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Prinz Harry Drei Seelen in einer Brust

Prinz Harry
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Selbst die jüngsten Eskapaden können Prinz Harry nichts anhaben, im Gegenteil: Die Briten mögen ihn jetzt noch lieber. Schließlich bietet er ihnen ganz authentisch viel mehr als jeder andere Royal

Es hätte der royale Super-GAU werden können.

Ausgerechnet im Thronjubiläumsjahr seiner Großmutter, der Queen, und gerade jetzt, wo alle sich um seinen Großvater Prinz Philip sorgen, der sich von den Folgen einer schweren Blasenentzündung erholt, haut Prinz Harry, 27, auf die Pauke. Laut, unbekleidet, schamlos. Die Folge: Sein Vater Prinz Charles zitiert ihn zu sich, um ihm die Leviten zu lesen. Mehr nicht. Der öffentliche Skandal bleibt aus. Statt Medienschelte gibt es Applaus für die Nummer drei der britischen Thronfolge, bei vielen Briten vermutlich sogar heimliche Bewunderung für das ausschweifende Party-Wochenende in Vegas. Selbst Prominente finden sich in der Solidaritätsbewegung. Londons Bürgermeister Boris Johnson beispielsweise meinte: "Ein echter Skandal ist es, wenn man bis nach Las Vegas fliegt und sich nicht danebenbenimmt." Einmal mehr wird klar: Die Welt liebt den wilden Windsor. Obwohl oder gerade weil er regelmäßig die königliche Kontrolle verliert.

Skandal? Fehlanzeige! Dass Harry bei einem Junggesellinnen-Abschied mitfeierte und -flirtete und dann auch noch strippte, nimmt
Skandal? Fehlanzeige! Dass Harry bei einem Junggesellinnen-Abschied mitfeierte und -flirtete und dann auch noch strippte, nimmt die britische Presse mit Humor. Ein Reporter der "Sun" stellte eine der spektakulärsten Szenen nach.
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Zuletzt eben in Las Vegas. Begleitet von seinem besten Freund Tom "Skippy" Inskip und dem feierfreudigen Londoner Multimillionärs- Erben Arthur Landon gönnte sich Harry einen Kurzurlaub in "Sin City" und erfand dort kurzerhand ein neues Partyspiel: "Strip Billard". Dazu lud er etwa 15 fremde Frauen in seine 6 400 Euro teure "Encore Tower"-Suite im exklusiven Hotel "Wynn" ein. Harrys Bodyguards versäumten es, die Mobiltelefone der jungen Damen zu konfiszieren, und so dauerte es nicht lange, bis die ersten Fotos im Internet auftauchten. Darauf ein splitternackter Prinz - mal solo und frontal, mal in eine Balgerei mit einer ebenfalls nackten Frau verstrickt. Am nächsten Tag besuchte Harry eine Poolparty im "MGM Grand", auf der auch Jennifer Lopez feierte, tauschte Tops mit den sexy Besucherinnen eines Junggesellinnenabschieds und lieferte sich nachts ein spontanes Wettschwimmen mit US-Olympiaheld Ryan Lochte.

Der Elitesoldat: Als Kampfhubschrauber-Pilot zeigt Harry großes Engagement. Aktuell wartet er auf seinen nächsten Einsatz in Afg
Der Elitesoldat: Als Kampfhubschrauber-Pilot zeigt Harry großes Engagement. Aktuell wartet er auf seinen nächsten Einsatz in Afghanistan.
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"Harry ist Mitglied des britischen Königshauses, aber gleichzeitig ist er ein richtig lockerer, kommunikativer Typ", sagte Lochte kurz darauf in der "Today- Show". Und beschrieb damit treffend den ganz speziellen Harry-Faktor: Dieser Prinz muss sich nicht entscheiden zwischen Repräsentanten- und Rüpel-Dasein. Er verkörpert beides äußerst glaubhaft und genau betrachtet sogar noch eine Facette mehr. "Ich bin drei Menschen in einer Person", sagte Harry mal über sich selbst und fügte selbstkritisch an: "Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist ..." Die Antwort lautet: Eindeutig gut! Das zeigt sich jetzt, wo er als staatsmännischer Royal ebenso glänzt wie als Elitesoldat - und gleichzeitig ein liebenswerter Privatmann bleibt. "Er ist ein Mensch, der das Leben umarmt. Glamourös und gleichzeitig ein bisschen verrückt", urteilte jüngst Windsor-Biografin Ingrid Seward. "Die Leute mögen das." Zumal er als Dirty Harry nur dann auftritt, wenn er nicht "im Dienst" ist.

Mit 27 Jahren ist Prinz Harry erwachsen, und so benimmt er sich auch - wenn er in royaler Mission unterwegs ist. Hier wird er fü
Mit 27 Jahren ist Prinz Harry erwachsen, und so benimmt er sich auch - wenn er in royaler Mission unterwegs ist. Hier wird er für seine Charity-Arbeit ausgezeichnet. Den Ruf als Dirty Harry hat der Prinz schon seit seiner Jugend. Jetzt ließ er es in Las Vegas krachen. Rechts die Poolparty, der eher gemäßigte Teil des Feier-Wochenendes ...
© Reuters / Youtube.om

Sobald er von der königlichen Familie eine Aufgabe zugeteilt bekommt, erfüllt er sie gewissenhaft. Nicht umsonst schickt die Queen ihn immer öfter auch auf hochoffizielle Termine. Dort zeigt Harry, wie viel Staatsmann in ihm steckt. Mitte Mai reiste er in die USA, nahm dort unter anderem einen Preis für sein Engagement für Kriegsveteranen entgegen und hielt eine gefühlvolle Rede über die körperlichen und seelischen Wunden, die Soldaten erleiden. Im März besuchte er ehemalige Kolonien in der Karibik - und begeisterte durch seine ungezwungene Art. Wer kritisiert, die Monarchie sei überholt und verstaubt, den lockt Harry aus der Reserve. Er ist der Palastmann fürs Volk, alles andere als stromlinienförmig. Er besticht durch Lausbuben-Charme und Warmherzigkeit. "Alles, was er tut, ist echt und ehrlich", sagt Adels-Experte Jürgen Worlitz gegenüber "Gala". "So schafft er locker den Spagat zwischen Tradition und Moderne."

Dass Harry draufgängerisch ist, bringt ihm auch im Beruf Vorteile. Als Hauptmann der Luftwaffe fliegt er Kampfhubschrauber, eine Aufgabe, die viel Mut erfordert und eiserne Disziplin. Harry besitzt beides. Seine Offiziersausbildung an der Royal Military Academy Sandhurst beendete er 2007 mit Bravour. Es folgten ein Fronteinsatz und zwei Beförderungen, die dem Volk unmissverständlich bewiesen haben, dass Harry etwas kann.

Nur bei einer ist der Prinz jetzt unten durch: bei Cressida Bonas, seit sechs Wochen seine aktuelle Flamme in London. Wenige Tage vor dem Las-Vegas-Abenteuer hatte er die Blondine noch zu einer Geburtstagsparty auf Necker Island mitgenommen. Nun fühle sie sich von Harry "gedemütigt", berichten Freunde. Verständlich. Aber ob sie es Harry lange übel nehmen kann? Anna Schunck

gala.de


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