Prinz Charles: Der nicht vergessene Thronfolger

Prinz Charles hat es auf den Titel der amerikanischen "Time" geschafft und lieferte der Autorin erstaunliche Einblicke in sein Leben als Langzeit-Kronprinz

Prinz Charles

Was sonst Prinzessin Mary und Prinzessin Madeleine schaffen, kann Prinz Charles schon lange: Der britische Thronfolger prangt auf der aktuellen Titelseite des amerikanischen "Time"-Magazins und die Autorin Catherine Mayer widmete ihm die Titelstory "Der vergessene Prinz".

Zur Artikelrecherche bekam Mayer viele Gelegenheiten, den 64-Jährigen persönlich zu treffen, mit Freunden wie der Schauspielerin Emma Thompson zu sprechen und den Langzeit-Thronfolger bei seiner Arbeit zu beobachten, berichtet sie auf "world-time.com". Durch die Gespräche habe sie erkannt, dass vieles von dem, was sie über Prinz Charles, sein Rollenverständnis und seinen Alltag zu wissen glaubte, gar nicht stimmte. Gleichzeitig sei er auch voller Widersprüche, vor allem durch sein königliches Amt, das ihn einerseits schütze, andererseits herausstelle.

Prinzessin Charlotte

So macht Mama Kate ihr bei der Einschulung Mut

Herzogin Catherine und Prinzessin Charlotte
Prinzessin Charlotte ist bei ihrer Einschulung ganz schön aufgeregt. Ein Glück, dass Mama Kate sie etwas beruhigen konnte.
©Gala

Catherine Mayer gewann bei ihren Zusammenkünften den Eindruck, Charles sei gar nicht so sehr der unglückliche Dauer-Thronfolger im Rentenalter, der nur darauf warte, endlich König zu werden. Ganz im Gegenteil: Sobald er den Thron besteige, könnte er viele Dinge nicht mehr tun und müsste Projekte abgeben, um die er sich jahrzehntelange gekümmert und bemüht hätte. Darum sei es ihm ein Anliegen, bis dahin noch so viel wie möglich zu erreichen, so die Autorin. Ein Mitglied seines Haushalts vergleicht die Thronbesteigung deswegen mit der "Schließung der Gefängnistüren".

Prinz Charles

Die skurrilen Abenteuer des Charles

Mit dem Pinselstrich eines Malers gibt Prinz Charles einer Seifen-Ente in Eze (Frankreich) den letzten Schliff. Irgendwo wäscht sich also demnächst jemand, dessen Seife durch royale Hände ging.
Ein Prinz auf den Spuren von "Doctor Who": Charles, auf Besuch in Malaysia, hat die Ehre, eine Fabrik durch den Nachbau der bekannten Raum-Zeit-Maschine aus der Fernsehserie zu betreten. Ohne Folgen, wie man sieht.
In einer Staubsauger-Fabrik in Singapur probiert Prinz Charles das neueste Modell. Lässig, mit einer Hand.
Staubsaugen auf diese Art scheint dem Prinzen von Wales zu liegen.

63

Auch über seinen Enkel äußerte sich Prinz Charles: Baby George, die Nummer Drei der Thronfolge, sei der, "um den alles geht". Seit er Großvater geworden sei, sei er weiter motiviert, eine "nachhaltige Zukunft" zu schaffen. "Seit vielen, vielen Jahren habe ich das Bedürfnis, die Dinge besser machen zu wollen und zu heilen. Ich habe das Gefühl, dass es - mehr als alles andere - meine Aufgabe ist, mir über jeden, der in diesem Land lebt, Sorgen zu machen und zu versuchen, einen Weg zu finden, die Dinge besser zu machen, so gut wie ich kann."

In dem Artikel "Der vergessene Prinz" erfährt man darüber hinaus noch kleine Anekdoten aus dem prinzlichen Leben: So habe Charles tatsächlich mit seinem Sohn William das Schwingen des Schwertes für dessen ersten Ritterschlag geübt, um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden. Britische Medien hatten hierüber spekuliert, denn Charles' ältester Sohn meisterte seine erste Investitur-Zeremonie in Vertretung von Großmutter Queen Elizabeth vorbildlich souverän. Und Prinz Charles muss ein herausragender Tänzer sein, denn Oscar-Preisträgerin Emma Thompson, die zum Freundeskreis zählt, schwärmt davon regelrecht: "Wenn man mit Charles ... tanzt, ist das besser als Sex."

Weil ihr der Platz im gedruckten Artikel zu knapp wurde, veröffentlichte Catherine Mayer unter "world-time.com" noch mehr ihrer Prinz-Charles-Erkenntnisse in einer Liste unter der Überschrift "10 Dinge, die Sie nicht über den Prinzen von Wales wussten". Hierin erfährt man beispielsweise, dass Prinz Charles mit 64 Jahren noch immer "Der König der Berge" sei und seine Freunde sich regelmäßig darüber beschwerten, dass sie mit ihm beim Wandern nicht Schritt halten könnten.

Prinz Charles, von dem man schon lange weiß, dass er bei Pflanzen den "grünen Daumen" hat, kennt sich offenbar hervorragend mit den Vierbeinern Großbritanniens aus. Bei einem Empfang im "St. James's Palace" habe nämlich eine Schafzüchterin, die für ihre Firma Gelder von Charles' Wohltätigkeitsorganisation "Princes's Trust" bekommen hatte, ihm gegenüber eine äußert seltene Rasse, die kaum jemand kennen würde, erwähnt. Der Prinz habe sie nicht nur gekannt, wie die Züchterin berichtete, er sei auch über die speziellen Eigenarten der Rasse im Bilde gewesen und habe sich mit ihr darüber unterhalten.

Ein weiterer Punkt auf Meyers Liste dreht sich um die Schwierigkeit der Anrede der königlichen Hoheit. Nicht mal enge Freunde wüssten ganz genau, wie sie Prinz Charles, der diverse Titel trägt und protokollarisch korrekt mindestens mit "Sir" anzureden ist, ansprechen sollten. Darum würden sie es einfach vermeiden. Seine Mitarbeiter nennen ihn, wie Meyer herausfand, im Gespräch untereinander schlicht "HRH", als Abkürzung von "His Royal Highness" ("Seine königliche Hoheit").

Themen

Erfahren Sie mehr:

Palastgeflüster: Das machen die Royals