Prinz Charles: Die Gemüse-Pleite

Sein grüner Daumen ist legendär, aber mit seinem Laden für organisches Obst und Gemüse hatte Prinz Charles trotzdem kein Glück. Zu wenig Kunden kamen, um in seinem "Veg Shed" Bio-Produkte zu kaufen

Sogar ein Prinz muss kalkulieren: Der "Veg Shed", Prinz Charles' Laden für hausgemachte Bio-Produkte, musste Ende April nach acht Jahren schließen. Das eingefahrene Defizit sei zu groß gewesen, wie verschiedene britische Medien melden. Auf der Shop-Webseite "duchyvegshed.com" heißt es: "Dies war eine schwierige Entscheidung für uns, wir möchten uns für die Unannehmlichkeiten entschuldigen und bedanken uns bei allen unseren Kunden für ihre wertvolle Unterstützung."

Bekannt wurde der royale Bio-Laden wegen seiner oftmals krummen, Supermarkt untauglichen Möhren, die Prinz Charles vor Fotografen gerne selber aus der Erde zog und genussvoll probierte. Bei den Briten sorgte diese Begeisterung für Bioprodukte immer wieder für Belustigung. Der Thronfolger verfolgte aber mit dem Laden und den dort angebotenen Waren konsequent sein Konzept der organischen Landwirtschaft, welches er auf seinem Anwesen Highgrove in der Nähe von Tetbury bereits Mitte der 1980er Jahre einführte. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche des königlichen Landsitzes ist Teil des Herzogtums Cornwall und seiner Gutshöfe ("Duchy of Cornwall"), die Charles als Herzog von Cornwall verwaltet.

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Herzogin Meghan, Prinz Harry und Baby Archie
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©Gala

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Die Vermarktungsidee "Farm-to-table" ("Von der Farm auf den Tisch"), die den Thronfolger so begeistert hatte, zog aber offenbar bei den Untertanen weniger: Zum einen, so vermuten britische Medien, weil die Preise im "Veg Shed" für das Bio-Gemüse, Obst und Fleisch über denen der örtlichen Supermärkte lagen. Und zum anderen, weil der Laden durch seine Lage in Gloucestershire keine großen Touristen- und Kundenströme habe anlocken können, so dass er defizitär wurde.

Der "Veg Shed"-Laden musste schließen, aber Prinz Charles und seine Firma haben noch andere, gut gehende Läden. Hier eröffnet der Prinz 2008 einen der "Highgrove"-Shops und wirft ein Blick auf das Angebot.

Auf Erfolgskurs ist Prinz Charles dagegen mit anderen Unternehmen: Seine 1990 gegründete Premium-Bio-Marke "Duchy Originals", die Produkte aus ökologischer Landwirtschaft mit herzoglichen Wappen anbietet, läuft besonders gut. Zurückzuführen ist dies wohl darauf, dass die Supermarktkette "Waitrose" vor rund drei Jahren die Vermarktung übernommen hat, nachdem auch hier eher rote Zahlen dominierten. Die Gewinne aus dem Verkauf von Suppen, Keksen, Konfitüren, Bonbons, Schokoladen und Vinaigretten gehen an "The Prince of Wales’s Charitable Foundation", Prinz Charles' gemeinnützige Stiftung und nicht etwa in seine Privatkasse. Die Stiftung unterstützt unter anderem Jugend- und Sozialprojekte und setzt sich für den Erhalt von bedrohten Nutztierrassen ein. Laut "Dailymail" kamen über die "Duchy Originals"-Produkte und "Waitrose" 2012 rund 3.3 Millionen Euro zusammen.

Zu den prinzlichen Unternehmen, deren Gewinne in die Stiftung fließen, gehören außerdem noch drei Läden und ein Online-Shop, die Produkte der "Highgrove Enterprises" vertreiben. Wer einen der Läden in Bath, Tetbury oder London besucht, kann sowohl Haushaltsgegenstände, Bekleidung und Gartenutensilien als auch diverse Marmeladen, Kekse, Wein und royal angehauchte Souvenirs kaufen. Als Großvater in spe kann Prinz Charles seinem ersten Enkelkind sogar Spielwaren aus den "Highgrove"-Shops mitbringen, darunter ein hölzernes Steckenpferd zum Üben der Sattelfestigkeit oder Baby-Schuhe mit Union-Jack-Muster. Um Prinz Williams' Erstgeborenes standesgemäß auszustatten, könnte Prinz Charles aus dem umfangreichen Sortiment auch die "Coronation Baby Blanket" ("Krönungs-Baby-Decke") wählen, für die der normale Kunde königliche 112 Euro hinblättern müsste.

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