Prinz Andrew: Das schwarze Schaf im britischen Königshaus

Prinz Andrew könnte die englische Monarchie durch seine Erwähnung im Epstein-Sex-Skandal in eine schwere Krise stürzen. GALA erzählt die ganze Geschichte von „Randy Andy“. 

Der Verdacht, er wolle sich verstecken, soll gar nicht erst aufkommen. Lächelnd zeigt sich Prinz Andrew, 59, Ende voriger Woche in Andalusien auf dem Gelände des Valderrama Golf Clubs. Morgens um halb neun trifft er sich mit einem Freund, spielt bei herrlichem Sonnenschein neun Löcher und kehrt dann zurück in seine Villa im Resort „Sotogrande“. Die ist so gut abgeschottet, dass er den Tag ungestört mit seiner Begleiterin verbringen kann: Ex-Frau Sarah Ferguson, 59.

23 Jahre nach der Scheidung sollen die beiden wieder ein Paar sein und angeblich sogar eine zweite Hochzeit planen. Dieses Gerücht beschäftigt die Briten derzeit jedoch deutlich weniger als ein viel brisanteres Thema: Der zweitälteste Sohn von Queen Elizabeth, 93, ist in einen Skandal aus Prostitution, Menschenhandel und Sex mit Minderjährigen verstrickt. Die Amerikanerin Virginia Giuffre, 35, wirft ihm im Zuge der Ermittlungen rund um den einstigen Wall-Street-Banker Jeffrey Epstein vor, sie als 17-Jährige zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Eine Tat, die in den USA mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden kann. Zudem handelt es sich um Vorwürfe, denen der Prinz bereits 2011 und 2015 ausgesetzt war. 

Prinz Andrews Name taucht immer wieder auf 

Mit Jeffrey Epstein, der sich am 10. August in seiner New Yorker Gefängniszelle das Leben nahm, verband Andrew seit Ende der Neunzigerjahre eine enge Freundschaft. Nicht mal die Tatsache, dass Epstein schon 2008 zu 18 Monaten Haft verurteilt wurde, weil er eine 14-Jährige zur Prostitution gezwungen hatte, konnte sie entzweien. Nun hätten Epstein - sein Vermögen wurde auf 500 Millionen Euro geschätzt - sogar 45 Jahre Haft gedroht, weil er sich angeblich über Jahrzehnte minderjährige Mädchen zuführen ließ und diese auch Freunden und Geschäftspartnern anbot. Ein Name taucht in den Akten immer wieder auf: Prinz Andrew, Herzog von York. 

Verliefen die früheren Ermittlungen im Sande, so könnte es „Randy Andy“ diesmal an den Kragen gehen. Randy bedeutet im Englischen so viel wie geil oder scharf. Ein Beiname, den die Briten dem Adelsspross schon in jungen Jahren wegen seines Lebenswandels verpassten. Anfangs schüttelten viele royale Beobachter angesichts seiner Liebschaften, etwa mit dem freizügigen TV-Starlet Koo Stark oder mit Dessousmodel Dara Tomanovich, nur den Kopf. Jetzt befürchten sie angesichts der schwerwiegenden Vorwürfe einen nachhaltigen Imageverlust für die englische Monarchie. 

Prinz Andrew hat Mitleid mit Epsteins Opfern

Wie ernst die Lage ist, beweist allein schon die Tatsache, dass erst der Buckingham-Palast ein offizielles Statement veröffentlichte und nun Andrew mit einer ausführlichen persönlichen Erklärung nachlegte. „Das ist eine schwere Zeit für alle, und ich weiß nicht, wie ich Herrn Epsteins Lebensführung verstehen oder erklären soll“, so der Prinz. Und weiter: „Ich habe erhebliches Mitgefühl mit allen, die von seinem Handeln und Verhalten betroffen waren.“ Epstein sei wohl nicht der gewesen, für den er ihn gehalten habe. 

Starke Worte, die ihn jedoch nicht entlasten können. Es gibt zumindest den Beweis, dass Andrew die Kronzeugin Virginia Giuffre kennt. Auf einem Foto aus dem Jahr 2001 lächelt er Seite an Seite mit ihr in die Kamera, auf einem Video von 2010 ist er vor Epsteins New Yorker Apartment zu erkennen, wie er gerade eine junge Frau verabschiedet.

In Bedrängnis bringt ihn auch ein Flugprotokoll, das belegt, dass er sich zu drei verschiedenen Zeitpunkten am selben Ort wie Virginia Giuffre befand. Vor allem Aufenthalte in der Karibik sind verdächtig. Dort besaß Jeffrey Epstein eine Privatinsel, auf der laut Anklage junge Frauen, viele gerade einmal 14 Jahre alt, als Sex-Sklavinnen gehalten wurden.

„Die Queen ist wütend auf Andrew“

Das hört GALA aus dem Palast. Und das, obwohl er - der mittlere Bruder zwischen Charles und Edward - als ihr Lieblingssohn gilt. Bis heute unter- stütze sie ihn finanziell großzügig, heißt es. Das muss sie wohl auch, denn er bekommt weder eine Apanage, noch arbeitet er regelmäßig. Hin und wieder nimmt er Termine für das Königshaus wahr. Ansonsten jettet er um die Welt, nach Thailand, Dubai oder, wie jetzt mit Sarah Ferguson, nach Spanien.  

Dass Fergie ihm die Vorfälle übel nimmt, glaubt übrigens keiner. „Sie hat ja selbst einige Skandale hinter sich“, so der Palast-Insider. 


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