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Prinz Charles Skandal um Bargeldspenden eines Scheichs kratzt an seinem Image

Prinz Charles
© Chris Jackson / Getty Images
Skandal um Prinz Charles: Der Thronfolger soll einen Koffer mit Bargeld in Höhe von einer Million Euro von einem Scheich für seine Wohltätigkeitsorganisation angenommen haben.

Nachdem es in den vergangenen Jahren und Monaten viel Wirbel um die britische Königsfamilie gegeben hat, scheint nun auch das Image von Prinz Charles, 73, unter einer neuen Kontroverse zu leiden. Es heißt, er habe Beträge in Millionenhöhe von einem katarischen Scheich angenommen.

Prinz Charles erhielt Bargeldspenden in Koffern und Einkaufstüten

Neusten Berichten zufolge soll der älteste Sohn von Queen Elizabeth, 96, einen Geldkoffer mit Bargeld in Höhe von einer Million Euro von Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jaber Al Thani, dem ehemaligen Premierminister von Katar, für seine Wohltätigkeitsorganisation akzeptiert haben. Zudem habe der umstrittene Politiker dem Thronfolger bei einer anderen Gelegenheit dieselbe Summe in Form von in Tragetaschen des Supermarkts "Fortnum & Mason" verpackten Geldscheinen überreicht, berichtet unter anderem "Daily Mail". 

Insgesamt soll der 73-Jährige zwischen 2011 und 2015 rund drei Millionen Euro Bargeld für seine "Prince of Wales Charity Foundation" erhalten haben. Eine der Übergaben soll 2015 während eines privaten Treffens im Clarence House stattgefunden haben. Charles habe das Geld umgehend an seine Mitarbeiter:innen weitergereicht, die veranlasst haben sollen, dass es in voller Höhe an die Wohltätigkeitsorganisation weitergeleitet werde. 

Wie "The Sunday Times" berichtet, ging das Geld bei der Privatbank Coutts ein, zu deren Kund:innen auch die Queen zählt, und wurde direkt auf die Konten des "Prince of Wales's Charitable Fund" (PWCF) eingezahlt. Laut der derzeitigen Spendenpolitik des Königshauses dürfen Familienmitglieder "niemals" Geld annehmen, aber "einen Scheck" im Namen einer Wohltätigkeitsorganisation akzeptieren.

Sprecher von Prinz Charles' Stiftung äußert sich zu Spenden

"Wir... bestätigen, dass die früheren Treuhänder von PWFC die Führung und die Beziehung zu den Spendern erörtert haben, und somit bestätigt haben, dass es sich bei dem Spender um eine legitime und überprüfte Gegenpartei handelt, und dass unsere Rechnungsprüfer die Spende nach einer speziellen Anfrage während der Rechnungsprüfung abgezeichnet haben", erklärte Sir Ian Cheshire, Vorsitzender der Foundation, vor wenigen Tagen. "Es gab kein Versagen der Führung. Die Zusicherung der Spende von 2015 wurde anhand von Unterlagen überprüft. Ich gehe davon aus, dass die gleiche Zusicherung auch für frühere Spenden galt und freue mich darauf, dies zu gegebener Zeit bestätigen zu können."

Zwar scheint es keine Anzeichen dafür zu geben, dass der Austausch zwischen Charles und Al Thani gesetzeswidrig war oder der Thronfolger eine Gegenleistung für die großzügigen Spenden angeboten hat, dennoch wirft die Annahme solch großer Spenden eines ausländischen Milliardärs Fragen über sein Urteilsvermögen auf.

Bei Scheich Hamad bin Jassim bin Jaber Al Thani handelt es sich um eine umstrittene Persönlichkeit. So gab er laut "Daily Mail" einst zu, dass Katar während seiner Amtszeit als Premier- und Außenminister zwischen 2007 und 2013 ohne sein Wissen den syrischen Zweig von Al-Qaida finanziert hat. Außerdem wird er auch als "der Mann, der London kaufte" betitelt, nachdem er den katarischen Kauf des Londoner Luxus-Kaufhauses Harrods, des Wolkenkratzers "The Shard", sowie des Olympischen Dorfes beaufsichtigt hatte. 

Ein Sprecher von Clarence House erklärte: "Die von Scheich Hamad Bin Jassim erhaltenen Spenden wurden sofort an eine der Wohltätigkeitsorganisationen des Prinzen weitergeleitet, die die entsprechenden Kontrollen durchführte und uns versicherte, dass alle korrekten Vorgehensweisen eingehalten wurden." 

Die Privatbank, bei der die Spenden eingingen, lehnte laut "Daily Mail" zwar ab, Transaktionen genauer zu erörtern, ließ jedoch über einen Sprecher erklären: "Wir verfügen über langjährige und solide Richtlinien und Kontrollen, um die Quelle, die Art und den Zweck großer und ungewöhnlicher Transaktionen zu bewerten. Insbesondere der Erhalt von Barzahlungen durch die Bank wird gründlich geprüft und überwacht."

Prinz Charles war zuvor in einen Spendenskandal verwickelt

Einen kleinen Beigeschmack scheinen die neuesten Enthüllungen dennoch zu hinterlassen, immerhin ist es nicht das erste Mal, dass Prinz Charles' Wohltätigkeitsorganisation in Zusammenhang mit fragwürdigen Spenden gebracht wird. So hatte "Mail on Sunday" im vergangenen Jahr bereits von einem Skandal um "Bargeld für Ehrungen" berichtet, der zum Rücktritt von Michael Fawcett, einem engen Vertrauten des 73-Jährigen, als Geschäftsführer der Stiftung führte. 

Verwendete Quelle: dailymail.co.uk

spg Gala


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