Prinz Harry + Herzogin Meghan: Ein Umzug ins Ausland wäre "das Ende der Monarchie"

Prinz Harry und Herzogin Meghan planen, England zu verlassen - was ist dran an diesem Gerücht, das in der britischen und US-amerikanischen Medien kursiert? GALA hat bei Royal-Reporter Arndt Striegler in London nachgefragt.

Meghan und Harry
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Herzogin Meghan hat schon während der Dreharbeiten von "Suits" in Kanada gelebt. Einem königlichen Insider zufolge soll das Land die neue Wahl-Heimat der royalen Familie werden.

Ein mehrmonatiger Aufenthalt in Afrika, eine Zweitwohnung in Los Angeles und zuletzt ein Umzug nach Kanada: Meldungen um Umzugspläne von Prinz Harry, 35, und Herzogin Meghan, 38, halten sich seit Monaten hartnäckig in der Presse. Die Tatsache, dass das Paar unter dem Dauerbeschuss der Medien steht und Anfang Oktober sogar Klage gegen drei große britische Zeitungen eingereicht hat, scheinen den Gerüchten Legitimation zu verleihen. Doch würden und könnten Harry und Meghan England tatsächlich verlassen?

Prinz Harry und Herzogin Meghan müssen bleiben

Auf der offiziellen Website des Palastes heißt es: "Mitglieder der königlichen Familie unterstützen die Königin in ihren vielen staatlichen und nationalen Aufgaben, leisten wichtige Arbeit in den Bereichen öffentlicher und gemeinnütziger Dienst und tragen zur Stärkung der nationalen Einheit und Stabilität bei." Prinz Harry steht aktuell auf Platz sechs der Thronfolge und gehört mit Ehefrau Meghan damit zu den wichtigsten Helfern der Queen. Deshalb hält Striegler es für utopisch, dass das Paar sich einen Standort außerhalb Englands suchen wird. 

Ein Umzug von Harry würde das Ende der Monarchie bedeuten.

Der Journalist, der seit über 30 Jahren aus London berichtet und Harry und Meghan bei Terminen schon beobachten konnte, erklärt:  "Wenn Queen Elizabeth eines Tages stirbt, beginnt eine neue Zeitrechnung in der britischen Monarchie. Prinz Charles und Herzogin Camilla werden als König und Queen Consort folgen, aber in diesen Rollen sicherlich nicht die Sympathieträger Königshauses sein. Die Stars der Royals sind die jüngere Generation, also Prinz William, Herzogin Catherine, Prinz Harry, Herzogin Meghan und die Kinder der Paare. Sie alle werden für die Popularität und damit für den Fortbestand der Monarchie unverzichtbar sein."

Arndt Striegler berichtet seit über 30 Jahren aus London.

Immer wieder haben Harry und Meghan den Wunsch nach mehr Privatheit für sich und Baby Archie Mountbatten-Windsor, fünf Monate, geäußert. Ein nachvollziehbares Begehren, das sich jedoch als Problem herausstellt. Harry steht nicht nur in der ersten Reihe der Repräsentanten des Königshauses, sondern erhält auch finanzielle Zuwendungen aus Steuergeldern - und für sein Geld will das Volk etwas zurückbekommen. Kaum vorstellbar also, wie sehr sich das Volk durch einen dauerhaften Umzug des Paares brüskiert sehen würde. Für das Haus Windsor wäre es eine Krise ungeahnten Ausmaßes. 

Ein Blick in die Historie zeigt: Seit der Thronbesteigung der großen Queen Victoria im Jahr 1837 hielt sich kein hochrangiger Thronfolger für lange Zeit im Ausland auf, um von dort Aufgaben für den König/die Königin wahrzunehmen.

Die Royals und das Ausland

Prinz Philip und Prinzessin Elizabeth - die spätere Queen - im April 1950 auf Malta. 

Queen Elizabeth, 93, lebte zwischen 1949 und 1951 für vier längere Zeitabschnitte (einen Monat bis dreieinhalb Monate) auf der Mittelmeerinsel und britischen Kronkolonie Malta. Dort war Prinz Philip als Offizier der Royal Navy Dienst stationiert. Philip und die Queen - damals noch Prinzessin Elizabeth - lebten zeitweilig in der Villa Guardamangia, ein von Philips Onkel Lord Mountbatten (†79) gemietetes Haus. Die beiden zu diesem Zeitpunkt bereits geborenen Kinder des Paares, Prinz Charles (*1948) und Prinzessin Anne (*1950) blieben in London. Am 6. Februar 1952 starb König George VI. und aus der Prinzessin wurde die Queen. 

Der Herzog von Windsor, der am 10. Dezember 1937 als König Edward VIII. aus Liebe zur Amerikanerin Wallis Simpson zurückgetreten war, zog nach seiner Abdankung nach Frankreich und heiratete dort seine in der britischen Heimat verachtete Freundin. Im Juli 1940 wurde der Herzog zum Gouverneur der Bahamas ernannt. Im August 1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, kehrte er mit Wallis nach Frankreich zurück. Großbritannien sah es zeit seines Lebens nur noch bei Besuchen wieder. Beide wurden jedoch nach ihrem Tod 1972 (Edward) beziehungsweise 1986 (Simpson) auf dem Gelände von Frogmore House in Windsor beerdigt.

Prinz William packte im Jahr 2000 in Chile an und verschönerte im Dörfchen Tortel im Süden des Landes ein Haus.

Prinz William verbrachte 2000, vor dem Beginn seines Studiums an der St. Andrews University, einige Zeit im Ausland. Zehn Wochen lang nahm er als Freiwilliger am "Raleigh Programm" in Chile teil und baute und dekorierte Häuser sowie Spielplätze. Außerdem bereiste er Afrika. Obwohl die konkreten die Länder nie enthüllt wurden, wurde gemunkelt, dass William Stopps in Kenia, Tansania und Botswana einlegte und sich dem Artenschutz gewidmet hat. Eine kurze Reise nach Belize mit den Welsh Guards stand angeblich auch auf dem Reiseprogramm des künftigen Königs.

Prinz Harry reiste in seinem Gap-Year 2004 zuerst für drei Monate auf eine Ranch nach Queensland in Australien, wo er Zäune reparierte, . Danach verbrachte er einige Zeit in einem Waisenhaus in Lesotho, besuchte Kinder mit AIDS und baute Kliniken und Brücken in der Region.

Verwendete Quellen: Eigene Recherche, royal.uk, BBC, Express, Times of Malta, US Weekly, The Telegraph

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