Prinz Charles: Fordert er jetzt Prinz Andrews Rückzug?

Die britische Monarchie hat in ihrer Historie schon einige Skandale glimpflich überstanden. Die aktuelle Aufregung um Prinz Andrew könnte aber eine gewaltige Veränderung nach sich ziehen. 

Prinz Andrew, 59, hält mit seiner potentiellen Verwicklungen in den Epstein-Skandal das ganze Land in Atem. Das bleibt natürlich auch der Royal Family nicht verborgen. Obwohl sich außer Andrew und seiner Ex-Frau Sarah Ferguson, 60, kein Mitglied der Familie zu dem Fall äußerte, so kann es sein, dass diese Umstände die Monarchie auf historische Weise verändern. Das fordert unter anderem der langjährige Royal-Korrespondent der BBC, Peter Hunt.

Royal-Korrespondent nimmt Prinz Charles in die Pflicht

Hunt, der 14 Jahre für die BBC als Royal-Reporter tätig war, nahm Thronfolger Prinz Charles, 71, in die Pflicht, sich dieser Causa anzunehmen und seinen Bruder in die Schranken zu weisen. Er solle den Mut finden, so der Brite via Twitter, Prinz Andrew als Repräsentant der königlichen Familie aus der Öffentlichkeit zu verbannen. "Wird Prinz Charles den Mut haben, die Dinge zu tun, die er sollte und Andrew raten, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen, weil seine Entscheidungen einmal zu viel in Frage gestellt wurden?", fragt Hunt in dem besagten Tweet. Die Queen würde diesen Schritt nicht gehen, schreibt Hunt weiter. Immerhin sei Andrew ihr "blinder Fleck", was so viel bedeutet wie, dass die Queen ihren zweiten Sohn nicht unter Kontrolle habe. Schon lange gilt Andrew im Volksmund als der Liebling der Königin. 

Queen erteilte die Erlaubnis für das Interview

Die Queen sei es auch gewesen, die grünes Licht für das BBC-Interview gegeben habe. Die Entscheidung solle demnach gefallen sein, als Charles gerade auf dem Weg in Richtung Neuseeland war, wo er und Herzogin Camilla aktuell im Auftrag der Krone unterwegs sind. Wie unter anderem der "Daily Telegraph" schrieb, sei Charles über diesen Schritt ziemlich wütend gewesen. Royal-Korrespondent Arndt Striegler, der seit über 30 Jahren aus London berichtet, schätzt die Freigabe des Interviews als Übersprungshandlung ein. Gegenüber GALA sagt er: "Das Interview war bemerkenswert. Die BBC sagte mir, es habe vorher vom Palast keine Restriktionen gegeben. 'Alles' durfte gefragt werden. Und wurde es auch inklusive seinem [Prinz Andrews, Anm. d. Red.] Sexleben. Die Queen hat das Interview angeblich vorher abgesegnet. Das war ganz klar Torschlusspanik, weil der Skandal immer mehr Schaden an der Monarchie anrichtet."

Striegler findet, dass das Interview, das eigentlich Ruhe in die Sache bringen sollte, das Gegenteil bewirkte: "Andrew wirkte getrieben, gleichzeitig müde und arrogant. Die Haut trotz Make-up grau, das Gesicht aufgedunsen, übergewichtig und mit Doppelkinn. Und dazu dieser unstete Blick - kein positiver Eindruck." Der 59-Jährige habe unglaubwürdig gewirkt, so der Journalist weiter: "Über weite Stellen vermied er Augenkontakt mit der Interviewerin. Seine Antworten widersprachen sich teilweise und er wirkte nervös. Mein erster Gedanke war: der lügt." 

Twitter-User zweifeln an Prinz Andrews Aussagen

Wie Arndt Striegler fühlen viele Menschen, die das Interview bereits gesehen haben. Bei Twitter finden sich zahlreiche Tweets, die die Ehrlichkeit des Prinzen ebenfalls anzweifeln und auch unter dem Video, das unter anderem bei Youtube zu finden ist, finden sich tausende Kommentare, die Andrew seine Glaubwürdigkeit absprechen. "Er erinnert sich an nichts, aber an sein Alibi", "Der langsamste Flugzeug-Absturz der Geschichte" oder "Er hat sich sein eigenes Grab sehr schön selbst geschaufelt" sind nur drei der vielen negativen Kommentare.

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©Gala

Reaktionen, die sicher auch die Royals zu Gesicht bekommen. Ob Prinz Charles aber tatsächlich Konsequenzen aus diesem Skandal zieht und den historischen Schritt gehen würde, seinen Bruder aus der Öffentlichkeit zu verbannen, wird sich zeigen. Über die schlechte Publicity dürfte er aktuell nicht nur wegen der schlimmen Vorwürfe nicht erfreut sein, auch seine sechstätige Neuseelandreise rückt aufgrund der Schlagzeilen in den Hintergrund und nimmt den Fokus von seiner Arbeit für die britische Krone. 

Verwendete Quellen: Youtube, Twitter, Experten-Interview, Daily Telegraph, Royal Central, BBC

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