Prinz Charles: Der Schattenkönig

Trotz aller Spekulationen: Prinz Charles wird nie auf den Thron verzichten! Schon jetzt arbeitet er ruhig und fleißig als bester Vertreter der Queen. Am 14. November wird er 65 Jahre alt

Jung, smart, gut ausgebildet und er mit einer umwerfend attraktiven Frau verheiratet. Keine Frage, Prinz William und Herzogin Catherine, beide 31, sind das glamouröse Aushängeschild der britischen Monarchie. Auch als nächstes Königspaar würden sie eine tolle Figur machen. Allerdings könnte es noch an die 30 Jahre dauern, bis William - dann wahrscheinlich kahl und faltig - König von England wird. Zunächst ist sein Vater an der Reihe. Prinz Charles ist länger Kronprinz als jeder andere britische Thronfolger vor ihm. Vielleicht liegt es an dieser Tatsache, dass manche gar nicht mehr mit ihm rechnen. Ein großer Fehler! Denn Charles, der am 14. November seinen 65. Geburtstag feiert, gilt schon jetzt als eine Art Schattenkönig. Je älter seine inzwischen 87-jährige Mutter wird, desto mehr Aufgaben überträgt sie ihm. "Die Queen hat ein sehr enges und gutes Verhältnis zu Charles, sie weiß, dass sie sich auf ihn verlassen kann", so ein Palast-Mitarbeiter zu "Gala". "Die beiden kommen ohne viele Worte aus

Generationen-Vetrag: Nach einer Parade für die Queen lässt Prinz Charles seiner Mutter auf dem Balkon von Buckingham Palace wie gewohnt den Vortritt. Eines Tages wird er ihr auf den Thron folgen, sein ältester Sohn Prinz William dürfte noch länger warten müssen.


Eigenbrötlerisch, verschroben, verträumt: Diese Attribute bekam Charles immer wieder von Kritikern verpasst. Sogar als "Spinner" wurde er verlacht, weil er Aquarelle malt und mit seinen Blumen spricht. Vor allem nahm es ihm die Öffentlichkeit übel, wie er mit seiner ersten Ehefrau Prinzessin Diana umgegangen war. Stichwort: Camilla. Was viele nicht wissen: Der Prinz von Wales hält seit drei Jahren in Folge den Rekord als Englands fleißigster Royal. Allein 2012 nahm er 592 Termine für die Krone wahr. "Charles drückt sich nie, wenn es um offizielle Termine geht", so der Insider. "In seinem Pflichtbewusstsein ähnelt er seiner Mutter sehr." Vor allem als gefühlter "Außenminister der Krone" ist Charles mittlerweile unverzichtbar geworden, er übernimmt für seine Mutter die Reisen in ferne Länder.

Diese Woche sind er und Camilla auf Staatsbesuch in Indien, dann geht es weiter nach Sri Lanka. Im Anschluss darf der Thronfolger dann - in Sri Lankas Hauptstadt Colombo - erstmals das Treffen der Spitzen des Commonwealth besuchen.

Herzogin Camilla + Prinz Charles

Zu Besuch in Indien

Camilla sieht sich ein Kleid an, das von den Frauen geschneidert wurde.
Camilla und Charles verlassen die Afghanische Kirche in Mumbai nach einen Gottesdienst anlässlich des "Remberance Day".
Prinz Charles grüßt Wati Piramal, eine einflussreiche indische Geschäftsfrau, vor einem Meeting im "Taj-Mahal"-Hotel.
Ganz nach Tradition der Hindu bekommt Camilla einen roten Punkt mit Vermilion Puder auf die Stirn gedrückt.

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Aber juckt es ihn denn gar nicht, das Zepter bald auch formal zu übernehmen? Ein heikles Thema, zu dem sich Charles nicht äußert. Dass Elizabeth II. aus freien Stücken abdankt, ist undenkbar, das wäre mit ihrem Verständnis von Pflicht und Am unvereinbar.

Ebenfalls völlig unwahrscheinlich: dass Prinz Charles zugunsten seines ältesten Sohns William auf den Thron verzichtet. Vom ersten Tag an wurde Charles in dem Geist erzogen, eines Tages König zu werden. Dieses Ziel nach all den Jahren aufzugeben, hieße, sein Leben wäre sinnlos gewesen.

Immer auf Achse: Im Vorfeld ihrer Asienreise gaben Charles und Camilla Ende Oktober einen Empfang in London. Man spürt: Die beiden sind ein Team, stets gut gelaunt und interessiert.

"Seit sehr langer Zeit , eigentlich solange ich denken kann, habe ich dieses außergewöhnliche Gefühl, heilen und die Dinge verbessern zu wollen", sagte Charles gerade dem US-Magazin "Time". "Mehr als alles andere empfinde ich es als meine Pflicht, einen Weg zu finden, Dinge zu verbessern, wenn ich nur irgendwie kann." Das soziale Engagement des Thronfolgers ist absolut authentisch. Die Ökobewegung sieht ihn heute rückblickend als Visionär.

Überhaupt wendet sich das Blatt gerade für ihn. Zum ersten Mal ergab jetzt eine Umfrage, dass sich mehr Briten Charles als William direkt nach der Queen als Staatsoberhaupt wünschen. Selbst mit einer "Queen Camilla" kann sich die Mehrheit mittlerweile anfreunden. War sie nach Dianas Tod vor 16 Jahren noch die meistgehasste Person des Vereinigten Königreichs, hat sie sich nach und nach unauffällig in die Herzen der Briten gearbeitet. Ganz so wie ihr Ehemann.

Prinz Charles

Die skurrilen Abenteuer des Charles

Mit dem Pinselstrich eines Malers gibt Prinz Charles einer Seifen-Ente in Eze (Frankreich) den letzten Schliff. Irgendwo wäscht sich also demnächst jemand, dessen Seife durch royale Hände ging.
Ein Prinz auf den Spuren von "Doctor Who": Charles, auf Besuch in Malaysia, hat die Ehre, eine Fabrik durch den Nachbau der bekannten Raum-Zeit-Maschine aus der Fernsehserie zu betreten. Ohne Folgen, wie man sieht.
In einer Staubsauger-Fabrik in Singapur probiert Prinz Charles das neueste Modell. Lässig, mit einer Hand.
Staubsaugen auf diese Art scheint dem Prinzen von Wales zu liegen.

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