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Prinz Charles Am Pinsel


Prinz Charles ist der beste Beweis dafür, dass im britischen Königshaus viele bislang unbekannte Talente schlummern. Eine Fernseh-Dokumentation zeigt die Royals nicht winkend und Hände schüttelnd, sondern von ihrer künstlerischen Seite

Ein Prinz mit vielen Talenten: Prinz Charles ist routinierter Händeschüttler, Einweiher und Ausstellungs-Eröffner. Wie aber die Dokumentation "Royal Paintbox" zeigt, die der britische Sender "ITV" in der nächsten Woche ausstrahlt, geht der Prinz auch gekonnt mit Pinsel und Farben um. Viele Eindrücke, die er bei Wanderungen im Hochland und in der Umgebung seiner Residenzen sammelt, hält er seit Jahren im Bild fest. Und dieses künstlerische Talent wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.

Wie "Dailymail.co.uk" unter Berufung auf die Dokumentation vorab berichtet, habe der Prinz nie professionellen Malunterricht genossen, vielmehr sei sein Vater Prinz Philip sein Lehrer gewesen. Denn auch der Herzog von Edinburgh gehört zu den kreativen Windsors. Genauso wie Prinzessin Margaret, die 2002 verstorbene Schwester von Queen Elizabeth. Sie betätigte sich allerdings eher im Bereich Produkt-Design und entwarf ein Tee-Service. Ihr Talent erbte ihre Tochter, Lady Sarah Chatto: Die 48-Jährige gewann schon mehrere Preise für ihre Arbeiten und stellte ihre Bilder in verschiedenen Galerien im In- und Ausland aus.

Zum Malen zieht sich der Thronfolger ins heimische Atelier zurück.
Zum Malen zieht sich der Thronfolger ins heimische Atelier zurück.
© youtube.com

Prinz Charles betreibt die Malerei - im Gegensatz zu seiner Cousine Sarah - als Hobby und nutzt sie als Ausgleich zu seinem öffentlichen Leben und den royalen Pflichten. Mit seinen Bildern wolle er außerdem, so sagt der 64-Jährige, etwas Bleibendes hinterlassen. "Es ist ein Teil von Dir, der bleibt. Der Rest von Dir geht."

Die Dokumentation zeigt Charles, wie er mitten im Hochland Papier und Stift zückt, um etwas zu skizzieren, was er später in einem Bild verewigen will. Denn zum Malen nutzt er lieber die Ruhe des heimisches Ateliers. Früher sei nämlich auch vieles von dem, was er draußen mühevoll zu Papier gebracht habe, dem mitunter schauerlichen Hochland-Wetter zum Opfer gefallen, erzählt der Prinz.

Eines der Werke aus Prinz Charles' Pinsel zeigt einen Berg im schottischen Hochland.
Eines der Werke aus Prinz Charles' Pinsel zeigt einen Berg im schottischen Hochland.
© youtube.com

Sein Talent betreffend, gibt sich der britische Thronfolger denkbar bescheiden: "Das Tolle am Malen ist, dass man sich darüber klar wird, dass Dinge wie dieses [eine seiner Zeichnungen] mit Abstand betrachtet besser aussehen." Mit etwa einem Meter Abstand sehe sein Bild "richtig gut aus", stellt er fest.

Mit ihrem künstlerischen Wirken führen Prinz Charles und Lady Sarah eine jahrhundertealte Familientradition im britischen Königshaus fort. Wie die Dokumentation zeigt, war Königin Victoria, Charles Ur-Ur-Ur-Großmutter, eine besonders produktive Malerin. In ihrem Skizzenbuch verewigte sie hundertfach ihre Kinder und später, nach dem Tod ihres Mannes Prinz Albert, einsame Landschaften.
Von Queen Elizabeth wurde unlängst eine Schwarz-Weiß-Zeichnung gefunden, die sie mit acht oder neun Jahren gemacht haben muss. Sie zeigt ein steigendes Zirkuspferd in einer Manege und ist signiert mit "Elizabeth of York". Mit Kennerblick kommentiert Prinz Charles das Werk seiner Mutter: "Offensichtlich entstand es für Weihnachten oder einen Geburtstag."

Viele von Prinz Charles' Ahnen haben künstlerische Schätze hinterlassen, die ab Juni in Windsor ausgestellt werden.
Viele von Prinz Charles' Ahnen haben künstlerische Schätze hinterlassen, die ab Juni in Windsor ausgestellt werden.
© youtube.com

Künstlerisch betätigen sich nicht nur die Mitglieder der britischen Königsfamilie: Königin Margrethe von Dänemark malt, stellt ihre Bilder in Galerien aus und entwirft Kostüme für Bühnenproduktionen. Königin Beatrix von Holland arbeitet mehr skulptural. Und eines ihrer Frühwerke, ein Pferdekopf aus Ton, wurde bei "Christie's" sogar für 3.000 Euro versteigert.

Versteigert wird vorerst keines von Prinz Charles' Bildern. Aber ab Juni können sich Besucher von Windsor Castle selbst ein Bild machen vom Talent der Windsors und ihrer Ur-Ahnen. Dann öffnet nämlich die Ausstellung "Royal Artists Past And Present" ("Königliche Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart") ihre Pforten. Darin zu sehen sind unter anderem Werke von Queen Victoria, Queen Elizabeth und Prinz Charles, außerdem royale Kunst und Sammlerstücke der letzten 350 Jahre. Prinz Charles zeigt seine schönsten Aquarelle übrigens inzwischen im Internet in einem speziellen Bereich der Homepage des Prince of Wales .


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