Prinz Charles: Am Pinsel

Prinz Charles ist der beste Beweis dafür, dass im britischen Königshaus viele bislang unbekannte Talente schlummern. Eine Fernseh-Dokumentation zeigt die Royals nicht winkend und Hände schüttelnd, sondern von ihrer künstlerischen Seite

Ein Prinz mit vielen Talenten: ist routinierter Händeschüttler, Einweiher und Ausstellungs-Eröffner. Wie aber die Dokumentation "Royal Paintbox" zeigt, die der britische Sender "ITV" in der nächsten Woche ausstrahlt, geht der Prinz auch gekonnt mit Pinsel und Farben um. Viele Eindrücke, die er bei Wanderungen im Hochland und in der Umgebung seiner Residenzen sammelt, hält er seit Jahren im Bild fest. Und dieses künstlerische Talent wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.

Zum Malen zieht sich der Thronfolger ins heimische Atelier zurück.

Wie "Dailymail.co.uk" unter Berufung auf die Dokumentation vorab berichtet, habe der Prinz nie professionellen Malunterricht genossen, vielmehr sei sein Vater sein Lehrer gewesen. Denn auch der Herzog von Edinburgh gehört zu den kreativen . Genauso wie Prinzessin Margaret, die 2002 verstorbene Schwester von . Sie betätigte sich allerdings eher im Bereich Produkt-Design und entwarf ein Tee-Service. Ihr Talent erbte ihre Tochter, Lady : Die 48-Jährige gewann schon mehrere Preise für ihre Arbeiten und stellte ihre Bilder in verschiedenen Galerien im In- und Ausland aus.

Prinz Charles betreibt die Malerei - im Gegensatz zu seiner Cousine Sarah - als Hobby und nutzt sie als Ausgleich zu seinem öffentlichen Leben und den royalen Pflichten. Mit seinen Bildern wolle er außerdem, so sagt der 64-Jährige, etwas Bleibendes hinterlassen. "Es ist ein Teil von Dir, der bleibt. Der Rest von Dir geht."

Die Dokumentation zeigt Charles, wie er mitten im Hochland Papier und Stift zückt, um etwas zu skizzieren, was er später in einem Bild verewigen will. Denn zum Malen nutzt er lieber die Ruhe des heimisches Ateliers. Früher sei nämlich auch vieles von dem, was er draußen mühevoll zu Papier gebracht habe, dem mitunter schauerlichen Hochland-Wetter zum Opfer gefallen, erzählt der Prinz.

Prinz Charles

Die skurrilen Abenteuer des Charles

Mit dem Pinselstrich eines Malers gibt Prinz Charles einer Seifen-Ente in Eze (Frankreich) den letzten Schliff. Irgendwo wäscht sich also demnächst jemand, dessen Seife durch royale Hände ging.
Ein Prinz auf den Spuren von "Doctor Who": Charles, auf Besuch in Malaysia, hat die Ehre, eine Fabrik durch den Nachbau der bekannten Raum-Zeit-Maschine aus der Fernsehserie zu betreten. Ohne Folgen, wie man sieht.
In einer Staubsauger-Fabrik in Singapur probiert Prinz Charles das neueste Modell. Lässig, mit einer Hand.
Staubsaugen auf diese Art scheint dem Prinzen von Wales zu liegen.

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Eines der Werke aus Prinz Charles' Pinsel zeigt einen Berg im schottischen Hochland.

Sein Talent betreffend, gibt sich der britische Thronfolger denkbar bescheiden: "Das Tolle am Malen ist, dass man sich darüber klar wird, dass Dinge wie dieses [eine seiner Zeichnungen] mit Abstand betrachtet besser aussehen." Mit etwa einem Meter Abstand sehe sein Bild "richtig gut aus", stellt er fest.

Viele von Prinz Charles' Ahnen haben künstlerische Schätze hinterlassen, die ab Juni in Windsor ausgestellt werden.

Mit ihrem künstlerischen Wirken führen Prinz Charles und Lady Sarah eine jahrhundertealte Familientradition im britischen Königshaus fort. Wie die Dokumentation zeigt, war Königin Victoria, Charles Ur-Ur-Ur-Großmutter, eine besonders produktive Malerin. In ihrem Skizzenbuch verewigte sie hundertfach ihre Kinder und später, nach dem Tod ihres Mannes Prinz Albert, einsame Landschaften.
Von Queen Elizabeth wurde unlängst eine Schwarz-Weiß-Zeichnung gefunden, die sie mit acht oder neun Jahren gemacht haben muss. Sie zeigt ein steigendes Zirkuspferd in einer Manege und ist signiert mit "Elizabeth of York". Mit Kennerblick kommentiert Prinz Charles das Werk seiner Mutter: "Offensichtlich entstand es für Weihnachten oder einen Geburtstag."

Künstlerisch betätigen sich nicht nur die Mitglieder der britischen Königsfamilie: von Dänemark malt, stellt ihre Bilder in Galerien aus und entwirft Kostüme für Bühnenproduktionen. von Holland arbeitet mehr skulptural. Und eines ihrer Frühwerke, ein Pferdekopf aus Ton, wurde bei "Christie's" sogar für 3.000 Euro versteigert.

Versteigert wird vorerst keines von Prinz Charles' Bildern. Aber ab Juni können sich Besucher von Windsor Castle selbst ein Bild machen vom Talent der Windsors und ihrer Ur-Ahnen. Dann öffnet nämlich die Ausstellung "Royal Artists Past And Present" ("Königliche Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart") ihre Pforten. Darin zu sehen sind unter anderem Werke von Queen Victoria, Queen Elizabeth und Prinz Charles, außerdem royale Kunst und Sammlerstücke der letzten 350 Jahre. Prinz Charles zeigt seine schönsten Aquarelle übrigens inzwischen im Internet in einem speziellen Bereich der Homepage des Prince of Wales .

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