Kampagne" und "unerbittliche[n] Propaganda" der britischen Boulevardpresse. Er könnte nicht beschreiben, "wie schmerzvoll" er die Artikel empfunden habe.

Der Punkt sei gekommen, "sich diesem Verhalten zu widersetzen, weil es Menschen zerstört und Leben zerstört." Am Ende der Pressemitteilung schreibt Harry: "Ich habe gesehen, was passiert, wenn jemand, den ich liebe, so oft als Ware eingestuft wird, dass er nicht mehr als echte Person behandelt oder gesehen wird. Ich habe meine Mutter verloren und jetzt sehe ich, wie meine Frau denselben Mächten zum Opfer fällt." Besonders die Veröffentlichung eines privaten Briefes von Herzogin Meghan an ihren Vater Thomas Markle durch die "Mail on Sunday" erzürnt das Paar: Es hat Klage gegen die Zeitung eingereicht.

Viele Royal-Berichterstatter zeigen Verständnis, dass Harry seine Frau in Schutz nehmen will und dafür auch rechtliche Schritte einleitet. Doch es gibt auch Punkte, die ihnen missfallen.

Prinz Harry in der Kritik

Harry reagiert über

Roy Greenslade

Roy Greenslade, 72, ehemaliger Herausgeber der Zeitung "Daily Mirror" und Kommentator für britische Zeitungen, bezeichnet in einem Interview mit BBC Radio 4 Harrys Statement als "riskante Handlung". Nicht wegen der Klage gegen die "Mail on Sunday", sondern weil "seine Aussage die gesamte Presse für die Sünden einer bestimmten Zeitung angreift." Es könne zu einer Entfremdung der Royals mit der Presse kommen, mutmaßt Greenslade. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Presse während der Afrika-Tour ausschließlich positiv über das Paar berichtet hat. 

In seiner emotionalen Mitteilung hatte Harry auch auf das Schicksal seiner verstorbenen Mutter Prinzessin Diana, †36, aufmerksam gemacht, die auf der Flucht vor Paparazzi 1997 in Paris tödlich verunglückt war. "Die Presse, insbesondere die Boulevardpresse, ist jetzt weniger mächtig als zu Zeiten seiner Mutter und wahrscheinlich weniger mächtig als je zuvor", merkt Grenslade an. Harrys Wutrede, so der Medien-Profi, sei über das Ziel hinausgeschossen. "Nimmt er einen Vorschlaghammer, um hier eine Nuss zu knacken?"

Harry provoziert die Medien

BBC-Reporter Nicholas Witchell

Nicolas Witchell, 66, Royal-Korrespondent der königstreuen BBC, wundert sich über den emotionalen Ton Harrys und schreibt auf der Website der BBC: "Hat einer seiner Berater [Harry] zur Zurückhaltung gedrängt? Wir wissen es einfach nicht. Nach der Länge und Intensität der Aussage zu urteilen, war Harry nicht in der Stimmung, solchen warnenden Ratschlägen zuzuhören." Seltsam findet Mitchell auch das Timing des Statements. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weilten Harry und Meghan für einen offiziellen Besuch in Afrika. Dieser sei ein großer Erfolg, merkt Mitchell an, und wundert sich, dass in dieser Atmosphäre plötzlich bekanntgegeben wurde, dass Harry und Meghan einer der mächtigen Zeitungen des Landes verklagen. 

"Britische Boulevardzeitungen haben keine Angst vor einem Kampf. Sie fühlen sich möglicherweise durch die Sprache in dieser Erklärung provoziert. War es weise? Wir werden sehen", schließt Witchell seine Analyse. 

Harry begeht einen katastrophalen PR-Fehler

Piers Morgan

TV-Moderator Piers Morgan, 54, ist bekanntermaßen ein scharfer Kritiker von Herzogin Meghan und Prinz Harry. Umso überraschender, dass er - im Rahmen seiner Möglichkeiten - Verständnis für das Paar aufbringt. "Sie haben das uneingeschränkte Recht, sich über die Veröffentlichung eines solchen privaten Briefes beleidigt zu fühlen, ebenso wie die Zeitung das uneingeschränkte Recht hat, sich aus Gründen des öffentlichen Interesses zu verteidigen. Aber das ist ein Rechtsstreit, und die Gerichte werden (...) entscheiden", schreibt Morgan in einer Kolumne für "Daily Mail", das Schwesternblatt der "Mail on Sunday". Doch eines stößt dem 54-Jährigen übel auf.

"Was mich irritierte, war die hysterisch übertriebene Aussage, die die Sussexes zu ihrer Klage herausgaben. Es ist ehrlich gesagt eine der außergewöhnlichsten Beschimpfungen, die ich je von jemandem in der königlichen Familie gelesen habe, und eine der unerklärlichsten."

Er verstehe nicht, so Morgan, dass das Paar ausgerechnet jetzt, nach neun Tagen positiver Berichterstattung über die Afrika-Reise, der britischen Presse den Krieg erklären würde. Das Statement erscheine ihm wie ein "weiterer, katastrophaler PR-Fehler", der die "ganze gute Arbeit ruiniert, die Harry und Meghan getan haben, um ihr angeschlagenes Image nach einer langen Zeit der ständigen Kritik wieder aufzubauen."

Harry wählte den falschen Zeitpunkt

Journalist Tim Eward

Reporter Tim Ewart, der 31 Jahre als Reporter für ITV gearbeitet hat und auch die Royals genau beobachtete, wundert sich auf Twitter ebenfalls über den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Statements. Über Harrys Worte sagt er: "Ob es berechtigt oder unberechtigt ist, es scheint eine Schande, dass Harrys Aussage genau zum richtigen Zeitpunkt gebracht wurde, um Meghans Johannesburg-Initiative zu geschlechtsspezifischer Gewalt in Südafrika in den Schatten zu stellen." Dann trägt Ewart eine Gewaltstatistik für Afrika nach. "ITV"-Reporter Chis Ship stimmt seinem Ex-Kollegen indirekt zu und antwortet: "Dies ist, was wir letzte Nacht gemeldet hätten, wenn es diese (...) [Statement]Bombe nicht gegeben hätte". 

Prinz Harry + Herzogin Meghan

Ihr gefährliches Spiel mit den Medien

Prinz Harry und Herzogin Meghan


Darum geht es in der Klage

Herzogin Meghan hat am 29. September 2019 Klage gegen Associated Newspapers, den Herausgeber von "Mail on Sunday", wegen Missbrauchs privater Informationen, Verletzung des Urheberrechts und Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz von 2018 eingereicht. Verhandelt wir in der Chancery Division des High Court in London.

Verwendete Quelle: https://sussexofficial.uk/, Daily Mail, BBC, Twitter

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