Prinz Charles: Ein Königreich für neue Sofas

Peinlicher Empfang: Beim Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping gewährte Prinz Charles Einblicke in seine Residenz "Clarence House". Und was man dort zu sehen kriegte, war keineswegs ein königliches Ambiente

ist seit jeher als geizig bekannt, trägt privat ausgelatschte Schuhe und mehrfach geflickte Jacken. Den royalen Dresscode hält er nur ein, wenn er auf offiziellen Terminen ist. Und wenn es um seinen royalen "Job" geht, soll er penibel auf Details und Perfektion achten. Nicht immer macht er sich damit bei seinen Mitarbeitern beliebt …

Offenbar hat er aber für Inneneinrichtung nicht so denn Sinn - oder er richtete seine wachsamen Augen bislang eher auf globalere Probleme, den Ökolandbau oder Städtearchitektur. Den Sofas in seiner Residenz "Clarence House" jedenfalls könnte etwas mehr Aufmerksamkeit nicht schaden.

Sofas sorgen für Schlagzeilen

Royals

Heimlicher Blick hinter die Palastmauern

Der "Buckingham Palace" ist so etwas wie das Hauptquartier der Familienfirma der Windsors. Er dient seit 1837 den britischen Monarchen als Amtssitz und wird für Empfänge, Audienzen, Investituren und Staatsbankette genutzt. Laut Webseite des britischen Königshauses verfügt der Palast über 775 Räume. Teile des "Buckingham Palace", darunter auch die Gallerie und die sogenannten "State rooms", können mehrere Monate im Jahr besichtigt werden. Immer dann nämlich, wenn die Queen eine ihrer anderen Residenzen bewohnt.
Auch Kanzlerin Angela Merkel wird nicht im privaten Wohnzimmer der Queen zu einer Tasse Tee gebeten. Dafür bietet der "Buckingham Palace" genügend andere, repräsentative Räume.  Ob sich die Bundeskanzlerin ein wenig umgeschaut hat? Denn es gibt viel zu entdecken!
Audienzen, wie hier mit dem Kronprinz von Saudi-Arabien, Prinz Mohammed Bin Salman, gehören zum Alltag.    Nach dem höflichen Händeschütteln und einigen netten Worten, setzt man sich auf die bereitstehenden Stühle. Damit kein Missverständnis aufkommt, wo die Queen sitzt, hat sie auf einem bereits ihre Handtasche drapiert. Die Königin sitzt offenbar gerne am (künstlichen) Kaminfeuer.
Im Februar 2018 empfängt die Königin Ellison Greenslade, den Hochkommissar des Commonwealth auf den Bahamas.  Beim Blick durch den Raum fallen etliche gerahmte Porträts auf, die - auf den ersten Blick - wahllos angeordnet auf kleinen Tischen und Kommoden stehen. Aber die Queen platziert und dekoriert diese Bilder offenbar mit Bedacht - und je nach Jahr und vergangenem Ereignis wechselt die Zusammenstellung.   Links hinter dem Commonwealth-Vertreter, auf dem kleinen Tisch, ist die Familienporträtecke. Zu erkennen ist beispielsweise ein Hochzeitsbild von Zara und Mike Tindall. Rechts von der Queen, unter der kleinen Lampe: Die Bilder der dänischen Royals. Königin Margrethe (links) und der im Februar verstorbene Prinz Henrik (halb verdeckt durchs Kissen). Und weiter rechts - unter dem Rosenstrauß - die norwegischen Royals. Von links: König Harald, in der Mitte das norwegische Königspaar gemeinsam und rechts der verstorbene König Olav.

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Als er in der vergangenen Woche Chinas Präsident zu einem Gespräch empfing, kamen die königlichen Sitzmöbel nämlich ins Bild. Und ihre abgewetzten Kanten und Nähte fielen der internationalen Presse fast mehr auf, als der chinesische Staatsgast, der darauf saß. Man war sich schnell einig, dass die durchgesessenen Sofas zumindest neue Kissen oder Bezüge verdient hätten, am besten aber auf dem Sperrmüll hätten landen sollen.

Prinz Charles empfängt Xi Jinping und seine Gattin Peng Liyuan in "Clarence House" und präsentiert dort eher zufällig seine abgewetzten Sofas.

Beim nächsten Gast wird man sehen, ob der Prinz von Wales sich die negative Presse zu Herzen genommen hat und dem "Garden Salon" und seinen Sofas neuen Glanz verleiht. Einige Flicken würden zumindest die Optik schon einmal stark verbessern, wenn der 66-Jährige bei seiner königlichen Version des durchaus populären "Shabby Chic" bleiben will.

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