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Prinz Andrew Desaströses BBC-Interview 2019: Seine Mitarbeiter fanden ihn "wunderbar"

Als Prinz Andrew im November 2019 vor BBC-Kameras über seine mutmaßlichen Verwicklungen in den Epstein-Skandal ein Interview gab, rechnete er offenbar nicht mit den entsetzten Reaktionen, die darauf folgen sollten. Im Gegenteil: Laut neuester Hintergrundinformationen habe sein Team ihn für seinen Auftritt sogar gefeiert. 

Dieses Interview erregte Aufsehen in der ganzen Welt: Im November 2019 erklärte sich Prinz Andrew, 62, zu einem Gespräch mit der BBC-Journalistin Emily Maitlis bereit. Das Thema war brisant: Der Sohn von Queen Elizabeth, 96, sollte zu seiner Beziehung zu dem damals bereits verstorbenen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, †66, Stellung beziehen. Ein gewagter Schritt, der den royalen Rückzug des Royals mit Macht in Bewegung setzte. Beobachter:innen bezeichneten das Gespräch im Anschluss als "Car Crash". Man habe also das Gefühl gehabt, einem Autounfall zuzusehen. Andrews Team war allerdings laut eines neuen Buches während der Aufzeichnung noch euphorisch.

Prinz Andrew: Neues Hintergrundbuch schildert Stimmung nach TV-Aufzeichnung

Prinz Andrew selbst sei nach der Aufzeichnung am 14. November 2019 im Buckingham Palast begeistert gewesen, wie die BBC-Produzentin Sam McAlister in ihrem am 14. Juli 2022 erscheinenden Hintergrundwerk "Scoops: Behind the Scenes of the BBC's Most Shocking Interviews" behauptet. Dabei war es ein Tanz auf der Rasierklinge. 

Während des einstündigen Interviews bestritt Andrew, im Jahr 2001 Sex mit einer damals noch minderjährigen Virginia Roberts Giuffre, 38, gehabt zu haben. Er behauptete zudem, er habe "keine Erinnerung daran, sie jemals getroffen zu haben". Zu dem von Guiffre angegebenen Zeitpunkt habe er sich mit seiner ältesten Tochter Prinzessin Beatrice, 33, auf einer Kinderparty in einem einem Pizza-Restaurant in Woking befunden. Zudem erklärte er, die Behauptung der Amerikanerin, er habe geschwitzt, während sie zusammen in einem Londoner Club tanzten, sei nicht wahr. Andrew begründete dies mit einer "Adrenalin-Überdosis“ während des Falklandkrieges, die seine Fähigkeit zur Schweißbildung angeblich vorübergehend gestoppt hätte.  

Prinz Andrew

Die Assistentinnen des Royals, darunter seine damalige Privatsekretärin Amanda Thirsk und eine der königlichen Kammerdienerinnen sollen nach dem Gespräch regelrecht gestrahlt haben, so McAlister, die ebenfalls am ungewöhnlichen Set zugegen war. "Ich konnte niemanden ansehen. Ich konnte kaum glauben, dass seine Leute das Interview nicht abgebrochen hatten. Ich hätte es getan, trotz der Konsequenzen", schreibt die Autorin in ihrem Buch, aus dem bereits Auszüge der "Daily Mail" vorliegen.

"War er nicht wunderbar?"

"'Wie denken Sie, dass es gelaufen ist?' Ich fragte die Kammerdienerin. Sie strahlte. 'War er nicht wunderbar?', sagte sie. Ich hatte erwartet, dass Amanda Thirsk verstört sein würde, der Prinz erschüttert oder besorgt aussehen würde, aber sie lächelte und er wirkte überschwänglich." Unerwartete Reaktionen, die McAlister förmlich umhauten. "Und dann traf es mich: Er fand es eigentlich gut gelaufen. Er war so gut gelaunt, dass er uns allen eine Führung durch den Palast anbot. Ich konnte nicht gehen. Ich hätte nicht mit gutem Gewissen mit ihm sprechen können. Natürlich konnte Emily nicht ablehnen. Ich weiß nicht, wie sie ihre Fassung bewahrt hat."

Bereits ein Treffen einige Zeit vor dem Interview habe die Produzentin verblüfft. Prinzessin Beatrice saß angeblich bei einer Vorbesprechung in Begleitung ihres Vaters mit am Tisch und machte sich Notizen. Noch war offenbar nicht sicher, ob Andrew dem TV-Gespräch vor einem Millionenpublikum zustimmen würde. Zwei Stunden habe man den Royal und seine Tochter befragt. "Als Newsnight-Produzent hatte ich dieses Interview monatelang verfolgt und wollte es unbedingt bekommen. Während wir uns unterhielten, beschloss ich, es gegenüber Prinz Andrew sehr unverblümt zuzugeben", so McAlister in ihrem Buch. 

Diese Aussage verleitete Andrew zur Zusage

Sie habe sich dann direkt an ihn gewandt. "Sir, ich lebe seit über 40 Jahren in diesem Land und wusste bisher nur zwei Dinge über Sie. Sie sind als 'Air Miles Andy' und 'Randy Andy' bekannt – und ich kann Ihnen absolut sagen, dass letzteres Ihnen in Ihrer aktuellen misslichen Lage wirklich nicht hilft." Offene Worte, die unter ihren Mitstreiter:innen kurzzeitig für Schnappatmung gesorgt hätten. "Meine Kollegen – Moderatorin Emily Maitlis und der stellvertretende Redakteur von 'Newsnight', Stewart Maclean – sahen wirklich schockiert aus. Es gab eine lange Pause. Dann lachte Andrew. Der Raum atmete kollektiv aus."

Heute wissen royale Beobachter:innen, dass Andrews Zusage zu diesem Stück royaler TV-Geschichte seinen Absturz innerhalb der königlichen Familie nur noch beschleunigt hat. Nur wenige Tage nach der Ausstrahlung des Interviews am 5. November 2019 verkündete er seinen Rückzug aus allen royalen Aufgaben und zog sich damit aus der Öffentlichkeit zurück.  

Verwendete Quellen: dailymail.co.uk, Sam McAlister: "Scoops: Behind the Scenes of the BBC's Most Shocking Interviews" (erscheint am 14. Juli 2022 bei Oneworld)

ama Gala


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