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Prinz Andrew "The Palace Papers" enthüllt seine Beziehung zu Jeffrey Epstein

Prinz Andrew
© Dana Press
Bis heute gibt es viele Fragen zu der Bekanntschaft zwischen Prinz Andrew und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†). Eine Royal-Expertin veröffentlicht in ihrem Buch jetzt einige spannende Hintergründe.

Journalistin Tina Brown deckt in ihrem Buch "The Palace Papers" einige dunkle Kapitel aus dem Leben von Prinz Andrew, 62, auf. Darin omnipräsent: seine Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, †66. Der soll den royalen Titel von Andrew für seine Geschäfte ausgenutzt haben. Brown beschreibt in dem Buch, das in Teilen von "The Telegraph" veröffentlicht wurde, aber auch so manche bedenkliche Charakterzüge des britischen Prinzen.

Prinz Andrew war ein "Alptraum"

Dazu gehört unter anderem, wie verschwenderisch der zweitälteste Sohn von Queen Elizabeth, 95, lebte. Von 2001 bis 2011 reiste er als Groß Britanniens Repräsentant für Welthandel und Investment auf Staatskosten um die Welt, um Golf zu spielen und Party zu machen. Dabei bestand er stets darauf, in Privatjets zu fliegen. Sein Verhalten fiel bei diesen Reisen immer wieder negativ auf. "Er beleidigte die Leute, die mit uns beim Abendessen am Tisch saßen und ging auf geheime Missionen, um dann beladen mit Geschenken zurückzukehren. Zusätzlich war er ein echter Alptraum, weil er immer darauf bestand, ein größeres Hotelzimmer zu bekommen, als es sonst jemals jemand aus der royalen Familie verlangte", heißt es in den "The Palace Papers" von Insider Chris Bryant, Abgeordneter des Britischen Parlaments.

Im Jahr 2010 soll Andrew laut der britischen Zeitung "The Daily Telegraph" 465.000 Pfund (rund 557.000 Euro) allein für Flüge ausgegeben haben. Diese Reisen nutze Prinz Andrew, um dubiose Kontakte zu knüpfen. Zum Beispiel mit libyschen Waffenschmugglern und dem damaligen Präsidenten von Kasachstan, Nursultan Nazarbayev – mit dem er auf Gänsejagd gegangen ist.

Tina Brown beschreibt, woher diese Überheblichkeit von Andrew stammt: Er zeige klassische Symptome des Dunning-Kruger-Effekts. Wegen einer kognitiven Verzerrung überschätzt er seine eigenen Fähigkeiten und seine Intelligenz. Daraus resultieren ein überhebliches Selbstbewusstsein und eine unumstößliche Ignoranz. Hinzu kommen seine Sexbesessenheit und eine gewisse Leere, die Andrew verspürt: Er weiß, dass die scheinbare Parität mit seinem Bruder, dem Thronfolger Prinz Charles, 73, nur eine Illusion war.

Jeffrey Epstein: "Andrew ist ein Idiot, aber ein nützlicher"

Diese Charakterzüge waren offenbar auch Jeffrey Epstein bewusst – und er nutze sie gekonnt aus. Er gab Andrew das Gefühl, jemand zu sein, mit großen Deals, Frauen, Flugzeugen und der schillernden Welt von New York. Epstein bot ihm in seinen Villen die gewünschte Privatsphäre, die er im britischen Palast nicht hatte.

Jeffrey Epstein
Jeffrey Epstein
© Rick Friedman / Getty Images

Doch hinter Andrews Rücken machte Epstein deutlich, was er wirklich von dem Prinzen hielt. Die Royal-Expertin behauptet: "Jeffrey Epstein sagte den Leuten, Prinz Andrew sei ein Idiot – aber ein nützlicher". Denn ein echter britischer Royal ist immer auch ein potenzieller Magnet. Epstein gab zu, dass er Prinz Andrew zu dubiosen Auslandsmärkten flog und die Regierungen aufgrund seiner royalen Rolle gezwungen waren, ihn zu empfangen. Jeffrey Epstein begleitete ihn dabei als Investment-Berater. "Mit Andrew als Frontmann konnte Epstein dann Deals mit den meist zwielichtigen Akteuren ausmachen", heißt es in den "Royal Papers".

War die Beziehung zu dem britischen Royal für Epstein damals ein Erfolg, musste er sich später für seine Straftaten verantworten und wurde 2019 zum wiederholten Male verhaftet. Er starb am 10. August 2019 in Haft. Währenddessen sieht sich Andrew bis heute mit den Folgen dieser Bekanntschaft und den damit zusammenhängenden Missbrauchsskandalen konfrontiert.

Verwendete Quellen: telegrah.co.uk

swa Gala

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