Prinzessin Diana + Prinz Charles: Vier Gründe für ihre Trennung

Am 9. Dezember 2019 jährt sich die Verkündung der Trennung von Prinzessin Diana und Prinz Charles zum 27. Mal. Allgemein hin gilt Camilla Parker Bowles, die heutige Herzogin von Cornwall, als ursächlich für das Scheitern der Ehe. Doch sie soll nicht der einzige Grund gewesen sein.

Prinzessin Diana und Prinz Charles 1991

"Vom Buckingham Palast wird bekannt gegeben, dass der Prinz und die Prinzessin von Wales mit Bedauern beschlossen haben, sich zu trennen." Diese 21 Worte, ausgesprochen vom britischen Premierminister John Major vor dem Parlament in London, schockten am 9. Dezember 1992 die ganze Welt. Das Märchen vom Prinzen, der eines Tages sein Land als Monarch regieren würde, und seiner Liebsten, die als Königin an seiner Seite stünde - geplatzt wie eine Seifenblase im Wind.

Gefragt, warum die Ehe zwischen Prinz Charles und Prinzessin Diana nach elf Jahren scheiterte, kommt den meisten sofort der Name Camilla Parker Bowles in den Sinn. Doch hinter dem Ende des royalen Märchens steckt mehr als eine außereheliche Affäre, behauptet Charles-Biographin Penny Junor in ihrem 1998 erschienenen Buch "Charles - Victim oder Villian" (Charles - Opfer oder Bösewicht?")

Die Geschichte von Prinz Charles und Prinzessin Diana

Charles lernte Diana 1977 kennen - als jüngere Schwester seiner damaligen Freundin Sarah. Obwohl die Liebesbeziehung zerbrach, blieb Charles mit den Spencer-Schwestern befreundet und lud sie unter anderem 1978 zur Feier seines 30. Geburtstages in den Buckingham Palast ein. Im Juli 1980 - Charles war 31, Diana 19 - waren beide zu Gast bei einer Party gemeinsamer Freunde. Dort soll es zu einer vertraulichen Unterhaltung gekommen sein, in der Diana Charles nachhaltig über ihre Gedanken zum Tod seines Ziehvaters Lord Mountbatten beeindruckt haben soll.

Prinz Harry + Prinz William

Die schönsten Fotos der beiden Royals als Kinder

15. September 2019  Happy Birthday, Prinz Harry! Dianas Zweitgeborener feiert heute seinen 35. Geburtstag. Aus dem kleinen Prinzen, hier im Sommerurlaub 1987 auf Mallorca, ist mittlerweile selbst ein Vater geworden. Schauen Sie mit uns zurück auf die schönsten Kinderbilder von ihm und seinem großen Bruder Prinz William.
Schauen Sie mit uns zurück auf die schönsten Kinderbilder von Harry und seinem großen Bruder Prinz William.
Prinzessin Diana und Prinz Charles mit Prinz William im Arm
Prinz William, Prinzessin Diana

35

Nur sieben Monate später, am 24. Februar 1981, gab der Prinz seine Verlobung mit der Kindergärtnerin bekannt. Bei der Märchenhochzeit am 29. Juli desselben Jahres in der St. Paul's Cathedral gab der Prinz seiner Mutter Queen Elizabeth und dem Volk endlich das, wonach sie so lange verlangt hatten: eine künftige Königin. Prinz William und Prinz Harry machten das Familienglück im Juli 1982 beziehungsweise September 1984 perfekt. Zumindest nach außen hin.

Diana war nicht dafür geschaffen, eine Prinzessin zu sein

"Diana war ein Opfer, das Liebe und Aufmerksamkeit und andauernde Bestätigung brauchte - Bedürfnisse, die sie zu einem übertriebenen Ausmaß seit ihrer Kindheit mit sich trug", schreibt Penny Junor in ihrem Buch. Dianas Mutter, Frances Shand Kydd, hatte Diana, ihre Geschwister Jane, Sarah und Charles sowie Vater John Spencer verlassen, als Diana gerade einmal sechs Jahre alt gewesen war. Dieser Verlust habe "tiefe Narben in Dianas Psyche" hinterlassen, so Junor. Fortan kümmerten sich Nannies um die Kinder. "Es war eine sehr unglückliche Kindheit", beschrieb Diana ihre jüngeren Lebensjahre einst. "Ich habe meine Mutter immer weinen gesehen." Diana habe sich "zurückgewiesen, wertlos und ungewollt" gefühlt, meint Junor, und habe diese Gefühle auch in ihrer Ehe nicht bewältigen können. 

Prinzessin Diana

"Der Tag meiner Hochzeit war der schlimmste Tag meines Lebens"

Prinzessin Diana und Prinz Charles

Das soll auch Charles nach der Verkündung der Verlobung aufgefallen sein. Diana habe sich ihm anfangs als glückliches, entspanntes Mädchen präsentiert und sich plötzlich in eine "launische und eigensinnige" Person mit einem "schrecklichen Temperament" und "hysterischen Tränen" verwandelt, heißt es. Diana habe sich oft alleine gefühlt und nicht verstanden, dass Charles seine Pflichten zu erfüllen gehabt habe, behauptet Junor. Und noch etwas kam hinzu: Diana begann, an Bulimie zu leiden. Das Urteil der Autorin:

Diana hatte keine Idee, was von ihr erwartet wurde und keine Idee, was sie durch den Eintritt in die Königsfamilie auf sich nehmen musste.

Ein weiteres Problem soll Dianas Disziplinlosigkeit gewesen sein. Sie war plötzlich reich, verwöhnt und gewohnt, die Dinge so zu tun, wie sie es richtig für hielt, schreibt Junor. Doch in die britische Königsfamilie einzuheiraten bedeutete, sich einem System unterzuordnen.

Charles hatte Zweifel an Diana

Lange Jahre galt Charles, der Sohn von Queen Elizabeth und Prinz Philip, als einer der begehrtesten Junggesellen der Welt. Und das hatte seinen Grund. "Du musst dich daran erinnern - wenn du in meiner Position jemanden heiraten wirst -, dass sie vielleicht eines Tages Königin wird", sagte Charles 1969 in einem Interview auf die Frage nach einer passenden Ehefrau. Damals war er zarte 20 Jahre alt und spürte noch nichts von dem Druck, seine Pflicht für den Fortbestand des Hauses Windsor in Form einer Frau und eines Stammhalters zu erfüllen. Wie schwer es sein würde, sich ernsthaft zu verlieben - und das auch noch in eine Frau, die bereit war, die Rolle der künftigen Königin zu übernehmen -, sollte er erst in den nächsten Jahren merken.

Prinz Charles + Prinzessin Diana

Der wahre Grund für ihre Hochzeit

Prinz Charles und Prinzessin Diana heirateten am 29. Juli 1981 in der Londoner St. Paul's Cathedrale 
Prinz Charles und Prinzessin Diana heirateten am 29. Juli 1981 in der Londoner St. Paul's Cathedral.
©Gala

Die erschwerte Suche nach einer Ehefrau bedeutet nicht, dass er seine Zeit als einsamer Mann verbrachte. Im Gegenteil: Der Prinz war kein Kind von Traurigkeit. Doch der Liebe die Freiheit zum Wachsen zu geben, war nicht leicht. Die Presse verfolgte jede Romanze mit Faszination und allen Details, die es zu (er)finden gab - ein Problem. "Es gab nur wenig Raum für Spontaneität und natürlich keinen für Privatsphäre", schreibt Junor in ihrem Buch "Charles: Villian or Victim?".

Trotz diverser Freundinnen und Affären sei der Prinz "fundamental  einsam" gewesen und habe sich nach jemandem gesehnt, mit dem er sein Leben teilen könne, schreibt Junor. "Er wollte sesshaft werden, häuslich sein, einen großen Garten und Hunde und Kinder haben. All die Dinge, die seine Freunde hatten." Charles glaubte wie Diana leidenschaftlich an die Wichtigkeit einer Familie. Obwohl er Diana als "furchtbar hinreißend" empfunden habe, soll er die Entscheidung, um ihre Hand zu bitten, nicht aus Überzeugung getroffen haben. Junor dazu:

"Es war eine bemitleidenswerte Entscheidung aus der Kombination schlechter Kommunikation, Medienmanipulation und einem Druck [zu heiraten], dem Charles nicht länger standhalten konnte."

Beide hatten andere Erwartungen an die Ehe

Prinz Charles sei ein "Romantiker" gewesen, schreibt Penny Junor in ihrem Buch, und habe von einer Ehefrau geträumt, die seine Vertraute, sein bester Freund und eine Unterstützung in seinem Leben als Prinz und König sein würde. Diana ihrerseits habe sich nach einem Mann gesehnt, der ihr Sicherheit, Vertrauen und eine intakte Familie schenken würde - all das, was sie seit Kindheitstagen schmerzlich vermisste. Sie soll den Anspruch gehabt haben, behauptet Penny Junor, dass ein Mann sich ihr voll und ganz verschreiben und jede Minute mit ihr verbringen würde. Doch Charles war bereits seit seiner Geburt jemand anderem versprochen, der die Nummer eins in seinem Leben spielen würde: das britische Volk. Die Royal-Autorin über den Prinz und die Prinzessin von Wales:

Beide hatten Erwartungen, die gleichermaßen unrealistisch waren. Sie hatten die falsche Person geheiratet, um auch nur einen Bruchteil dessen zu erhalten, was sie brauchten.

Charles liebte es, Zeit auf Schloss Balmoral in Schottland zu verbringen. Er bevorzugte Spaziergänge in der Natur, den Reitsport, die Jagd, Bücher, Gartenarbeit - all das, was Diana langweilte. Charles wurde mit den Jahren "temperamentvoll und niedergeschlagen", schreibt Junor, und Diana war "die letzte Person, die helfen konnte". Die Kluft zwischen den Eheleuten wuchs - und bot Raum für außereheliche Affären auf beiden Seiten.

Prinzessin Diana

Keiner war Mr. Right

Barry Mannakee: Der verheiratete Polizist wurde 1985 als Dianas Leibwächter abkommandiert und entwickelte sich bald zu ihrem Vertrauten und Trostspender. Die Prinzessin selbst gestand in den Sitzungen mit ihrem Sprachcoach Peter Settelen, sie habe davon geträumt, mit Mannakee zusammenzuleben: "Ich war nur glücklich, wenn er in meiner Nähe war." Wie weit die Beziehung ging, offenbarte sie jedoch nicht. Barry Mannakee wurde 1986 – angeblich weil Dianas Gefühle für ihn aufgeflogen waren – versetzt. Er starb drei Jahre später bei einem Verkehrsunfall. Prinzessin Diana stellte später die Theorie auf, ihr ehemaliger Leibwächter sei ihretwegen ermordet worden.
James Hewitt: Auf einer Cocktailparty lernte Diana 1986 den zwei Jahre älteren Hauptmann kennen. Kurze Zeit nach dem ersten Treffen engagierte sie ihn als Reitlehrer für ihre Söhne, später nahm auch sie Reitstunden bei ihm. Bei gemeinsamen Ausritten in den Londoner Parks kamen sie sich näher. Die Umstände hätten sie zusammengebracht, so Hewitt später. Die intensive Beziehung dauerte rund vier Jahre. Sie endete, als Hewitt ins Ausland abkommandiert wurde. Später versuchte er, von seinem Ruhm als ehemaliger Liebhaber der Prinzessin zu profitieren: Er tingelte durch Reality- TV-Shows, gab Interviews, wirkte an Enthüllungsbüchern mit und schrieb seine Autobiografie. Diana empfand dies als Verrat. Im Mai dieses Jahres erlitt James Hewitt einen Schlaganfall und eine Herzattacke und musste wochenlang im Krankenhaus behandelt werden.
James Gilbey: Der Autohändler und die Prinzessin kannten sich aus ihrer Jugend. Zwar verneinte Diana im Interview, eine Affäre mit ihrem "sehr guten Freund" gehabt zu haben. 1989 wurde aber ein Telefonat der beiden aufgezeichnet, welches den Schluss nahelegt, dass einiges mehr lief. Der pikante Wortlaut des Gesprächs, in dessen Verlauf Gilbey Diana liebevoll "Squidgy", also Tintenfischchen, nennt, wurde 1992 veröffentlicht und zum "Squidgygate"-Skandal. Im Gegensatz zu James Hewitt behielt Gilbey die Details über die Liaison für sich. Der "ewige Junggeselle" heiratete 2014 die geschiedene, fünffache Mutter Lavinia Hadsley-Chaplin, Innenarchitektin.
Oliver Hoare: Die Affäre mit dem Kunstexperten und Prinz- Charles-Freund datiert Diana- Biografin Tina Brown auf 1992.  Die Prinzessin habe alles dafür getan, Oliver Hoare zu gewinnen. Sogar von einem Leben in Italien habe sie geträumt. Der damals 47-Jährige blieb jedoch bei seiner Frau.

7

Charles war eifersüchtig auf Diana

War Diana zu Beginn der Beziehung mit Charles noch eine schüchterne Kindergärtnerin von 20 Jahren, deren Namen kaum jemand kannte, avancierte sie im Laufe der Jahre zu einem der größten Welt-Stars ihrer Zeit. Sie war volksnah, modern, fotogen, glamourös und lernte, wie sie die Medien für sich einnehmen konnte. Die Menschen waren fasziniert von Diana - zum Leidwesen von Charles. "Wenn er Reden hielt über Themen, die er für wichtig empfand, und in deren Vorbereitung er Zeit und Anstrengung investiert hatte, wurden seine Worte kaum wahrgenommen und der Fokus fiel stattdessen auf seine Frau", beschreibt Penny Junor in "Charles: Victim or Villian" die Situation. Im ihrem berühmten "Panorama"-Interview von 1995 gab Diana zu, dass dies zu Schwierigkeiten geführt habe. Mit der Aufmerksamkeit der Medien sei "viel Eifersucht" einhergegangen und dadurch seien "eine Menge komplizierter Situationen" entstanden.

Herzogin Camilla

Der Geheimplan, der sie zur Königin macht

Herzogin Camilla

Das Ende einer royalen Ehe

"Ihre königlichen Hoheiten haben keine Pläne, sich scheiden zu lassen, und ihre verfassungsmäßigen Positionen bleiben davon unberührt. Diese Entscheidung wurde einvernehmlich getroffen, und beide werden weiterhin uneingeschränkt an der Erziehung ihrer Kinder teilnehmen", ergänzte John Major am 9. Dezember 1992 seine Erklärung zur Trennung von Charles und Diana. Ein Vorhaben, das scheitern sollte: Im Dezember 1995 gab Queen Elizabeth nach etlichen Negativ-Schlagzeilen über das Noch-Ehepaar bekannt, ihren Sohn und ihre Schwiegertochter zur Scheidung aufgefordert zu haben. Sie wurde im August 1996 rechtskräftig. 

Verwendete Quelle: Penny Junor "Charles - Victim or Villian?", erschienen 1998 im HarperCollins-Verlag

Themen

Erfahren Sie mehr:

Palastgeflüster: Das machen die Royals