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Meghan Markle vs. Daily Mail | Teil 2 Klage bringt Details über Meghan und ihren Vater ans Licht

Herzogin Meghan + Thomas Markle
Herzogin Meghan + Thomas Markle
© Getty Images / ddp images
Herzogin Meghan zieht gegen den Betreiber von "Daily Mail" und "Mail on Sunday" vor Gericht. Beide Zeitungen haben im Februar 2019 Auszüge eines privaten Briefes abgedruckt, den Meghan im August 2018 an ihren Vater Thomas Markle geschrieben hatte. GALA fasst alle Entwicklungen des Falles zusammen. Teil 2 beschäftigt sich mit dem Januar bis Juli 2020. Einen Rückblick lesen Sie hier.

14. Januar 2020

"Associated Newspapers Limited" (ANL) reicht seine Verteidigung gegen Herzogin Meghan vor Gericht ein und behauptet, Meghan sei bewusst gewesen, dass der Brief ihres Vaters Thomas Markle an die Öffentlichkeit gelangen könnte. In Wahrheit sei sie wegen der "unvorteilhaften" Auswirkung des Briefes auf ihren Ruf besorgter als über die Verletzung ihrer Rechte. In den Gerichtsunterlagen werden außerdem Textnachrichten wiedergegeben, die Harry, Meghan und Thomas einander in den Tagen vor der Hochzeit im Mai 2018 schrieben. Darin geht es um Thomas Markles‘ gefälschte Paparazzi-Fotos sowie seinen Herzinfarkt.

Den Vorwurf, mit der Veröffentlichung des Briefes ein Fehlverhalten begangen zu haben, weist ANL erneut von sich. Die Royals seien "auf Publicity über sich selbst und ihr Leben angewiesen, um die privilegierten Positionen, die sie innehaben, aufrechtzuerhalten und sich selbst zu fördern". ANL kündigt außerdem an, sich auf Beweise von Thomas Markle stützen zu wollen, was bedeutet, dass Meghan und ihr Vater im Falle eines Gerichtsverfahrens möglicherweise gegeneinander aussagen müssen.

27. Januar 2020

Thomas Markle erklärt gegenüber der Zeitung "The Sun", dass er bereit sei, gegen seine Tochter vor Gericht auszusagen.

20. April 2020

Weitere Einzelheiten aus Anrufen und Textnachrichten der Sussexes an Thomas Markle in den Tagen vor der Royal Wedding werden durch Gerichtsdokumente bekannt. Daraus geht hervor, dass das Paar Thomas nach dem Wirbel um inszenierte Paparazzi-Fotos und der Absage, zur Trauung zu kommen, mehrmals kontaktierte. So bat Harry seinen Schwiegervater - angeblich erfolglos - sich bei ihm und Meghan zu melden, statt weiter mit der Presse zu sprechen. Außerdem ist den Dokumenten zu entnehmen, dass Meghan von dem Herzinfarkt ihres Vaters aus den Medien erfahren haben soll, nicht von ihm selbst.

24. April 2020

Vor dem Royal Courts of Justice findet eine Voranhörung im Fall Meghan versus "Associated Newspapers Limited" statt. Der Grund: Die Beklagte will einige Anschuldigen in der Klage Meghans streichen lassen. Meghans Anwalt David Sherborne hatte die beiden Zeitungen beschuldigt, den "verletzlichen" Vater seiner Mandantin "belästigt und gedemütigt", sowie "manipuliert" und "ausgebeutet" zu haben. Man habe versucht, Probleme zwischen den Markles auszulösen oder zu schüren sowie "eine offensichtliche Agenda“ verfolgt, um "beleidigende Geschichten über die Klägerin zu veröffentlichen, um sie in einem falschen und schädlichen Licht darzustellen". Ein weiterer Vorwurf lautet, die ANL habe bestimmte Teile des Briefes – in den Meghan sich fürsorglich gegenüber ihrem Vater gezeugt habe - "unehrlich" entfernt, um eine irreführende Version der Geschichte zu erzählen.

Der Betreiber von "Mail on Sunday“ widerspricht dem. Zu dem Vorwurf von ANL, Meghan habe von dem "People"-Interview ihrer Freundinnen gewusst, sagt Anwald David Sherbone: "[Sie] wusste nicht, dass ihre Freunde der Zeitschrift 'People' ein Interview gaben, geschweige denn, dass einer von ihnen sich auf den Brief beziehen würde."

1. Mai 2020

Rückschlag für Meghan: Richter Mark Warby verkündet, dem Antrag der Beklagten stattzugeben. Die Anschuldigung, ANL habe "unehrlich" gehandelt, indem sie bestimmte Teile des Briefes ausgelassen habe, wies er ebenso zurück wie die Behauptungen, dass sie absichtlich Probleme zwischen Meghan und ihrem Vater geschürt habe. Diese Punkte seien nicht der "Kern des Falls“. Warby verwies allerdings darauf, dass die vorgenommenen Streichungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden können, wenn sie auf eine angemessene Rechtsgrundlage gestellt würden. Ein Sprecher der Anwaltskanzlei Schillings sagt zu der Entwicklung: "Die heutige Entscheidung macht sehr deutlich, dass sich die Kernelemente dieses Falls nicht ändern und sich weiterentwickeln werden. Die Rechte der Herzogin wurden verletzt; die gesetzlichen Grenzen rund um die Privatsphäre wurden überschritten.“

Laut der britischer Tageszeitung "Express" kommt Meghan die Niederlage teuer zu stehen. "Der Antragsteller hat nach schriftlichen Eingaben beider Parteien am 22. Juli 2020 zugestimmt, die Kosten des Beklagten vollständig zu tragen", heißt es in dem Dokument. Die Rechnung für die Anwälte der Betreiber von "Daily Mail" soll sich auf 67.888 Pfund (rund 75.000 Euro) belaufen. Wenn man Meghans eigenen Rechtskosten hinzurechnet, soll sie die Anhörung geschätzt 100.000 britische Pfund (rund 110.000 Euro) gekostet haben. 

In Teil 3 lesen Sie, wie es im Fall Meghan Markle vs. "Daily Mail" / "Mail on Sunday" weitergeht.

Verwendete Quelle: BBC, Daily Mail, The Telegraph, The Guardian, The Express, The Sun, The Times

jre Gala

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