VG-Wort Pixel

Prinz Charles Polizei ermittelt gegen seine Wohltätigkeitsorganisation

Prinz Charles
© Jonathan Brady - WPA Pool / Getty Images
Nachdem Prinz Andrews Missbrauchsklage zu einem Ende kam, steht nun Prinz Charles im Mittelpunkt eines anderen Skandals: Die Polizei hat eine weitere Untersuchung gegen seine Stiftung eingeleitet. 

Nur wenige Stunden nachdem Prinz Andrew, 61, einen außergerichtlichen Vergleich mit Virginia Guiffre, 38, geschlossen hat, sieht sich die britische Königsfamilie mit dem nächsten Skandal konfrontiert: Prinz Charles', 73, Wohltätigkeitsorganisation "Prince's Foundation" wird von der Metropolitan Police wegen verdächtiger Spendengelder untersucht, nachdem dessen Geschäftsführer Michael Fawcett bereits im September 2021 sein Amt niederlegte.

Prinz Charles: Strafrechtliche Untersuchung seiner Organisation

Wie "The Sunday Times" damals berichtete, habe der saudische Geschäftsmann Mahfouz Marei Mubarak bin Mahfouz mindestens 1,5 Millionen Pfund (umgerechnet ca. 1,7 Millionen Euro) für Projekte der "Prince's Foundation" gespendet. Im Gegenzug habe Fawcett dem Superreichen den Ritterschlag und die britische Staatsbürgerschaft versprochen.

Wegen dieses Verdachts wurde laut "Daily Mail" nun von der Londoner Polizei eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Nach der Sichtung bestimmter Dokumente wolle die Polizei wegen Verstößen gegen das Ehrengesetz ermitteln. Die Behörde habe mitgeteilt, dass sie im September Briefe erhalten habe, in denen sie aufgefordert worden sei, den Vorwürfen nachzugehen – einer davon stamme vom ehemaligen libyschen Abgeordneten Norman Baker. 

Michael Fawcett war viele Jahre lang ein Vertrauter von Prinz Charles. Das britische Königshaus dürfte sich sicherlich darum sorgen, welche Details er unter Druck preisgeben könnte. Eine weitere Belastung für Queen Elizabeth, 95, die im Jahr ihres 70. Thronjubiläums einfach nicht zur Ruhe zu kommen scheint.

Prinz Charles habe von nichts gewusst

Von den schwere Vorwürfen wolle der Thronfolger nichts wissen. "Der Prinz von Wales hat keine Kenntnis von dem angeblichen Angebot von Ehrungen oder der britischen Staatsbürgerschaft auf der Grundlage einer Spende an seine Wohltätigkeitsorganisationen und unterstützt die derzeit von der 'Prince’s Foundation' laufende Untersuchung voll und ganz," ließ ein Sprecher von Clarence House bereits im September 2021 mitteilen.

War sein Geschäftsführer bestechlich?

"Michael Fawcett hat heute angeboten, vorübergehend von seinen Aufgaben als Geschäftsführer der 'Prince's Foundation' zurückzutreten, solange die Untersuchung der Kuratoren andauert", erklärte Douglas Connell, Vorsitzender der "Prince's Foundation", am Sonntag, 5. September 2021. "Die 'Prince's Foundation' hat dieses Angebot angenommen. Michael Fawcett unterstützt die laufenden Ermittlungen voll und ganz."

Michael Fawcett
Michael Fawcett
© Max Mumby/Indigo / Getty Images

Eine Sprecherin der "Prince's Foundation" sagte zudem: "Die 'Prince's Foundation' nimmt die Anschuldigungen, mit denen sie kürzlich konfrontiert wurde, sehr ernst, und die Angelegenheit wird derzeit untersucht." 

Es ist nicht das erste Mal, dass gegen Michael Fawcett ermittelt wird

Michael Fawcett begann seinen königlichen Dienst im Jahr 1981 als Diener der Königin und stieg bis zum Unteroffizier und später zum Assistenten von Charles' Kammerdiener auf, der jeden Morgen im Kensington Palast seine maßgeschneiderten Anzüge und Hemden bereitlegte. Als persönlicher Assistent von Charles wurde er 2003 beschuldigt, unerwünschte königliche Geschenke zu verkaufen und einen Prozentsatz des Erlöses zu kassieren, wurde aber durch eine interne Untersuchung von jeglichem finanziellen Fehlverhalten freigesprochen.

Unterwegs in Yorkshire

Die von Charles' damaligem Privatsekretär Sir Michael Peat geleitete Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Fawcett zwar "gegen interne Regeln in Bezug auf Geschenke von Lieferanten" verstoßen hatte, aber nicht ernsthaft kritisiert werden konnte, weil die Regeln nicht durchgesetzt wurden und er aus solchen Geschenken kein Geheimnis machte. Der Bericht zeichnete trotzdem ein Bild von Herrn Fawcett als angeblichen Tyrannen, der wertvolle Geschenke von Außenstehenden annahm.

Verwendete Quellen: telegraph.co.uk, thetimes.co.uk, dailymail.co.uk

aen / sti / ama Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken