Prinz Harry + Herzogin Meghan: Hat der Palast diese Warnzeichen übersehen?

Der Rücktritt von Prinz Harry und Herzogin Meghan traf die royale Familie ziemlich unerwartet. War das fahrlässig? Einige Warnhinweise sendeten die Sussex' schon Wochen vor dem großen Drama.

Am Samstag (18. Januar) gab Queen Elizabeth, 93, ihr Statement zu dem - wie es in den Medien betitelt wird - "Megxit" bekannt. Mit diesen Regelungen hat niemand rechnen können, oder doch? Harry und Meghan werden keinerlei Aufgaben mehr für das Königshaus übernehmen, werden ihren Titel "Königliche Hoheit" nicht mehr in der Öffentlichkeit nutzen und beziehen keinerlei finanzielle Unterstützung vom Palast. Sogar die Umbauten des Frogmore Cottage, ihres Hauses in England, wollen sie zurückerstatten. Ein bis dato undenkbarer Schritt, den Prinz Harry, 35, und seine Frau Meghan, 38, damit gehen. Doch Anzeichen dafür gab es.

Die Anzeichen ihres Rücktritts

Hat die Royal Family monatelang die Augen verschlossen? Hätten sie ahnen können, was Prinz Harry und Herzogin Meghan im Hintergrund planen? War das ganze Chaos, vor dem die Königsfamilie jetzt steht, vermeidbar? Fragen, die jetzt sicher nicht nur uns, sondern auch die Queen Elizabeth, 93, Prinz Charles, 71, Prinz William, 37, Herzogin Catherine, 38, und ihre Teams beschäftigen. Denn obwohl das Statement der Sussex', das sie am 8. Januar auf Instagram veröffentlichten und das die britische Monarchie ins Wanken brachte, völlig aus dem Nichts gekommen zu sein schien,  gab es einige Warnhinweise, die Harry und Meghan in den letzten Wochen sendeten. GALA hat diese nun gedeutet. 

Prinz Harry

Spezielle Fragen der Reporter beantwortet er nicht

Prinz Harry
Prinz Harry ist bekannt dafür der Witzbold auf Terminen zu sein. Er kann aber auch anders, wenn die Presse sich nicht korrekt verhält.
©Gala

1. Der Brüderstreit wegen Herzogin Meghan

Prinz William und Prinz Harry liegen seit Monaten im Clinch. Die Brüder, die früher unzertrennlich waren, haben kaum mehr Kontakt zueinander. Harry gab das in einem Fernsehinterview ganz offen zu; William und er seien aktuell auf "unterschiedlichen Pfaden unterwegs" und Brüder hätten nunmal "bessere und schlechtere Tage" miteinander. Auslöser des Streits soll Williams Warnung wegen Herzogin Meghan gewesen sein. Als Harry bekannt gab, die Amerikanerin heiraten zu wollen, habe William ihm zur Vorsicht geraten und seinen Bruder gebeten, das Ganze langsam anzugehen.

Ein Schlag in Harrys (verliebtes) Gesicht. Zudem wirft Harry seinem Bruder und seiner Schwägerin vor, Meghan nicht richtig in die Familie integriert zu haben. Gerade Kate, die ebenfalls ihren Platz in der Royal Family suchen musste, hätte Meghan mehr an die Hand nehmen können, so laut verschiedenen Medienberichten der Vorwurf. Erste, aber heftige Risse in der Beziehung der Brüder und ein möglicher Grund, warum Harry William nun mit den royalen Aufgaben allein lässt. Vor diesem Streit schien es unmöglich, dass sich die Brüder einmal nicht mehr aufeinander verlassen könnten. Nun aber lässt Harry seinen großen Bruder mit den Tätigkeiten für die Krone allein. Der Streit war somit das erste und vermutlich das dramatischste Anzeichen für die Trennung der beiden.

2. Die Trennung von der Royal Foundation

Was als Abnabelung von Prinz William und Herzogin Catherine gewertet wurde, kann nun als erster Schritt in die gesamte Unabhängigkeit eingeordnet werden. Im Juni 2019 wurde bekannt, dass William und Harry ihre berufliche Zusammenarbeit beenden. Meghan und Harry, zu diesem Zeitpunkt gut ein Jahr verheiratet, wollen autark sein und kündigten an, eine neue Wohltätigkeitsorganisation zu gründen. Die etablierte Royal Foundation, für die sie zuvor gemeinsam mit William und Kate aktiv waren, ging an die Cambridges. 

Im Juli wurden dann die Pläne für die neu gegründete Stiftung "Sussex Royal" veröffentlicht. Der offizielle Launch soll im Frühjahr 2020 erfolgen, heißt es. Wann genau, das behalten Harry und Meghan bislang für sich. Mit dem nun verkündeten Rücktritt kann das Paar aber deutlich freier bei der Gestaltung der Organisation agieren und diese nach eigenen Wünschen aufbauen. Ein Schritt, der einer langen Planungsphase bedurfte und definitiv ein Hinweis auf eine Abspaltung der Sussex' war. 

Genau wie die Trennung der Haushalte, mit denen auch die Spaltung der Instagram-Accounts einherging. Am 2. April 2019 ging der erste Post von "Sussex Royal" online, zuvor waren Harry und Meghan gemeinsam mit Kate und William von "Kensington Royal" repräsentiert worden. Mit der Splittung der Haushalte, Harry und Meghan bekamen ein eigenes Büro im Buckingham Palast, änderten sich auch die PR-Zuständigkeiten. Das Team der Sussex' kümmert sich seitdem um einen eigenen Social-Media-Auftritt. Auf dem Instagram-Account des Paares wurde auch als erstes die Geburt von Baby Archie, heute acht Monate, sowie dessen Name bekanntgegeben. 

3. Archie bekam keinen Titel verliehen

Apropos Archie. Der wohl auffälligste erste Schritt in die Unabhängigkeit erfolgte mit der Geburt des heute acht Monate alten Jungen. Mit der Namensverkündung am 8. Mai 2019 wurde klar: Archie Harrison Mountbatten-Windsor trägt - anders als seine Eltern - keinen royalen Titel. Harry verzichtete darauf, seinen dritten Adelstitel, Earl of Dumbarton, an seinen Erstgeborenen zu vererben. Archie solle so normal wie möglich aufwachsen, so der Wunsch seiner Eltern. Diese Entscheidung wurde zwar registriert und diskutiert, ging in der Baby-Euphorie aber offenbar unter. 

Denn Royal-Experte und Herausgeber des "Majesty"-Magazins Joe Little wertet dieses Vorgehen erst jetzt als ersten Hinweis auf den "umfassenderen Masterplan" der Sussexes. Dass Archie keinen offiziellen Titel des britischen Königshauses trägt, gibt nicht nur ihm selbst die Freiheit, sein Leben nach seinen Wünschen zu gestalten. Auch seinen Eltern fällt der Austritt aus dem Königshaus nun leichter, da für Archie keine Regelungen bezüglich seiner Rechten und Pflichten als Royal getroffen werden müssen. Eine Entscheidung, die ihrer Zeit bedurfte und schon einige Monate vor Archies Geburt mit der Queen abgestimmt worden sein muss. 

4. Die Dokumentation über die Südafrika-Reise

Erinnern Sie sich noch an den letzten großen Skandal, den die Sussex' verursachten? Er liegt noch gar nicht so lang zurück und war ein weiterer Hinweis auf den Alleingang des Paares. Die ITV-Doku "Harry and Meghan: An African Journey" sorgte mit den darin getätigten Aussagen von Harry und Meghan für einen Aufschrei in der Welt - und im Königshaus. Denn die Royal Family sah die Interviews ihrer Verwandten - wie die Öffentlichkeit auch - das erste Mal bei der Ausstrahlung im TV und hörte völlig unvorbereitet, wie es um Harrys und Meghans Gefühle steht. Mit ihren Aussagen, Meghan gab unter anderem zu Protokoll, dass nicht viele Personen wissen wollen würden, wie es ihr wirklich gehe und Harry verriet, dass er und William tatsächlich im Clinch liegen, ließen sie den Rest der Familie nicht besonders gut dastehen. 

Ein weiteres Indiz dafür, dass Harry und Meghan vor einem Bruch mit der Familie nicht zurückschrecken und dass sie nicht gewillt sind, ihre Pläne mit der Königin oder den Kommunikations-Teams ihrer Familienmitglieder zu teilen. Ein Warnschuss, der der Königsfamilie klar signalisierte: Wir gehen unseren Weg, ob euch das passt oder nicht. 

5. Die Auszeit über Weihnachten

Anlässlich des Weihnachtsfestes lädt die Queen alljährlich nach Sandringham ein. Dort versammelt sich die gesamte royale Großfamilie und feiert gemeinsam an der langen Tafel. In 2019 bekam dieses traditionelle Beisammensein einen Riss: Prinz Harry und Herzogin Meghan schlugen die Einladung der Königin aus und zogen einen Kanada-Urlaub dem Familienfest vor. Ein harter Schlag für die Königin, die - entgegen ihrer sonstigen Prinzipien - sogar höchstpersönlich zum Hörer gegriffen und Harry umzustimmen versucht haben soll. 

Ihr Enkel und seine Frau blieben aber hart: Schon im November machten sie sich mit Sohn Archie auf den Weg nach Kanada und verbrachten ihren sechswöchigen Urlaub auf Vancouver Island. Eine Absage an die Königin - das kommt so gut wie nie vor und wurde umgehend als Affront gegen die Monarchin gewertet. Dass diese Aktion weder bei der Familie noch beim britischen Volk gut ankam, schien für das Paar kein Grund zu sein, anders zu handeln. Ein weiteres Indiz dafür, dass Harry und Meghan ihren Weg ohne Rücksicht auf Verluste (oder Gefühle) gehen.

Prinz Charles, Herzogin Catherine, Prinz William und der Rest der Familie wurden in diesem Jahr nicht von Harry und Meghan zum traditionellen Kirchgang begleitet. Dafür kamen Prinzessin Charlotte und Prinz George das erste Mal mit in den Weihnachtsgottesdienst.

Außerdem nicht unwichtig: Die Hunde des Paares, Meghans Beagle Guy und die gemeinsame Labradorhündin, sollen ebenfalls mit nach Kanada gereist seien. Ein Indiz dafür, dass Meghan und Harry einen längeren Aufenthalt dort planten. Ständig stundenlang zwischen Vancouver und London zu pendeln, tut das Paar seinen Haustieren sicher nicht an. Außerdem muss die Einreise mit Haustieren nach Kanada gut geplant werden: Um Infektionen zu vermeiden, müssen die Tiere ausreichend geimpft sein und ein gewisses Alter haben. Ist dies nicht der Fall, droht eine Quarantäne. So richtig bequem ist der Flug für die Tiere nicht: Ab einer gewissen Größe müssen die Vierbeiner in einer Transportbox im Frachtraum mitfliegen. Dieser Prozedur wollen Meghan und Harry ihre Hunde sicher nicht allzu oft aussetzen wollen. In Großbritannien wird daher spekuliert, dass Meghan unter Umständen gar nicht mehr nach London zurückkehren wird. Dass dem so ist - unwahrscheinlich. Dass die Hunde mit der Familie in den Urlaub geflogen sind, hätte den Rest der Royals und die Angestellten jedoch stutzig machen können. 

6. Das Rückblick-Video

Nicht nur im Privaten, sondern auch auf Instagram, ließen Harry und Meghan das Jahr 2019 Revue passieren. Das professionell produzierte Video zeigt Fotos und Bewegtbilder der vergangenen zwölf Monate. Besonderes Highlight: Ein neues Foto von Baby Archie, das ihn auf Harrys Arm und mit süßer Pudelmütze zeigt. Bei dieser niedlichen Aufnahme rückt die musikalische Untermalung fast in den Hintergrund. Hier sollte man allerdings genau hinhören. Harry und Meghan wählten Coldplays Song "Clocks" als Hintergrund-Musik aus.

Der Liedtext hat es in sich. "Die Lichter gehen aus und ich kann nicht gerettet werden. Gezeiten, gegen die ich zu schwimmen versuchte. Du hast mich auf die Knie gezwungen", singt Chris Martin, 42. Im weiteren Lauf des Liedes heißt es dann: "Zuhause, Zuhause, da wo ich hingehen wollte." Obwohl Meghan in Los Angeles geboren wurde, ist Kanada ihre zweite Heimat geworden. Hier verbrachte die ehemalige Schauspielerin gut sieben Jahre ihres Lebens. Nun plant das Paar, gemeinsam nach Kanada zu gehen und zwischen Nordamerika und London zu pendeln. Das Video, das am 31. Dezember 2019 publiziert wurde, enthielt somit ebenfalls einen Hinweis, auf den bevorstehenden Rücktritt und den Umzug in ein neues Zuhause. 

Insider über Prinz Harry: "Er liebt die Königin"

Natürlich ist es im Nachhinein deutlich einfacher, diese Vielzahl an Anzeichen zu deuten. Das royale Tagesgeschäft und die emotionale Verbindung zwischen den einzelnen Parteien wird es William, Kate, Charles und Co. erschwert haben, bei den Warnsignalen richtig hinzuhören. Trotzdem hätte die Familie gut daran getan, in engerem Austausch mit Meghan und Harry zu stehen. Das hätte dem Königshaus eine Menge negativer Publicity erspart. Und auch für Harry wäre eine sanfte und überlegte Lösung das Richtige gewesen, immerhin verbindet ihn eine tiefe Liebe zur Queen, seinem Vater und Bruder. Ein Insider sagte gegenüber der "Times": "Sie will gehen. Er [Harry] steht unter starkem Entscheidungsdruck. Es ist traurig. Er liebt die Königin. Ich denke, es wird ihm das Herz brechen, wenn er geht. Ich glaube nicht, dass er das wirklich will."

Verwendete Quellen: Instagram, Twitter, ITV, Mirror, Sun, Daily Mail, Times

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