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Prinz Andrew verliert Sponsoren Jetzt leidet auch sein Mentoring-Programm unter dem Skandal

Prinz Andrew
© Getty Images
Die Luft wird immer dünner. Prinz Andrews Interview mit der BBC schlägt hohe Wellen - und zwar nicht zu Gunsten des Sohnes von Queen Elizabeth. Die mutmaßliche Verwicklung in die Machenschaften des verurteilten und inzwischen verstorbenen Jeffrey Epstein wirkt sich inzwischen sogar auf sein Mentoring-Programm für Jungunternehmer aus.

Das tut weh. Prinz Andrew, 59, laufen wichtige Sponsoren seines Programms für junge Neugründer in Großbritannien davon. Nach der Hiobsbotschaft, dass KPMG, ein globales Netzwerk selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- sowie Managementberatung, die Reißleine zieht und sich aus der Unterstützerriege von Pitch@Palace verabschiedet, wurde nun auch bekannt, dass vier weitere Geldgeber die Zusammenarbeit mit dem Prinzen auf Eis legen. Zudem sollen drei weitere Unternehmen, die Zusammenarbeit mit dem Prinzen gründlich überprüfen. Das brachte die britische "MailOnline" in Erfahrung. Über den Rückzug von KPMG hatte zuvor auch Sky News berichtet. 

Prinz Andrew verliert Sponsoren nach BBC-Interview

Ein schwerer Schlag für die im Jahr 2014 von dem Herzog von York ins Leben gerufene Jungunternehmer-Plattform. Ein KPMG-Insider erklärt demnach, das Beratungsunternehmen habe "die Entscheidung nach einer ungünstigen Presselage um Prinz Andrew getroffen". Der Entschluss soll jedoch endgültig erst nach dem harsch kritisierten Fernsehinterview des Prinzen mit der BBC am vergangenen Wochenende gefasst worden sein. Darin wurde die Beziehung des Royals zu dem inzwischen im Gefängnis verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) thematisiert. Ein Auftritt, bei dem Prinz Andrew nach allgemeiner Auffassung keine gute Figur machte

Das beeinflusste auch die Organisatoren der Advertising Week Europe, die Andrew und sein Team nicht zu der gleichnamigen Woche im März 2020 in London einladen wollen. "Mail Online" zitiert einen Sprecher wie folgt: "Während unsere Unterstützung für die Unternehmer genauso stark bleibt, können wir bestätigen, dass Pitch@Palace nicht im Rahmen der Werbewoche Europa 2020 stattfinden wird." Das Versicherungsunternehmen Aon soll dem Bericht zufolge darum gebeten haben, dass das eigene Logo von der "Pitch@Palace"-Website entfernt würde. Weiter berichtet die Zeitung, dass auch die Bank Standard Chartered und das Tech-Unternehmen Gravity Road die Zusammenarbeit aufgekündigt haben sollen. 

Ex-Sponsor äußert sich nicht

Ein Sprecher des Buckingham Palace teilte inzwischen mit: "KPMGs Sponsoring-Vertrag mit Pitch@Palace wurde Ende Oktober beendet. Ein vollständiges Programm von Pitch@Palace-Veranstaltungen wird in ganz Großbritannien fortgesetzt." Währenddessen will sich KPMG nicht offiziell zu der Angelegenheit äußern, teilt ein Sprecher des Unternehmens dem "Mirror" mit. 

Rückzug aus Uni-Kanzlerschaft?

Die niederschmetternde Nachricht zum Rückzug des Sponsors seines Programms kommt für Prinz Andrew gleichzeitig mit einer Mitteilung der Universität von Huddersfield, deren Studenten über den Verbleib des Herzogs als Kanzler abstimmen wollen. Der Antrag sei nach der Ausstrahlung des BBC-Interviews mit dem 59-Jährigen eingereicht worden. "Als Teil unseres Prozesses, Studenten eine Stimme zu verleihen, hat ein Student einen Antrag gestellt, Prinz Andrew dazu zu bewegen, als Kanzler zurückzutreten," bestätigt der Präsident der Studentenvereinigung von Huddersfield, Emmanuel Haruna.

Ein Sprecher der Universität sagt lediglich, Andrew habe "lange Beziehungen" zu der Hochschule und "seine Begeisterung für Innovation und Unternehmertum ist eine natürliche Ergänzung zur Arbeit der Universität". Es sei dem "nichts weiter hinzuzufügen", heißt es.

Prinz Andrew wurde im Juli 2015 zum Kanzler der Universität ernannt. 

Verwendete Quellen: Mirror, Sky News

ama / ame Gala


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